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21. Juli 2014 1 21 /07 /Juli /2014 11:39

Hallo ihr Lieben,

 

Vor zwei Jahren, als ich zurück nach Deutschland kam, begann die Fußball-Europameisterschaft. Auch wenn man in Deutschland nicht der größte Fußball-Fan ist, schaut man einfach mit und am Ende des Tages kann man sagen, dass es wirklich Spaß macht. Hier Fußball zu schauen, war für mich eine ganz neue Erfahrung. Aufgrund der Zeitverschiebung schaute ich aber tatsächlich nur wenige Spiele. Das Finale schaute ich mit Freunden in einer kleinen Bar in der Nähe unserer Uni, da das Spiel um 3 Uhr Nachts bei uns anfingen, wollten wir nicht erst noch durch die halbe Stadt fahren. Überraschend während der ganzen Zeit war, dass so viele Taiwanesen das deutsche Team unterstützten, unzählige Posts auf Facebook vor, während und nach der deutschen Spiele. Und nicht nur meine deutschen Freunde posteten Bilder im deutschen Trikot, nein auch viele Taiwanesen besitzen ein solches. (dazu ein Interessanter Eintrag: http://www.intaiwan.de/2014/07/06/taiwans-leidenschaft-fuer-deutschland-bei-der-fussball-wm/) Ich fragte also meine Freunde, warum sie denn gerade das deutsche Team so tatkräftig unterstützen, viele beantworteten die Frage damit, dass man Deutschland im allgemeinen sehr mag. Die beste Antwort kam von einigen Mädels: weil die Männer so gut aussehen. Und tatsächlich was hört man beim gemeinsamen Fußball schauen am ehesten: nicht etwa die deutschen Kommentare zum Spielstil, den Pässen oder welche Chance da gerade vertan wurde, nein eher bei jedem zweiten Mann der etwas genauer auf dem Bildschirm gezeigt wurde, folgte ein „der sieht aber gut aus“.

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Neben Fußball gibt es für mich aber auch nach zwei Jahren hier noch die ein oder andere Situation, die mich zum schmunzeln bringt. Beispielsweise:Taiwanesen und ihre Beziehung zur Sonne Da Taiwan eine Insel ist, auf der es (zumindest gefühlt) die Hälfte des Jahres regnet oder zumindest grau und bedeckt, darf man sich den Rest der Zeit an dem wunderbaren Sonnenschein erfreuen. Wegen ersterem haben alle Ausländer immer und überall einen Schirm dabei, wegen letzterem die Taiwanesen. Meine koreanische Kommilitonin meinte, dass die taiwanesischen Schirme besonders gut sind, da sie einen UV- Filter enthalten. Aber nicht nur die altbewährte Methode eines Schirmes hilft gegen die Sonne, nein, hierzulande hilft auch lange Kleidung, am besten eine Ganzkörperverpackung, und das über 30 Grad und auch beim Sport. Historisch gesehen wollen sich die Taiwanesinnen, wie die meisten Asiatinnen, ihren hellen Teint bewahren, denn früher bedeutete, dass man nicht draußen auf dem Feld arbeiten musste. Schaut man sich in Deutschland um, findet man Solarien, Selbstbräunungscremes und sonstige Cremes um die heißgeliebte Bräune möglichst lange zu behalten. Hier ist genau das Gegenteil der Fall, es gibt Whitening-Cremes, die die Haut täglich etwas aufhellen soll.

 

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Typisch für Taiwan sind außerdem die Massen an Scootern, auf denen man alles  transportieren kann :)

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Euch eine schöne Woche,

 

LG 

Nicole

 

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7. Juli 2014 1 07 /07 /Juli /2014 15:10

Hallo ihr Lieben,

die Zeit vergeht und bei uns stehen schon wieder Mid-Terms an, d.h. die Prüfungen zur Mitte des Semesters. Es ist in Taiwan recht üblich, dass man nicht wie in Deutschland nur Tests am Ende eines Semesters hat, sondern eben auch in der Mitte eines jeden Semesters. Und so muss ich feststellen, dass mir nur noch knapp sieben Wochen in Taiwan bleiben, und v.a. das danach mein Studentenleben endgültig der Vergangenheit angehört.

 

Für uns ging es letztens raus aus der Stadt, ein Artikel im Internet beschrieb eine Art Dorf, das aussieht, als hätten dort Aliens gelebt. Was sich nicht nur interessant las sondern auch interessant aussah, entpuppte sich als eine verlassene Hotellandschaft an der Nord-Ost-Küste Taiwans. Als das ganze noch in Betrieb war, war es sicherlich ganz hübsch und auch mal was anderes in Ufo-förmigen Bungalows zu schlafen, aber inzwischen schien die Hotelanlage geschlossen und die kleinen Häuschen ziemlich verfallen. Das einzige was heute dort noch lebt, sind vielleicht ein paar Mäuse.

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Zum Glück war aber der Ort nah bei Yeliu, einem kleinen Örtchen mit Steinformationen, die durch das Meer geformt wurden. Bekannt wurde das ganze, weil einer der Steine aussieht wie der Kopf einer Königin. Da aber auch heute noch Erosionen stattfinden, wird der Hals der Königin immer dünner und die Taiwanesen bangen, dass der Kopf bald abbrechen wird. Und ich muss sagen, da ich schon vor zwei Jahren dort war, der Kopf sieht tatsächlich etwas anders aus. Der Naturpark in Yeliu ist ein beliebtes Ausflugsziel von einheimischen Touristen und v.a. von den unzähligen Reisegruppen aus Festland China, wer einmal in Taiwan unterwegs war, lernt die Ruhe mancher Orte, wo nicht gerade einer dieser Reisebusse „ausgekippt“ wurde, zu schätzen. Oder man sucht sich einfach einen kleinen Wanderweg und schon hat man seine Ruhe wieder, der eines mögen diese Touristen meist nicht, laufen und vor allem nicht, wenn es warm und sonnig ist. Denn dann packt der typische asiatische Tourist entweder seinen Schirm aus, der kurzerhand vom Regenschirm zum Sonnenschirm umfunktioniert wird, oder aber verhüllt sich in langer Kleidung. Gilt in Europa eher: umso wärmer das Wetter, desto kürzer die Kleidung, kann man hier sagen, umso wärmer das Wetter, umso bedeckter die Haut, denn man könnte ja braun werden.

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Neben viel Sonne ist der taiwanesische Sommer auch durch viel Getier gekennzeichnet, drinne, draußen, einfach überall. An Kakerlaken auf der Straße hab ich mich schon gewöhnt, man muss nur aufpassen, dass man nicht auf sie drauf tritt, denn die kleinen Tiere tragen die Eier unter dem Panzer, und wenn man sie zertritt, hat man sie unter dem Schuh und verteilt sie so munter weiter. Das macht es auch so schwer, sie in der Wohnung umzubringen, denn man will ja nicht die ganzen Eier und damit noch mehr Kakerlaken in der Wohnung haben. Nachdem ich vereinzelt schon mal kleine Spinnen und kleine Kakerlaken-Babys im Frühjahr in meiner Wohnung hatte, werden die Tierchen jetzt im Sommer etwas größer. Wenn ich sie sammeln würde, könnte ich sicher bald einen kleinen Zoo eröffnen: neben Spinnen in allen Größen und Kakerlaken hat mich auch schon ein Gecko in meinem Zimmer besucht- definitiv etwas, was ich in Deutschland nicht vermissen werde. Letztes Wochenende war ich mit einer Freundin in einer deutschen Bäckerei frühstücken, diesmal nicht in dem Laden in der Stadt sondern etwas weiter im Norden Taipei’s. Zu meiner Überraschung ein riesiges deutsches Restaurant, welches wie es scheint am Sonntagmorgen ein beliebtes Frühstückdomizil der Taiwanesen ist. Und so gab es für uns typisch deutsches Frühstück: Brot, Wurst, Marmelade, Ei und Kuchen. Das ist definitiv ein großer Vorteil von Taipei, egal wie weit weg man von zu Hause ist, dank solcher Köstlichkeiten muss man Deutschland nie zu sehr vermissen.

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(Heidi Klum Breakfast- zumindest meine taiwanesische Freundin wusste nicht, wer Heidi Klum ist)

scheinbar wäre ein Angela Merkel Frühstück besser :)

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Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche.

Liebe Grüße Niggy

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22. Juni 2014 7 22 /06 /Juni /2014 02:11

Hallo meine Lieben,

 

Mein Semester fing diesmal mit einem Feiertag an- das sogenannte Drachenbootfest. An dem Tag fanden an vielen stellen Drachenbootrennen statt und so entschieden auch wir uns, uns dass Spektakel mal anzuschauen. Mein Fazit am Ende des Tages, das wird wohl nicht ganz meine Sportart, ich hätte es mir etwas spannender vorgestellt.

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Drachenbootrennen

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Zongzi- Klebereis in Bambusblättern

 

Am Ende der ersten Uniwoche ging es dann für mich auch schon wieder in den Süden, dank HighSpeedRail ist man ja innerhalb von 1,5 Stunden in Kaoshiung. Von dort aus ging es mit dem Bus weiter Richtung FoGuangShan, wo ich schon im November ein Wochenende in einer Klosteranlage verbracht hatte. Seit November plante ich, da noch mal hinzugehen und endlich hat es zeitlich mal wieder gepasst.

Im Kloster angekommen, gab es diesmal keine hübsche Uniform für uns, da es dafür im Sommer zu warm ist. Dennoch die armen Nonnen und Mönche laufen das ganze Jahr in ihren Kutten rum, unter der sie immer noch eine Hose tragen. Aufgrund der Tradition haben die Nonnen und Mönche ja einen kahl geschorenen Kopf, was ihrer Meinung nach den Sommer erträglicher macht.

Nach dem „Check-In“ gab es wieder eine kleine Einführung in die Etiquette des Lebens in einem buddhistischen Klosters: Essen, Laufen, schlafen gehen- alles hat in einem Kloster seine eigenen Regeln. Danach ging es in einen der vielen Schreine des Geländes zur Abendmeditation.

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(Abendmeditation)

 

Am nächsten Morgen durfte wir noch länger schlafen, als die anderen Klosterbewohner- wir trafen uns erst um halb sieben. Nach einer morgendlichen Meditationssession im Freien ging es zum Frühstück, was wir nicht in dem großen Speisesaal mit den Nonnen und Mönchen aßen, sondern noch relativ normal und ohne die ganzen am Abend gelernten Regeln. Da ich schon zum zweiten Mal da war, hatte ich die Möglichkeit, anstatt der Putz-Meditation (ja man kann auch beim putzen meditieren) und der Führung über das Klostergelände, an einem Amitabha Chanting https://www.youtube.com/watch?v=kajp0IfQZ7g teilnehmen. Buddhisten aus ganz Taiwan kamen dazu eine Woche lang in das Kloster und nutzen den Gesang zum meditieren - erst im Sitzen, dann laufend und am Ende folgt eine Meditationseinheit ohne Gesang. Im Anschluss daran ging es dann für unsere Gruppe zum ersten Mal in die große Essenshalle des Klosters, wo bis zu 2000 Leute Platz finden. Während die Diensthabenden Mönche das Essen verteilen, wird wieder ein Gebet gesungen. Am Ende des Gesangs hat jeder eine Schüssel Reis, eine Suppe und einen kleinen Teller mit drei verschiedenen vegetarischen Speisen vor sich stehen, manchmal gibt es auch noch Obst. Wenn man sich sicher ist, dass an alles schaffen kann, nimmt man das Essen zu sich heran. Denkt man, man kann etwas nicht schaffen, lässt man es an der gegenüberliegenden Tischkante stehen und wartet das eine „Servicekraft“ kommt und das essen, was man nicht will, bzw. nicht schafft, weg nimmt. So erreicht man, dass am Ende kein Essen verschwendet wird. Am Nachmittag folgte dann eine kleine Einführung in die 4 edlen Wahrheiten des Buddhismus, eine Sutra Kalligraphie Stunde (auch dies diente wieder als Meditation), eine Fragstunde, wo wir zwei Nonnen mit allen Fragen löchern durften, die uns so einfielen, und eine Abendmeditation.

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Outdoor-Meditation am Morgen

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Kalligraphie

 

Am nächsten Morgen hieß es auch für uns zu einer für ein Kloster normalen Zeit aufstehen, d.h. 5:30 Uhr aufstehen, um 5:50 Uhr im Hauptschrein zum Morgengesang zu sein. Der Hauptschrein ist wirklich beeindruckend, in der Mitte sitzen drei riesigen Buddhastatuen, die im restlichen Raum umgeben von mehr als 10.000 kleinen Buddhas sind. Auch beim Morgengesang wird wieder ein Gebet gesungen und meditiert. Danach ging zusammen mit all den Mönchen und Nonnen in den Speisesaal zum Frühstück. Man erkennt wirklich kaum einen Unterschied zwischen den drei Mahlzeiten am Tag, Reis, Suppe und vegetarische Speisen und das am Morgen, zum Mittag und am Abend. Natürlich gibt es immer andres Gemüse, aber manchmal auch die Reste vom letzten Essen. Zumindest Frühstück könnte für meinen Geschmack anders sein, aber für eine kurze Zeit, geht das auch mal so. Für uns ging es danach zum Buddha Memorial Center, wo wir nach einer Laufmeditation noch einmal eine kleine Freiluft-Meditation hatten. Danach ging es für mich an einen Ort, an dem ich bei all meinen Besuchen auf dem Gelände noch nie besucht hatte, ein Teehaus, wo wir eine Teezeremonie hatten. Am Nachmittag ging es dann mit dem Zug wieder zurück in den Norden Taiwans. Es ist immer wieder witzig wenn man mit dem Zug von Süden nach Norden fährt, denn man kann förmlich drauf warten, dass sobald man den Wendekreis des Krebses überquert, das Wetter schlechter wird. Meistens startet man bei Hitze und Sonne im Süden und kommt bei warmen und regnerischem Wetter im Norden an.Wendekreis des Krebses überquert, das Wetter schlechter wird. Meistens startet man bei Hitze und Sonne im Süden und kommt bei warmen und regnerischem Wetter im Norden an.

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Buddha Memorial Center 

 

Euch eine schöne Woche

LG Nicole

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19. Januar 2014 7 19 /01 /Januar /2014 04:01

Hallo ihr Lieben,

 

ich erinnere mich noch gut als ich vor 2,5 Jahren an einem Augustwochenende bei schönstem Wetter mit Helen durch die Straßen Taipei’s schlenderte- blauer Himmel, tausende Motorroller um mich herum, den Taipei 101 fest und Blick und dann plötzlich dieser unerträgliche Gestank, als ob jemand vergessen hat, die Klärgrube zu schließen. Mein erster Kontakt mit Stinky Tofu endete damit, dass wir zunächst die Straßenseite wechselten und irgendwann immer schneller liefen um dem üblen Geruch schnellstmöglich zu entkommen. Es hat damals ganze 3 Monate gedauert, bis mich Freunde davon überzeugen konnten einen Happen des fermentierten Tofus zu probieren. Warum sollte ich mich auch nur in die Nähe eines so übel riechenden Restaurants oder Stand begeben? Und wenn schon der Umkreis von 30 Metern für mich unerträglich war, wie sollte ich dann überhaupt das Essen bestellen, geschweige denn essen? Hao suchte für meinen ersten Versuch ein für Stinky Tofu Verhältnisse wenig stinkendes Lokal aus. Fazit damals: der Tofu ist tatsächlich essbar, aber noch mal muss man das Ganze nicht haben. Während meines ersten Aufenthaltes in Taiwan war es das dann auch mit mir und dem Stinky Tofu, ich hab weiterhin die Straßenseite gewechselt, wenn ich nur annähernd in die Nähe eines Stinky Tofu Ladens kam. Die Begeisterung, die alle meine taiwanesischen Freunde für dieses übel riechende Gericht hatten, konnte ich nie verstehen.

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Und dann kam Shelly, meine Mitbewohnerin, man kann fast sagen, dass sie zu einer Stinky Tofu Botschafterin wurde. Als wir im September mit ihr auf einem Nachtmarkt in Taichung waren, bog sie plötzlich ab und stellte sich an- Stinky Tofu. Da war er wieder, mein Freund aus der Vergangenheit, dem ich nicht zwingend wieder begegnen wollte. Da die Schlange ziemlich lang war, stellte sie sich an und wir gingen schon einmal vor. Irgendwann trafen wir wieder auf sie und den Stinky Tofu. Der Laden, wo sie sich Minuten zuvor angestellt hat, roch genauso übel, wie es in meinen Erinnerungen abgespeichert war. Aber als sie da so mit dem Tofu vor uns stand, roch der Tofu gar nicht mehr so schlimm und aussehen tut er sowieso nicht schlecht. Was mich dazu brachte, dem Stinky Tofu eine zweite Chance zu geben. Weit weg von dem üblen Geruch schmeckte es tatsächlich ganz gut. Die kommenden Wochen wiederholten wir das Spielchen mit dem sie kauft den Tofu und wir gehen zum Essen an einen anderen Ort noch einige Male und so langsam konnte ich verstehen, was die Taiwanesen daran finden. Nach und nach sucht man auch nicht mehr nach den wenig stinkenden Läden, denn da wo es mehr stinkt, schmeckt es auch wirklich besser. Und so kommt der Tag, an dem man über einen der unzähligen Nachtmärkte in Taipei schlendert und den Gestank nicht mehr als lästig empfindet, sondern seine Quelle sucht. Inzwischen ist auch meine Anpassung an den National-Snack komplettiert und ich kann den Tofu sogar vor Ort essen.

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Aber nicht nur in Sachen Stinky Tofu passe ich mich immer weiter an die taiwanesischen Verhältnisse an. Wie schon vor einigen Wochen beschrieben, lieben es Taiwanesen, ihre Restaurantbesuche vorab aufwendig mit Hilfe von Internetrecherchen zu planen In Deutschland .würde ich mich einfach mit Freunden an einem für alle Beteiligten günstigen Ort treffen und dann vor Ort schauen, wo wir hingehen wollen. Hier fange aber auch ich inzwischen an im Internet zu recherchieren, wo es welche Restaurants gibt und welche Bewertungen und Erfahrungen man dazu finden kann. Nach sorgfältigen abwägen, welcher kulinarische Richtung man sich hingeben möchte, analysiert man die beschriebenen Restaurants, versucht zu reservieren oder informiert sich, wie viel Wartezeit man einplanen sollte. Sehr empfehlenswert ist dabei der Blog von Hungry in Taipei, da kann man sich teilweise auch über die Inneneinrichtung der Restaurants informieren und dank Bilder der Speisekarten schon mal schauen, was so alles angeboten wird. Ich bin gespannt, wann ich auch in Deutschland anfange, die besten und beliebtesten Restaurants im Internet heraus zu suchen. Neben dem Essen habe ich aber natürlich auch normal Uni. Unsere Lehrerin ist immer sehr bemüht uns mit neuen Ideen zum lernen zu motivieren. So spielen wir „Wer-bin-ich“ mit Vokabeln, oder haben kleine Rollenspiele mit Handpuppen. Neben meinem normalen Chinesischkurs habe ich dieses Semester auch einige Stunden Kalligraphie. Letzte Woche während der ersten Stunde haben wir gelernt, wie man richtig sitzt, den Pinsel richtig hält und wie man richtig schreibt. Man bewegt nämlich nicht wie beim normalen Schreiben nur die Hand, sondern den gesamten Arm, der dabei ca. 5 cm über dem Blatt schwebt. Am Ende sieht es dann mit etwas Glück in etwas ähnlich aus, wie das, was die Lehrerin geschrieben hat (Orange= Lehrerin, Schwarz= meins).

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(mein chinesischer Name)

 

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und verabschiede mich schon mal in den Urlaub.

Liebste Grüße

Nicole

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5. Januar 2014 7 05 /01 /Januar /2014 03:20

Hallo ihr Lieben,

erstmal euch allen noch ein frohes neues Jahr oder wie man hier eben sagt: 新年快樂(Xin nian kuaile). Seit meiner Ankunft im August hier hängt an unserer Wohnungstür, wie auch an vielen andren Stellen, ein Weihnachtskranz bzw. diverse andere Weihnachtsdeko. Was also das ganze Jahr über eher als Staubfänger diente, kam endlich in der richtigen Saison an. Obwohl Taiwanesen Weihnachten nicht feiern, wurden pünktlich vor Weihnachten überall Weihnachtsbäume aufgestellt, die Verkäufer in den Geschäften trugen witzige Rentierohren und Weihnachtsmann-Mützen. Sogar eine überdimensional große Schneekugel gab es in der Stadt. Vor zwei Jahren hatte ich noch Glück, Weihnachten und somit auch Silvester vielen auf einen Samstag, wo man auch hier nicht arbeiten muss. Da dieses Jahr beides aber mitten in der Woche lag, wurde die traditionell eher ruhigeren und arbeitsfreien Tage zu ganz normalen Arbeits- und Unitagen. Und da man sich hier vielmehr an den Amis orientiert, war auch anstatt des 24. Dezembers, der 25. Dezember der Tag an dem es festlich wurde. An Heiligabend selber ist hier, außer dem normalen Alltag, recht wenig passiert. Dank Skype war ich zu Hause bei meiner Familie bei allen relevanten Aktivitäten dabei: ich konnte beim Geschenke einpacken helfen, beim kochen, saß unterm Weihnachtsbaum und habe Geschenke angeschaut und war sogar einmal beim Essen dabei. So kam tatsächlich irgendwie doch etwas Weihnachtsstimmung auf.

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Taipei weihnachtlich dekoriert

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Unsere Wohnungstür :)

 

Zu Silvester ging es für uns natürlich wieder an den Taipei 101 wo wir uns das Feuerwerk anschauten, was hier nicht nur zur Feier des neuen Jahres gestartet wird, sondern was auch alljährlich der Geburtstag des Gebäudes ist, was genau vor 10 Jahren am 01.01. eröffnet wurde. Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück, regnete es die letzten drei Wochen des Jahres ununterbrochen, wurde der letzte Tag des Jahres richtig angenehm warm und ohne Regen. Für alle die im milden Deutschland sitzen, wir konnten die Woche schon im T-Shirt rumlaufen, weil es über 20 Grad und sonnig war. Da schon kurz darauf unsere Zwischenprüfung stattfand, waren die ersten Tage des Jahres wieder mit lernen gefüllt.

 

Vergangenes Wochenende war das Wochenende des Anstellens. Hier in Taiwan liebt man es sich an die möglichst längste Schlange anzustellen. Der Höhepunkt war Sonntag, als ich mich mit einer Freundin zum Brunchen verabredet habe. Wir wollten in ein bei jungen Leuten besonders beliebtes Restaurant. Reservierungen gingen scheinbar nur Wochen vorher, aber man sagte uns, es gäbe immer freie Tische für die, die nicht reservieren konnten, man müsse nur pünktlich da sein. Pünktlich heißt ca. 30-60 Minuten vorher, dass man dann auch wirklich in das Restaurant kommt. Als wir ankamen, 25 Minuten vorher, war schon eine lange Schlange vor uns. Und tatsächlich hätten wir 1-2 Stunden warten sollen, bis wir hätten essen können. In Taiwan hat essen wirklich eine andere Stellung als in Deutschland. Trifft man sich in Deutschland oft mit Freunden auf einen Kaffee, wird das hier immer zu einem Afternoon Tea. Klingt erstmal ähnlich, bedeutet aber, Getränk plus ein riesiges Dessert. Und man trifft sich nicht wie in Deutschland einfach irgendwo und schaut dann in der Umgebung was es so gibt, sondern man sucht vorher auf Blogs im Internet die besten Restaurants und Café’s und trifft sich dort. Shelly, meine Mitbewohnerin, hat das ganze perfektioniert. Egal wo sie ist, zückt sie ihr Handy und sucht in der Umgebung das beste und speziellste Restaurant. Man stellt sich manchmal sogar an Schlangen an und weiß gar nicht wofür, aber es muss gut sein, weil ja viele anstehen.

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Diesen Samstag wollte ein Freund noch mal auf den Elephant Mountain ehe er abreist (so langsam geht die Abreiswelle hier los, alle die nur ein Semester hier waren, packen ihre sieben Sachen und gehen zurück nach Hause). Auch wenn das Wetter nicht das beste war, hatten wir einen schönen Blick über die Stadt. Anschließend ging es auf den ältesten Nachtmarkt in Taipei (Raohe Street Night Market). Von Nachtmärkten hier werden ich wohl auch nie genug bekommen, die Mischung aus Ramsch, Klamotten, Technik und Essen ist irgendwie faszinierend. Und da wir hier als Ausländer ja keine Ahnung haben, was gut und was nicht so gut ist, adaptieren wir einfach die Verhaltensmuster der Einheimischen und stellen uns an den längsten Schlangen an. So kamen wir zu reichlich leckerem Essen.

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So das soll es nun erstmal wieder von mir gewesen sein, euch einen schönen Sonntag noch.

LG Niggy

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21. Dezember 2013 6 21 /12 /Dezember /2013 15:08

Hallo ihr Lieben,

 

mein letzter Eintrag ist schon wieder zwei Wochen her, also höchste Zeit mal wieder zu berichten, was in Taipei vor sich geht, während sich Deutschland auf Weihnachten vorbereitet.

Der erste Tag nach einer Woche Urlaub und keinem Chinesisch war schon etwas anstrengend, aber inzwischen hab ich mich gut wieder in den Uni-Alltag hineingefunden. Wie schon im ersten Semester hier, habe ich auch dieses Semester wieder den Mittagskurs abbekommen, d.h. ich habe täglich von 12:10 Uhr bis 15 Uhr Chinesisch-Kurs. Da wir außer Dienstag jeden Tag einen kleineren oder größeren Test haben, ist das aber ganz angenehm, da man morgens noch mal in die Bücher schauen kann oder doch einfach mal ausschlafen kann. Gerade nutze ich aber die Morgenstunden und die Zeit nach meinem Kurs, um den Schülern einer Junior High-School  einige Fakten über Deutschland und Weihnachten bei uns zu Hause zu präsentieren. Die Studentenorganisation, über die ich vor zwei Jahren mein Praktikum hier gefunden habe, hatte mich gefragt, ob ich ihnen da helfen kann. Und es ist ziemlich interessant, was die Kinder so über Deutschland wissen bzw. eher nicht wissen, wie der Schulalltag hier so ist und vor allem zu sehen, wie sich die Kinder hier gegenüber den Lehrern verhalten. Junior High-School entspricht in Deutschland der 7., 8. und 9. Klasse. Zunächst einmal habe ich also festgestellt, dass das bei mir so ziemlich 10 Jahre her ist und die Schüler 8 bis 10 Jahre jünger sind als ich- das war dann der „Ahh-du-wirst-alt“-Aufschrei in meinem Kopf, aber immerhin schätzen mich alle jünger :)

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An den Schulen hier in Taiwan ist es normal, dass alle Schüler Schuluniformen tragen müssen. Die Schule an der ich bin, hatte leider bei der Kleidervergabe nicht allzu viel Glück. Die Schuluniformen sehen eher aus wie Jogging-Anzüge und erinnern mich eher an einen gemütlichen Abend auf der Couch als an Schule. Auch meine Mitbewohnerin meinte, dass das wirklich nicht die schönsten Schuluniformen sind, die es hier so gibt. Aber die Schüler haben keine Wahl, Tagein, Tagaus müssen sie zumindest die Zeit, die sie in der Schule sind, diese modischen Highlights tragen. Und da in Taiwan ein Schultag gerne mal von 8:30 Uhr bis 17:40 Uhr  geht und die Kleinen danach noch in die Cram School, eine Art Ergänzungsunterricht, gehen, bedeutet das eben doch die ganze Woche. Wie ich finde, sind auch eine Regeln ziemlich strikt. So müssen alle Schüler vor dem Unterricht ihre Handy’s abgeben, die werden in Plastikboxen im Lehrerzimmer bis nach Unterrichtsschluss verwahrt und dürfen erst danach wieder abgeholt werden.

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Der Montagmorgen hat mich auch an der Schule ein bisschen an Armee erinnert, nicht das ich jemals in der Armee gewesen wäre, aber das entspricht so ziemlich der Vorstellung, die ich davon habe. Mit lauter Musik wird eingeläutet, dass es nun Zeit ist, dass alle Schüler auf dem Schulhof einmarschieren und sich zum all- montaglichen Appell versammeln. So marschieren aus allen Richtungen Schüler in ihren Schlumpfblauen-Uniformen mit einem kleinen orangen Klappstuhl unterm Arm Richtung Schulhof, stellen sich in Reih und Glied und nach Klassen sortiert auf. Nach einem kurzen Gesang dürfen sich alle Schüler auf ihren Mini-Klappstühlen hinsetzen und den Lehrern lauschen, was sie so zum neuem Wochenbeginn zu verkünden haben. Auch wenn ich das Spektakel jeden Montag in der Schule gegenüber von meinem Zimmer beobachten kann, ist es doch jedes Mal wieder etwas befremdlich.

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Nachdem alle Schüler wieder in den Klassen angekommen war, ging auch für mich der Unterricht los. Wie auch in Deutschland geht eine Unterrichtsstunde 45 Minuten. Neben meiner Präsentation sollen die Schüler in der Zeit auch die Möglichkeit haben, ihr Englisch zu üben und mir Fragen zu stellen. Das mit den Fragen ist auch nicht so das Problem, anstatt auf Englisch zu fragen, testen sie dann doch lieber mein Chinesisch. Die Lieblingsfrage ist natürlich, wie alt ich bin. Das spannende war, als die Frage das erste Mal auftauchte, war die Lehrerin der Meinung, dass das eine zu persönliche Frage ist. Spätestens nach der zweiten Frage wurde mir aber klar, dass die taiwanesische Auffassung von privaten Fragen und das, was wir in Deutschland unter einer privaten Frage verstehen, doch zwei Paar Schuhe sind. Die zweitliebste Frage ist, ob ich einen Freund habe oder ob ich verheiratet bin, weil ich Ringe trage. Das ist mir schon bei meinem ersten Aufenthalt hier aufgefallen, dass sobald man als Frau Ringe trägt, alle denken, man sei verheiratet. Aber die Fragen über meinen Beziehungsstatus wundern hier mich schon lange nicht mehr, das ist den Taiwanesen ihr liebstes Thema. Normalerweise wusste jeder meiner Chinesisch Lehrer hier spätestens nach der ersten Woche den Beziehungsstatus aller Studenten des Kurse, wie lange man zusammen ist und oftmals auch noch, welche Problemchen gerade vorliegen. Dieses Semester habe ich tatsächlich das erste Mal eine Lehrerin, die das so detailliert noch nicht bei allen nachgefragt hat. Ansonsten haben die Kinder ähnliche Fragen wie alle Taiwanesen, ob man taiwanesisches Essen mag, welche Essen man am liebsten hat, ob man Stinky Tofu und Hühnerfüße mag, welches der Lieblingsort in Taiwan ist, usw. Das lachen musste ich mir verkneifen, als das erste Mal die Frage aufkam, ob ich Pink mag, eigentlich ist das so offensichtlich, das mich das noch keiner gefragt hat.

Am spannendsten für mich ist es in der Zeit in der Schule zu sehen, wie die Schüler mit den Lehrern umgehen. Ich glaube wir waren etwas netter zu unseren Lehrern. Helen, eine taiwanesische Freundin von mir, meinte aber, dass es auch hier ein Generationsding sei, dass die jetzigen Schüler aufmüpfiger den Lehrern gegenüber sind, als zu ihrer Schulzeit. Mir würde auf Dauer das Geschreie doch etwas auf die Nerven gehen J Wenn man den Lehrer Job in Taiwan aber nur aus der Urlaubsperspektive betrachtet, ist es der perfekte Job in Taiwan. Immerhin hat man dann sowohl Winter- als auch Sommerferien – was im Vergleich zu den normalen Büroarbeitern, die hier im ersten Jahr meist gar keinen Urlaub haben und dann die ersten Jahre im Durchschnitt mit 5-7 Tage Urlaub im Jahr klar kommen müssen, schon relativ luxuriös ist.

Die Zeit in der Schule ist auf jeden Fall eine schöne Erfahrung und auch eine nette Abwechslung zu meinem Uni-Alltag, und während alle in Deutschland sich also auf den letzten Arbeitstag des Jahres freuen, gehe ich munter weiter in die Schule und Uni. Und zum Glück gibt es ja auch noch Wochenenden, wo man was unternehmen kann. Letztes Wochenende waren wir Samstagabend in einem deutschen Restaurant essen. Dank original deutschen Speisen und einer deutschen Karte, konnte man sich der Heimat doch etwas Näher fühlen.

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Am Sonntag ging es dann mit einer Freundin nach Jiufen, leider war das Wetter alles andere perfekt und so wurden wir ziemlich nass. Und das beste was man bei solch einem Wetter machen kann, ist essen und Tee trinken. Und so haben wir uns durch die kleinen Gässchen Jiufen’s gegessen und uns am Ende ein kleines Teehaus gesucht und uns wieder aufgewärmt.

 

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Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest, ruhige Weihnachtsfeste und schöne Feiertage im Kreise der Liebsten.

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Liebste Grüße,

Niggy

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14. September 2013 6 14 /09 /September /2013 07:48

Hallo meine Lieben,

 

Inzwischen kehrt für mich hier so langsam der Alltag ein. In meiner Wohnung gehört vor allem die Geräuschintensive Grundschule dazu. Das heißt, unter der Woche geht morgens pünktlich ab um 8 Uhr die Schulglocke und dann jede Stunde. Aber das ist natürlich nicht ein einfaches Ding Dong wie in Deutschland, sondern eine ganze Melodie. Und Montagmorgen wird das Ganze ausgebaut, d.h. pünktlich um 8 Uhr stehen die Kinder aufgereiht auf dem Schulhof/ Sportplatz und singen. Dann kommt der morgendliche Appell der Lehrer, alle nehmen gleichzeitig ihre „Mützen“ an und verbeugen sich leicht. Bisher bin ich da nie aufgestanden und habe mir das „Spektakel“ angeschaut, aber die Woche hab ich tatsächlich mal mein Fenster geöffnet und mir das angeschaut. Und weil es so schön war, habe ich auch mal ein kleines Video gemacht.


 

 

 

Ich find es ja ganz entzückend wie ordentlich aufgereiht die da stehen und singen. Irgendwie süß. Die Tage hatten sie bei der Hitze Sport draußen, ich glaub’ es hatte auch seine Vorteile im kalten Deutschland aufzuwachsen.

Ansonsten ist in meiner Wohnung noch nicht so viel Alltag eingekehrt, bis jetzt sind wir nur zu Dritt in der WG (von Sechs). Und davon krieg ich immer nur Shelly zu Gesicht, durch die ich das Zimmer hier habe. Sie hat mir die Tage auch unsere riesige Dachterasse gezeigt, von wo aus man hinter dem Berg sogar den Taipei 101 sehen/ erahnen kann J Und die andre hab’ ich bis jetzt noch nie gesehen, aber scheinbar wohnt ihr Freund so halb mit bei ihr. Das entschärft unseren Mietvertrag wieder etwas J Ansonsten hab ich täglich von 12 bis 15 Uhr Chinesisch Unterricht. Und auch in der zweiten Woche hat der Spaß bei uns im Kurs nicht aufgehört, was die Hoffnung aufkommen lässt, dass es so bleibt. Gestern hatten wir beispielsweise einen kleinen Exkurs in Sachen zahlen. Wie bei uns Freitag der 13. für viele ein Unglückstag ist (ich hoffe den gestrigen haben alle gut überstanden), gibt es auch hier zahlen, die im allgemeinen Verständnis nichts Gutes verheißen, bzw. andere die als Glückszahlen gelten. Die ungeliebten Zahlen wie 4 und 6 gilt es bspw. in Handynummern zu meiden. Und obwohl die 8 als Glückszahl gilt, will keiner eine Handynummer mit „5884“. Ausgesprochen klingen die Zahlen (5884- wu ba ba si) ähnlich wie wo baba si- also mein Vater stirbt. So auch bei 5454- wu si wu si- oder eben ich sterbe. Auch 52- wu er was klingt wie wo e (ich habe hunger) ist scheinbar nicht allzu beliebt. Wer dagegen seiner Liebsten Blumen schenken möchte sollte die Zahl 9 im Kopf haben- das klingt hier wie für immer. Also 9, 99, 999, 9999,... Blumen kaufen und man ist auf der sicheren Seite.

Zum Alltag in Taiwan gehört natürlich auch, dass man alles erdenkliche in Pink/ Rosa bzw. mit Hello Kitty und diversen anderen aufgedruckten Kindheitserinnerungen bekommen kann. Und es wäre ja nicht Taiwan, wenn es nicht sogar eine Bank in Schweinchenrosa gäbe. Das mit dem Schweinchen nimmt man dann auch noch Wörtlich und Tada man hat eine Bank die so aussieht:

 IMG_9825.JPG

 

So jetzt steht aber ersteinmal das Wochenende an.

 

Liebste Grüße

Niggy

 

Mit den "Elektroleitungen" nehmen sie es hier immernoch nicht so ernst :)

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5. September 2013 4 05 /09 /September /2013 09:45

Hallo ihr Lieben,

 

Nun ist schon meine erste Woche hier in Taiwan um und ich fühle mich als wäre ich schon wieder viel länger hier. Das bunte Treiben auf den Straßen, die voll mit leuchtenden Werbeanzeigen sind, hat mich schon wieder voll in den Bann gezogen und seit Montag auch die Uni. Auch wenn ich hier schon einige Zeit gelebt habe, gibt es auch jetzt wieder einige Situationen, die mich sehr zum schumunzeln bringen. So zum Beispiel mein Mietvertrag. Bevor ich hier her kam, suchten mir Freunde, die ebenfalls an der NCCU studieren, eine Wohnung. Meine Mitbewohnerin Shelly stand mir sofort Rede und Antwort für alle meine mal mehr oder weniger komischen Fragen. Nachdem ich beim letzten Mal ja in einer illegalen Wohnung lebte und deshalb umziehen musste, war das natürlich eine der ersten Fragen, die ich hatte. Auch über die Kakerlaken und Schimmel informierte ich mich diesmal frühzeitig, man lernt ja dazu. Was ich nicht bedacht habe, wurde mir beim Unterschreiben meines Mietvertrages vor Augen geführt. Da heißt es in einem Absatz, dass ich keine Männer über Nacht mit nach Hause bringen darf. Das so was in den Wohnheimen der Uni durchaus üblich ist, wusste ich schon, aber außerhalb des Campus’, war mir das so nicht bewusst. Ich sag' nur: Andere Länder- andere Sitten :)

Ansonsten nutzte ich die erste Woche zur Orientierung in der "neuen" Umgebung. Da nun die MRT (das U-Bahn System hier) nicht mehr zu Fuß zu erreichen ist, musste ich mich an Bus fahren gewöhnen. Letztes Mal war mir das Bussystem etwas suspekt, das kann aber auch an der Gegend gelegen haben. Wie ich es schon von der MRT gewöhnt bin, haben auch die Busse hier keinen richtigen Fahrplan, sondern es wird nur angegeben, in welchem Zeitabständen der Bus fährt und in welchem Rhythmus. Das sollte aber eher als grobe Orientierung dienen und hat mit deutscher Pünktlichkeit wenig zu tun, abhängig von der aktuellen Verkehrslage und dem Wetter (ja bei Regen dauert so eine Busfahrt schon mal erheblich länger) kommen so die Busse eher ungeplant an und man sollte beim Bus fahren etwas mehr Zeit einplanen, da man durchaus mal 10-15 Minuten auf einen Bus warten muss. Aber inzwischen gibt es Apps, die tatsächlich ganz gut funktionieren und einem relativ genau anzeigen, wann der Bus ankommt (der Test, ob das bei Regen auch noch gilt, steht bisher noch aus).

Natürlich war die erste Woche auch dazu da, das Essen zu genießen. Auch wenn ich in Deutschland das ein oder andre Mal versucht habe, einige Speisen nachzukochen, muss man einfach einsehen, dass es hier vor Ort um ein vielfaches besser schmeckt. Dumplings, Baozi, Sushi, Sashimi, Bubble Tee, Matcha, Wan-Tan Suppe,.... Es bleibt einfach das Land des guten Essens. In einem der unzähligen Teeläden in dem ich die Tage war, lief sogar deutscher Hip Hop (wenn man das nicht erwartete dauert es tatsächlich eine ganze Weile eh man selber merkt, dass das gerade deutsch ist), aber die Angestellten haben mir gesagt, sie verstehen kein Wort und wussten nicht mal, dass es ein deutscher Text ist. Wettertechnisch hat sich Taiwan am Wochenende von seiner "besten" Seite gezeigt. Da gerade Taifun-Saison ist, hat natürlich ein Taifun nicht lange auf sich warten lassen und bescherte uns ein regenreiches Wochenende. Ich kann mich nicht erinnern, dass es das letzte Mal so arg geregnet hätte (oder ich bin bei solchem Wetter nicht wirklich draußen gewesen). Ein Schirm war teilweise wirklich sinnfrei, weil der Regen, dank Wind, trotzdem von vorne, hinten und der Seite kam. Flip Flops waren so das einzige Schuhwerk (Gummistiefel wären wahrscheinlich auch noch gegangen), was wirklich sinnvoll erschien, um die endlosen Pfützen zu durchqueren- an ein überqueren war nicht mehr zu denken. Aber als das Wetter minimal besser wurde, konnten wir immerhin mal etwas raus gehen. So hatten wir vom Fluss aus einen sehr schönen Blick auf das Campus Gelände.

Die Woche hat dann auch der Sprachkurs an der Uni angefangen. Wir sind zum Glück nur 7 Studenten in unserem Kurs und hatten bis jetzt eine Menge zu lachen. Keiner von uns nimmt bisher seine Fehler allzu schwer und man kann darüber lachen, was jeder so von sich gibt. So wird die Lehrerin als alt betitelt oder der Mitschüler anstatt bei seinem Namen mit sterbendem Pferd angesprochen. Wenn alles so bleibt ist auch ein Jahr mehr als man studieren müsste vollkommen ok :)

Mal sehen, was das Wochenende so bringt- das Wetter soll zumindest erstmal so schön sommerlich warm bleiben.

 

Ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche.

 

Liebste Grüße

Niggy

 

NCCU Campus

IMG_9757.JPG

Blick vom Campus auf die Umgebung

IMG 1964

 

IMG_9766_Fotor_Collage.jpg

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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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