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8. April 2012 7 08 /04 /April /2012 14:26

 

Hallo meine Lieben,

ich hoffe euch geht es allen gut in Deutschland, bei leckerem Essen und Schoki-Osterhasen. Ich hoffe ein Kinderschokolade-Osterhase überlebt es bis ich wieder komme (bitte Mama)! In Taiwan kennt man kein Ostern, wird aus Weihnachten noch was gemacht, weiß man nicht mal, dass gerade Ostern ist! Unbewusst kam daher mein „Ostererlebnis”. Normal bekommen wir am 05. eines jeden Monats Gehalt, da aber Jojo diese Woche die Manufaktur leitet und Chefin Besuch hatte, gab es bis zum Feierabend nur das Gehalt aufs Konto. Als Praktikant bekommt ich aber einen Teil, keiner weiß warum, bar ausgezahlt. So mach ich Freitagmittag irgendwann meine Schreibtischschublade auf, da ich meine Preisliste brauche und was seh ich da, meinen kleinen braunen Gehaltsumschlag. Hätte mir jemand gesagt, dass ich dieses Mal suchen muss, hätte ich den Umschlag sicher eher gefunden!

Ansonsten hab ich seit einigen Tagen viele neue Mitbewohner, aus irgendeinem Grund hab ich Ameisen in der Wohnung, mal mehr, mal weniger. Sie laufen die Wand hoch und runter und vergnügen sich auf meinem Schreibtisch. Desweiteren beherberge ich noch ein undefinierbares Saugtierchen in meiner Wohnung, was inzwischen als Buchessendes Tierchen definiert wurde. Das lebt da schon 2 Wochen, ich dachte immer da fehlt ein Stueck Putzt in der Ecke, nur ganz klein, aber plötzlich fehlte der Putz an einer anderen Stelle und so hab ich mir das „Loch“ mal genauer angeschaut. Es war ein komisches kleines Tierchen, dass sich nur seitwärts saugend fortbewegen konnte! Meine Haarspray Attacke hat leider nicht den gewünschten Erfolg erzielt und am nächsten Morgen war das Loch weder an der einen noch an der anderen Stelle!

Aber Krabbeltierchen sind hier eh nichts Ungewöhnliches!

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Diese nette kleine Spinne hing am Mittwoch in unserem Weg! Wir hatten Mittwoch einen Feiertag um unseren verstorbenen Vorahnen zu gedenken! Wir haben die Zeit genutzt und sind zum Märtyrer Schrein. Um den Weg etwas interessanter zu gestalten sind wir etwas durch die Berge gelaufen. Vorbei an Tempelchen und kleinen Figuren, riesen Spinnen und gefühlten 1000 Mücken, kamen wir dann pünktlich zur Wachablösung an. Das dauert dann auch etwas, eh die sich ablösen: zeitlupenartiges Marschieren, eine kleine akrobatische Darbietung mit den Waffen, weiter marschieren und dann stehen zwei neue auf den Podesten. Für so einen Wechsel braucht man auch 7 Wachmänner und alle Besucher müssen das Innere des Schreins verlassen. Nach diesem Wechsel haben wir uns den Schrein angeschaut. Pünktlich zum nächsten Wachwechsel wurden wir dann „rausgeschmissen“ und sind fast am Fluss entlang zurück zur MRT Station gelaufen, nur eine ca 4 Meter hohe Mauer hat uns vom Fluss getrennt! Zum Nachtessen, ach wie ich Schweizerdeutsch liebe, die haben so niedliche Begriffe, sind Martina und ich dann auf den Shilin-Nightmarket! Die innen liegenden Stände sind in eine neue Halle umgezogen, dort wurden wir auch fündig. Direkt vor uns wurde unser Essen vorbereitet und so kämpften wir uns durch die Massen an Shrimps, Krebs, Sojasprossen und Ei. Lecker war es auf jeden Fall Zum Nachtisch gab es lecker Erdbeeren (im April) und Aloe Vera mit Honig, dass ist wirklich sehr köstlich!

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Nach zwei weiteren Tagen auf Arbeit stand zum Glück das Wochenende vor der Tür. Am Samstag ging es mit den AIESEC’ern und zwei weiteren Praktikanten nach Banqiao zu den Gärten der Familie Lin und auf den Nachtmarkt! Die Taiwanesen hatten vor allem Freude daran, was wir lecker finden und was wir nicht so mögen! Ich find es immer wieder spannend wie sie von ihrem Leben erzählen und welche Rolle die Eltern in dem Leben der schon Erwachsenen Studenten einnehmen!

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Sonntag bin ich dann mit Martina Richtung Da’an Park, dort findet an Feiertagen und am Wochenende immer ein Blumen und Jade Markt statt. Das sind drei riesige Hallen: eine mit Blumen, eine mit Jade und Schmuck und eine mit Kunstgegenständen! Hier trifft man mal wieder viele Touristen, die sich ihre Souvenirs besorgen! Anschließend sind wir in den Da’an Park, der bekannt ist, als der größte Park Taipei’s, aber so groß ist er gar nicht! In der Mitte ist ein kleiner See mit Vögeln und bei genauerem Hinsehen verwandelten sich die Steine auch in Schildkröten.

So schnell ist auch das Wochenende wieder rum, nächsten Samstag geht’s dann in eine chinesische Oper, aber erstmal stehen 5 Tage auf Arbeit an.

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Liebste Grüße und schöne Ostern euch nochJ

Niggy

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am Märtyrer Schrein


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4. April 2012 3 04 /04 /April /2012 08:52

Hallo meine Lieben,

 

schon wieder  ist eine Woche rum! Bei vier Tagen arbeiten und drei Tagen Wochenende lässt sich das Leben doch aber ertragen! Seit Mittwoch war ein Kommilitone aus Jena bei mir uns so habe ich die Abend zur Abwechslung nicht in der Sprachschule verbracht!

Mittwochabend ging es nach Shida auf einen Nachtmarkt- lokales Essen, lokales Flair, schöner kann man Taiwan und Taipei nicht kennen lernen. Am Donnerstag ging es nach der Arbeit zu einem der vier Berge um Taipei, von allen vier hat man einen super schönen Blick auf die Stadt! Nachdem ich schon im September dort war, dachte ich, dass jetzt das Wetter passt um den „Aufstieg“ erneut zu wagen! An dem Abend sollte sich noch herausstellen, dass nicht der Aufstieg sondern ein kleiner Hund und meine Nichtkenntnis von Iphonefunktionen zur Herausforderung werden. In Deutschland bin ich ja bekanntermaßen kein Hundefreund, in Taiwan hat sich das etwas gelegt. Sie sind nicht meine Freunde, aber die freilebenden Hunde tun mir leid und die machen auch nichts. Die, die an Menschen gewöhnt sind, nerven dann eher mit ihrem „ich-bin-süß-du-musst-mich-lieb-haben“-Blick. Am besten sind ja hier die 1000 Hundesalons, aus denen die kleinen Weggefährten vieler Menschen (oder auch Kinderersatz) gut gepflegt heraus spazieren. Ob nun frisch geföhnt, gefärbt oder einfach nur frisch gestylt, die kleinen Vierbeiner sind hier schon sehr verwöhnt. An dem Donnerstag gabelten wir jedoch einen freilebenden Hund auf! Er war etwas anhänglich. Immer wenn man dachte „Jetzt ist er weg“ kam das getippel hinter einem wieder und der kleine Fratz lief wieder putz munter neben einem her! So sahen wir uns gezwungen die Straßenseite zu wechseln, da auch Matthias nicht der größte Hundefreund ist J Also ging es das erste Mal über die 6-spurige Straße. Da die Ampel, die ca. 20 Meter entfernt war, grade auf grün war, dachten wir, wir schaffen es auf die andre Seite und werden ihn dadurch abwimmeln. Falsch gedacht, sein nerviges getippel war wieder da! Bei einer Familie konnten wir ihn dann abwimmeln- zunächst!

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Typisch deutsch-touristisch ausgestattet mit Bier erklommen wir danach also die zig Stufen hinauf auf den Aussichtspunkt! Die Aussicht war wieder grandios und wenn man liest, dass die Aussicht fast schöner ist als die vom 101 bzw derer in nichts nach steht, kann ich das nur bejahen! Nach einigen Mückenstichen, Ekel-Insekten Angriffen und den gelierten Bier später ging es wieder hinunter in das bunte Treiben der Stadt! Und da saß er wieder unser kleiner Freund von vorhin. Und Taps Taps Taps lief er uns wieder nach! Schneller laufen, langsamer laufen und ihn versuchen bei andren Passaten los zu werden, half nichts! Also wieder die 6-spurige Straße als letzte Chance! Im Zick-Zack zweimal über die Straße half aber auch nichts, erst als dann eine Traube Menschen auf uns zu kamen und wir durch die hindurch im Zick Zack und dann uns mit erhöhter Geschwindigkeit von der Menschentraube entfernten, sahen wir den Kleinen nicht wieder! Ich hoffe, es hat uns keiner beobachtet und falls doch, ich hätte ein Video davon, das sah von außen sicherlich herrlich aus, wie wir diesen Hund versuchen los zu werden!

Dem bunten Stadttrubel entflohen wir auch am Freitag nach Yangminshan! Zum Glück hatte Matthias mir freie Hand bei dem Freitagsausflug gegeben und dank meiner China Messe bekam ich den Tag bezahlt frei, eine Premiere in Taiwan für mich J Mit einem Bus ging es hoch hinauf in die Berge, sobald man aus der Stadt draußen ist, hat man einige schöne Berglandschaften und vor allem schöne klare Luft! Taipei ist wirklich eine schöne Metropole zum Leben! Angekommen in dem Park fühlten wir uns immer wieder von den Wegweisern veralbert, die zeigen erst weniger an, später mehr, so wirklich klar war uns das nicht! Dennoch begaben wir uns durch den Wald zum Yangminshan Park, welcher mit kleinen Pfaden, Flüsschen, Blumen und kleinen Brunnen wirklich schön angelegt ist! Den Schildern folgten wir zu zwei kleineren Wasserfällen und zu der bekannten Blumenuhr! Am besten sind in dem Park die Warnschilder, welche vor tiefem Wasser warnen, was vll 40-50 cm tief ist! Die Umgebung da oben ist wirklich schön, nur leider ist die Nutzung der Buse in dem Gebiet nicht wirklich gut für Touristen erklärt!

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Nachdem wir wieder im Stadtleben angekommen sind, haben wir uns mit Martina getroffen. Abends haben wir uns dann das Taipei’er Clubleben vorgenommen. Vor kurzem erst hat ein neuer Club direkt am 101 aufgemacht. Auf der Dachterrasse kann man einen direkten Blick auf den 101 genießen. Frühs haben wir dann Matthias noch zurück zum Hostel gebracht und es ging für ihn weiter nach Indien.

Am Samstag haben sich Martina und ich dann den schönen Dingen des Lebens gewidmet und uns wenig Stress gemacht. Etwas Shoppen gehen und alle Besorgungen für die nahe Zukunft erledigt! Also an uns kann es nicht liegen, wenn es der taiwanesischen Wirtschaft mal schlecht gehen söllte!

Ansonsten setzt grade auf Arbeit eine Mitarbeiterrotation ein, Ivan, der russische Praktikant, ist zurück nach Russland und Mei, eine Designerin, hatte gestern ihren letzten Tag. Dafür haben wir drei neue: Vicky im Controlling und Daniel und ein älterer Mann (dessen Namen ich gar nicht kenne) im Einkauf.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag. Ich habe heute Feiertag, da man heute in Taiwan seinen Vorfahren gedenkt! :)

Liebste Grüße

Niggy

DPP_427.JPGAuszeit auf taiwanesische Art ;)

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27. März 2012 2 27 /03 /März /2012 12:28

 

Hallo meine Lieben,

 

Die letzte Woche war vor allem durch das schwankende Wetter in Taipei geprägt. Am Donnerstag hatte ich dann ein kleines Arbeitshighlight, meine Kunden aus Italien kamen zu Besuch und wir hatten ein recht langes Meeting! Da sitzen also Taiwanesn, Italiener und ich als Deutsche in einem Raum und man merkt jedem seine Herkunft an und kann in so einer Runde die Unterschiede sehr extrem sehen! Seit Anfang März habe ich auch mal wieder einen neuen Sprachkurs, neue Lehrerin und neue Mitstreiter. Bis jetzt finde ich den Kurs, sowohl von Lehrer als auch Schülerseite, am Besten. Wir sind eine buntgemischte Truppe bestehend aus einer Koreanerin, einem Kanadier, einem Deutsch-Polen, einem Franzosen-Taiwanesen und mir als Deutsche! Man lernt immer was von den anderen Ländern hinzu und tauscht sich aus! Gestern haben wir die Unterschiede zwischen Spitznamen gehabt. Bei mir wurde festgestellt, Niggy ist der Spitzname denen einen die Eltern im Kindesalter geben. Hier rufen viele ihre Kinder 小胖“ (xiao pang), was soviel bedeutet wie kleines Dickerchen. Da bin ich mit meinem Spitznamen doch ganz zufrieden. Meine Lehrerin würde mich im übrigen: Kitty oder Pinky nennen, da schon Wetten abgeschlossen wurden, ob ich mal ohne ein pinkes Kleidungsstück kommen würde. So macht Sprachunterricht auf jedenfall Spaß.

Aber nun zu meinem Wochenende. Am Samstagmorgen wurde ich zunächst von leichter Musik geweckt, später kam dann etwas Getrommel hinzu, so ist das eben, wenn man an einer größeren Straße wohnt! Eine kleine Parade zog zunächst etwas entfernt an meinem Haus vorbei. Von der Dachterasse aus, konnte ich das etwas sehen, so eine Dachterasse ist auch sehr praktisch, da kann man einfach im Schlafanzug alles von oben beobachten! Nachmittags ging es dann weiter und die Parade zog direkt an meinem Haus vorbei und da ich an der Ecke wohne, hatte ich viel davon, da sie genau da abbogen! Also erst das Spektakel wieder von oben beobachten, feststellen, dass es diesmal etwas größer ist  und dann doch mal runter gehen und das Ganze aus der Nähe betrachten! Drachen, Monster, kleine auf Wagen verladene Tempelchen mit Gottheiten zogen da an mir vorbei und inzwischen bin ich schon dran gewöhnt, das man als Ausländer bei sowas auch zur Attraktion wird! Wenn die kleinen Tempelchen kamen, kam auch immer jemand mit Räucherstäbchen, da wurde sich leicht verneigt, das Obst und das Essen, was auf den Tischen vor den Häusern stand, wurde gehuldigt und weiter zogen sie. So ein buntes treiben ist ganz witzig, das will ich auch in Deutschland mal erleben, dass die Straße nicht wirklich gesperrt ist und sich so Autofahrer und der Umzug die Straße teilen! Das macht das Leben hier wirklich aus, der Umzug startet aus dem Nichts und recht zügig ist das bunte Treiben auch wieder vorbei!DPP_376.JPG

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Am Sonntag ging es, nachdem ich recht früh wach war für ein Wochenende, zunächst an den Longshan Tempel. Am Morgen herrscht dort ein ganz anderes Flair als am Abend. Vor dem Tempel ist ein kleines Wasserbecken und das Wasser spritzte zu ruhiger Musik mal höher und mal tiefer, mal mehr und mal weniger. Sowas ist ungemein beruhigend, vor allem wenn man strahlend blauen Himmel und Sonnenschein hat. Im Tempel saßen dann viele Menschen mit ihren Gebetsbüchern und widmeten sich ihrem Glauben. Wie auch Abends gibt es viele Menschen die mit ihren Räucherstäbchen in der Hand von Gottheit zu Gottheit ziehen, sich verneigen und beten!

Nach dieser sonntaglichen Einstimmung auf den Tag (es ist ja schon fast wie in Deutschland, wenn man Sonntagmorgen in eine Gebetsstätte geht) ging es mit Martina nach Beitou, genauer gesagt nach Xinbeitou also das Neue Beitou! Dort wurden unter der japanischen Herrschaft die Hot Springs erschlossen und ziehen heutzutage allerlei Touristen an. Man kann einen Vulkangrater mit Schwefelbad sehen, was wirklich schön ist. Dampfendes Wasser, der Schwefelgerucht und –geschmack war auch ganicht so schlimm wie gedacht. Wenn dann ein kleiner Windstoß kommt und den Dampf über dem Wasser so hin und her bewegt, ist das schon sehr beeindruckend! Das Wetter am Sonntag war wirklich traumhaft, da der Wind noch etwas kühl war, haben wir uns entschlossen ein Bad in den Hot Springs zu nehmen. Denn wenn es noch wärmer wird, ist das garnicht mehr so schön. Man hat in Beitou die Wahl zwischen einem öffentlichen Bad, was aber wohl ein ziemlicher Fleischmarkt sein soll und Touristen dann auch gerne an die Hotels verwiesen werden. So haben wir uns den Luxus gegönnt und sind in ein Hotel 水都“ gegangen. Oben auf dem Dach konnten wir in vier verschiedenen Becken unseren ganzen Körper und in einem weiteren unsere Füße in dem schwefelhaltigen Bad verwöhnen. Ein bischen Wassermassage hier und da, zwei sehr heiße Becken, in denen wir garnicht so lange bleiben konnten, viel Entspannung, so lies sich das Leben genießen. Da will man garnicht mehr raus!

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Unsere Feststellung war, man lebt in Beitou schon ganz schön am Arsch der Welt, aber ein sehr schöner Arsch J Es liegt schon etwas in den Bergen, trotz der Touristen ist es nicht wirklich voll, alles verläuft sich sehr schön! Bei dem traumhaften Wetter ist da in den Bergen besonders schön.

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche, ich hab Freitag zum Glück frei und bekomme Besuch und kommende Woche ist auch nur eine vier Tage Woche, da freut mich sich schon etwas :)

 

Liebste Grüße aus Taipei!

Niggy

 

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20. März 2012 2 20 /03 /März /2012 13:54


Den Satz bekam ich am Wochenende zu hören- wie ich finde eine Ehre, ein Kompliment. Ich fühl mich auch immer mehr heimisch hier. Meine neue Wohnung unterstützt das auch noch. Gab es in den ersten zwei Wohnungen noch den Müllservice, muss ich ab jetzt meinen Müll selber weg schaffen. Durch das Gedudel hört man das Müllauto schon von etwas weiter weg. An meiner Hausecke kommt das gegen 19 Uhr, somit kann ich meinen Müll nur Dienstag und Donnerstag weg schaffen! Bis jetzt hab ich meinen Müll immer mit auf Arbeit genommen, durch die vielen Pappverpackungen musste das aber doch mal an so ein Auto geschafft werden. Vorne ein Auto für frischen Müll hinten für Pappe und Plaste, die Mülltüte wird dem oder der freundlichen Helfer/ in auf dem Auto gereicht und weg ist der Müll! Nun wohn ich hier auch schon wieder einen Monat J So schnell vergeht die Zeit!

Aber nun zu letzter Woche! Am Donnerstag war im Büro nicht so viel los und so konnte ich recht pünktlich Schluss machen. Ein guter Tag um pünktlich heim zu gehen: es war noch hell und es war schön warm und so nahm ich mir die Karte und wollte mal zum Flussufer laufen, da müsste ich auf einen Park stoßen. Dank meines Freundes, wusste ich seit Dezember auch, wo ich auf der Karte bin, vorher hatte ich so ein grobes Feld von wenigen Quadratkilometern in denen ich dachte, zu wohnen. Und so konnte ich zielgerichtet und doch etwas planlos los laufen. Eigentlich garnicht schwer, man muss nur dem Highway folgen, der 20 Meter über der normalen Straße liegt, der mündet irgendwann in einen anderen Highway und dort müsste der Fluss sein. Wie gesagt müsste! Ich stand vor einer riesigen Mauer, die immerhin von Pflanzen besiedelt war! Dahinter musste also der Fluss und der Park sein, man braucht nur ein Loch durch das man auf die andere Seite kommt. Scheinbar sah ich etwas planlos aus und so sprach mich ein Phillippino (Larry) an und zeigte mir das nächste Loch um die Mauer zu passieren. Und da sah es tatsächlich aus, wie auf meiner Karte: erst Park dann Fluss! Ein Basketballfeld unterhalb des Highway-Kreuzes (immernoch ca. 20 Meter über uns), eine kleine grüne Oase am Wasser, manche gehen hier laufen, manche fahren Rad und ich entscheide mich da etwas langzuschlendern und Larry entschied sich, mir Gesellschaft zu leisten! Und ich musste an dem Abend immer wieder feststellen, wie gut wir Deutschen es haben. Als erstes hab ich mich natürlich gefreut, wieder einen neuen Park entdeckt zu haben, aber wieder hört man Scooter und Autos, so wirklich Ruhe in der Natur findet man eben doch nur am Rande der Stadt! Da freu ich mich schon ein bischen wenn ich zurück nach Hause komme, vor allem in Suhl, wo man keine Minuten braucht und im Thüringer Wald spazieren gehen kann! Mein neuer Weggefährte stellte sich als sehr nett heraus. Das er von den Phillippinen kommt wusste ich schon, zu erst hab ich natürlich die Chance genutzt mir wertvolle Reisetips geben zu lassen. Und dann erzählte er mir, dass er in Taiwan ist, um zu arbeiten. Er und seine Freunde arbeiten so ziemlich in jeder Fabrik, die es gibt, um Geld zu verdienen. Das Geld behalten sie nicht selber, sondern das schicken sie zurück nach Hause, damit ihre Familien Geld haben! Das machen hier viele Phillippinos, Indonesier und Thailänder so, da in Taiwan das Gehalt so hoch ist. Was für uns Deutsche ein absolut schlechtes Gehalt ist, ein Uni Absolvent fängt hier bspw mit einem Einstiegsgehalt von rund 570 Euro an, ist für die recht viel! Trotzdem reicht es nicht aus, damit sie auch nach Hause fliegen können! Er fährt fast alles mit dem Fahrrad, weil Bus und MRT teuer sind, wobei die teuerste Fahrt quer durch die ganze Stadt 1,43 Euro kostet, ich glaube man zahlt in Jena für einen Fahrt schon 1,70 Euro! Da kann man nur feststellen, dass es einem selber sehr gut geht, ich schicke weder Fahrräder noch andre nützliche Dinge nach Hause, maximal kleine Geschenke werden per Post verschickt. Mein Gehalt „darf“ ich zum Glück auch für mich behalten.

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Am Wochenende ging es dann zum Präsidentengebäude in Taipei. Unweit von der Mainstation in Taipei ist das National University Hospital und der 2-28 Peace Memorial Park, von dort ging es recht schnell zu dem Präsidentengebäude. Man darf nur von der gegenüberliegenden Seite Bilder machen und die Straße darf man auch nur an ausgewählten Stellen überqueren! Da es am Wochenende über 30 Grad waren genossen wir danach das Wetter im Park und sind anschließend nach Ximen gelaufen. Alles ganz nah bei einander, so groß ist Taipei vielleicht doch nicht, naja gut schon Taiwan ist nicht allzu groß J Dort gab es lecker thailändisches Mittag und danach ein Eis. Am späten Nachmittag ging es dann zu der Newie Konferenz der AIESEC’er und ich habe wieder festgestellt, wie schön doch deren Campus ist. Ich pack irgendwann im August also meinen Koffer und packe ein: den Campus, taiwanesisches Essen als Notration für Deutschland und zum Überleben der ersten Tage und mir fallen bis dahin sicherlich noch 2-3 weitere Dinge ein.

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Präsidentengebäude

DPP_360.JPGEis :) Mit Erdbeeren und Schoko-Bananen!

Ich wünsche euch erstmal eine schöne Woche.

Liebste Grüße aus Taipei,

Eure Niggy

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10. März 2012 6 10 /03 /März /2012 12:54

 

Nach 7-Monatiger Abstinenz und diversen Besuchen auf Beauty-Messe konnte ich nicht mehr anders und entschied mich zum Experiment „Friseur in Taiwan“! Ja leider habe ich mein Vorhaben, ein Jahr ohne, doch nicht geschafft! Tatsächlich ist so Friseurbesuch einen ganzen Blogeintrag wert (für alle Männer an der Stelle 2 Absätze weiter springen, hier geht es zunächst nur um weltbewegende Frauenproblemchen)!

 

Da ja nun die Asiaten bekanntlichermaßen andere Haare haben als wir Langnasen, habe ich ja schon in Deutschland präventiv meine Haare wieder braun gemacht, um hier ja nicht blond nachfärben zu müssen und wie sich dann herausstellte auch, um meinem Freund besser zu gefallen J Färben musste ich also schon mal nicht J Glück gehabt, obwohl es hier billig sein soll, aber dem Frieden vertrau ich noch nicht ganz. Waschen, Schneiden, Föhnen  sollte ja nun aber kein Problem sein. Das Problem war schon vor meiner Reise definiert, wie Kleopatra möchte ich nach dem Haare schneiden bitte nicht aussehen und das dürfte schwierig werden, da das der Asiaten liebster Look ist: vorne genauso gerade wie hinten und das ohne jegliche Stufen!

 

Das Problem löste sich aber recht schnell! Erstens arbeite ich ja in einem Unternehmen, das die Ausstattung für Friseure und Beauty Salons herstellt und zweitens stellte sich schon in den ersten Wochen heraus, das Jojo, die Tochter vom Chef und einen gute Freundin, einen sehr schönen, westlich angehauchten Haarschnitt hat. Fazit: einfach zu dem Friseur gehen und man hat keine Probleme und ansonsten sollten mein Chef uns seine Frau in Taiwan wohl genügen Läden kennen J Nachdem ich nun also 7 Monate Zeit hatte, mich an den Gedanken, meiner geliebten deutschen Friseurin fremdzugehen, zu gewöhnen, konnte ich nun entspannt an die Sache gehen.

Eigentlich sollte ich mir den heutigen Nachmittag von meinem Chef bezahlen lassen, immerhin habe ich die Produkte auf europäische Tauglichkeit getestet, quasi Praxistest! Und den haben sie sehr gut überstanden. Angekommen bekam ich zunächst einen Tee und eine Massage: meine Nacken und Schultern wurde schön durchgeknetet. Weiter ging es dann im Shampoo Chair und der junge Mann der sich eben meinen Schultern gewidmet hatte, verwöhnte nun meinen Kopf. Also ich muss sagen, den will ich mit nach Deutschland nehmen ;) Schon beim Testen unserer Shampoo-Einheiten im Showroom und auf den Messen fand ich die Kopfablage immer wieder sehr bequem und auch diesen Praxistest haben sie mit bravour bestanden. Die Kopfablage bzw. Nackenstütze ist einfach so bequem und gepolstert, da kann man glatt einschlafen. Wie man auf dem Bild und schwer erkennen kann ist der asiatische Stil dieser Wascheinheiten liegend und nicht, wie in Europa weit verbreitet, sitzend. Man wird auch zugedeckt, dass man nicht friert. Die Stirn wird mit etwas abgeklebt, das ja nicht das spritzende Wasser das Make-Up der Kundin zerstört. Und dann ging es los: ein Traum von 40 Minuten Haare waschen! Shampooing inklusive Kopfmassage 1 und 2 und dann die Pflegespülung, bei der ich angewärmte Waschlappen oder Handtücher in den Nacken und auf den Kopf bekam und so, keine Ahnung wie lang, ausruhen durfte, damit mir ja nicht kalt wird, bekam ich noch eine extra Decke auf den Oberkörper. Nach dem Verwöhnprogramm wurde ich dann übergeben an den Hair-Designer, ja der junge Mann durfte nur bei den andren schneiden, bei mir durfte sich (ich glaube) der Chef austoben! Ja nicht zu viel abschneiden war die Anweisung und ja nicht danach wie Kleopatra aussehen, hat er ganz gut hinbekommen! Fazit: Das mit dem Waschen und Massieren muss so auch in Europa Standard werden, vor allem die Produkte, bitte alle bei mir bestellen, dann bekomme ich viele Boni :D

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Nun aber zu auch männertauglichen Themen ;) Freitagabend nach der Arbeit ging es mal wieder zum Nachtessen, wie die Schweizer so schön sagen J Mit meinen Kollegen ging es zum Koreaner. Den Hass von Vincent und Mei (den zwei Designern bei uns) habe ich mir schon beim Verlassen des Büros auf mich gezogen. Mit meiner Aussage, dass man doch die 20 Minuten auch laufen kann, hab ich sie geschockt, aber sie meinten es sei ok. Also liefen wir, sehr langsam, wirklich sehr langsam! Taiwanesen sind ja nicht fürs schnelllaufen geborgen und auch nicht zum allzu weit laufen. Sie hätten ja auch einfach Nein sagen können, anstatt auf die Praktikantin zu hören. Mit der MRT ging es dann in die Stadt, ein bischen abbiegen hier und da und zack standen wir in einem Essens-Paradies, also nicht, dass fast ganz Taiwan sowas wir ein Paradies für Essen ist, aber hier gab es nur lecker aussehende Restaurants! In eines davon gingen also um Korean BBQ zu essen. Danach gingen wir noch was trinken.

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Was mag das wohl sein (bitte das hintere Glas betrachten)?DPP_350-Kopie-1.JPG

 

Sieht aus wie ein Bierglas, vielleicht etwas wenig Schaum, aber ich dachte, wir würden eventuell das absolute Sauferparadies in Taipei finden. Weit gefehlt! Was hier alle trinken ist, wie sollte es auch anders sein, Tee. Naja logisch draußen stand auch Teehaus dran, nur Teegläser sehen in Europa gewöhnlich anders aus. Tausende Teesorten machten mir gestern Abend die Entscheidung schwer, und so lies ich mir einen Erdbeer-Milch-Tee empfehlen.

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Wie das Bild nun zeigt, war dies eine gute Entscheidung, denn die farbliche Anpassung des Tee’s an mich hätte nicht besser sein können! J Vielleicht etwas süß, aber wirklich lecker!

So meine Lieben, ich hoffe euer WE ist genauso entspannt wie meins J

Liebste Grüße aus Taipei

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8. März 2012 4 08 /03 /März /2012 11:48

Nachdem das vergangene Wochenende (25.-28.02.) verlängert, aber für mich dennoch verkürzt, war, ging es Dienstag nach Guangzhou für meinen Chef, seine Tochter und mich. Montagabend bekam ich zur „langfristigen“ Lebensplanung eine SMS ich solle Dienstag doch 9:30 Uhr anstatt 11:30 Uhr im Büro sein, also ausschlafen gestrichen und ab ins Büro zum vorbereiten! Das hatte meinen schönen Montag doch etwas unschön ausklingen lassen. Der Montag war wirklich schön, nachdem wir, Martina, Pierre und ich, Sonntagabend weg waren, haben wir zunächst ausgeschlafen und sind danach ins Headquarter von ASUS zum schwimmen, naja gut wir waren mehr im SPA Bereich und haben entspannt. Danach noch lecker Sushi zum Essen und ab nach Hause- ein richtiger Mädelsabend.

 

Dienstag ging es dann also ins Büro, zum Flughafen und ab nach Guangzhou. Abends ging es dann gleich noch zum Essen mit Kunden von uns, nach all dem, was man so von der Provinz Guangdong so hört, hatte ich vor dem Essen schon etwas Angst. Der Eingangsbereich des Restaurants war auch schon vielversprechend, alle Fischsorten, Krokodil, irgendwelche Füße und sonstige Sachen, die man lieber nicht sehen soll. Unser Essen war aber sehr lecker. Am nächsten Morgen ging dann unser Messeunheil los, unsere Güter steckten dank andren taiwanesischen Sachen im Zoll fest und sollten zunächst am Nachmittag ankommen. Aus Nachmittag wurde Nachts, aus Nacht der nächste Morgen, der nächste Abend, Freitag und damit wurde dann auch beschlossen, die Produkte fahren zurück nach Taiwan. So stand am Abend zunächst fest: erster Tag ohne Produkte und dann auch die zwei folgenden. „Heute im Angebot: einmal Luft“ Ok ganz so schlimm war es nicht. Abends wurden noch ein paar Sitzecken besorgt. Das Beste an China ist die Arbeitsmoral: mehr Pause als Arbeiten, Hauptsache man ist fertig, aber wie es aussieht, ist nicht ganz wo wichtig. Irgendwo haben die auch einen Knick in der Optik, denn Fehler und unsaubere Arbeit sehen sie nicht, so waren sie auch schnell genervt von unserer Fehleraufzählung, aber wer schon keine Produkte hat, braucht wenigstens einen schönen Stand. Und den hatten wir :) Das Essen auf der Messe war „so gut“, das wir nach dem einem probieren lieber auf das McDonalds-Essen umgestiegen sind. In China ist aber auch Messe eine recht interessante Erfahrung, später kommen und eher gehen war da normal. Und man wurde auch abends rausgeschmissen. Eine Stunde vor Ende kam eine Durchsage, die auf den baldigen Feierabend hingewiesen hat, danach wurde die Musik in der Halle auf eine Lautstärke erhöht, das man sich mit den Kunden nicht mehr unterhalten konnte und 45 bis 30 Minuten vor dem Ende kam ein netter Wachmann und hat das Licht ausgemacht! Aber so hatten wir von den Abenden noch was und konnten die Umgebung des Hotels erkunden. Nachdem wir den ersten Abend am Pearl River waren, ging es die kommenden Tage zu einer Pagode in einem Park, in die man leider nicht rein gehen konnte und auf den Canton Tower. Der Canton Tower bietet an sich eine schöne Aussicht über die Stadt, leider war es etwas diesig und die Luft verschmutzt, weshalb der Ausblick nicht wirklich weit war.DPP_321.JPGDPP_319.JPG

Canton Tower

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Der letzte Tag der Messe sollte geplant eher zu Ende gehen, aber nicht ganz so früh, wie es dann war: schon ab Mittag wurde abgebaut. Wir hatten ja nicht so viel zum Abbauen, also konnten wir gleich gehen und so ging es zu einer Kundin. Ein riesen Friseurladen und mitten drinnen unsere Produkte. Am liebsten hätte ich gewartet, bis die Kunden fertig sind und dann gefragt, wie bequem es war, oder es selbst ausprobiert. Nach der Besichtigung haben sich Chef und die Chefin des Salons dann übers Geschäft unterhalten und Jojo und ich sind shoppen gegangen  Manche in Guangzhou haben noch nie Ausländer gesehen und so wurden wir in einem Geschäft mit vielen bunten Kleidern und schönen Taschen zum absoluten Highlight. Zwei Kundinnen und 6 Verkäuferinnen waren das Resultat und eine Tasche, die ich jetzt mein Eigen nennen kann. Danach haben wir das zweite Mal in Guangzhou super lecker gegessen und sind nochmal zusammen mit dem Chef durch die Shopping-Mall, aber das macht natürlich nur halb so viel Spaß, ich will ja schließlich nicht mit meinem Chef shoppen gehen. :)

 

Am Sonntag ging es dann endlich wieder in mein geliebtes Taiwan, aber darauf mussten wir zwei Stunden warten, da erst drei Passagiere fehlten, deren Gepäck aber schon im Flieger war. Danach war angeblich in Taipei zu schlechtes Wetter, laut Chefin und Jojo’s Freund war in Taipei aber strahlender Sonnenschein. Und so warteten wir bis es endlich zurück nach Hause ging! Dienstag stand dann auch schon wieder ein Geschäftsessen mit dem Chef von KPSS aus Japan und seinen Vertretern aus Singapore auf dem Programm! Wieder ein chinesisches Restaurant, sogar eines der besten in Taipei, aber leider gab es erstmal zu viel Fleisch, aber so hatte ich genügend Platz für den Nachtisch. Ich freu mich zumindest endlich wieder jeden Tag taiwanesisches Essen zu haben und genießen zu können <3 Jetzt gilt es also die kommenden Monate einen Pan zu entwickeln, wie ich in Deutschland nicht verhungern werde. :)

 

Liebste Grüße nach Deutschland ;)

 

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Nüsse essen (oder was auch immer)

DPP_317.JPGund die Schalen einfach fallen lassen :D

 

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26. Februar 2012 7 26 /02 /Februar /2012 05:12

 

Ja meine Lieben, so schnell kann es gehen, so schnell sind 6 Monate um. Meine beste Freundin hat vor meiner Abreise mal ausgerechnet, wie viel ein Jahr ist, nun ist die Hälfte schon vorbei. D.h. 182 Tage, 4.380 Stunden, 26.2800 Minuten. Das heißt aber auch nur noch so wenig Zeit bleibt mir in meiner geliebten zweiten Heimat, vorerst!

Vor einem halben Jahr stand ich nun am Frankfurter Flughafen, samt Gepäck und falschem Flugticket. Zum Glück war in Deutschland Papa noch da und hat das Problemchen schnell gelöst! Nach über neun Stunden Flug kam ich zunächst in Beijing an. „Schmatzende, rülpsende, rotzende“ Wesen empfingen mich dort, nicht ganz so freundlich, etwas unbeholfen mit Ausländern und vor allem immer die „Abzocke der Langnasen“ im Blick. Schon ein paar Tage später ging es in meine neue Heimat. Von nun an lebte ich in mitten eines Marktes, nur drei Minuten von Arbeit entfernt und von zahlreichen Scootern umgeben. Schon nach wenigen Wochen war klar: die Entscheidung für Taipei und gegen Shanghai war für mich goldrichtig. Die Taiwanesen stellten sich als freundliche, hilfsbereite und offene Menschen heraus, immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand wurden mir geboten. Egal wann und wo, gegenüber Ausländern ist man aufgeschlossen und will ihnen nur die beste Seite Taiwans zeigen. Vor allem die vielen Traditionen, Tempel und das Essen werden einem immer wieder gezeigt. So war das halbe Jahr geprägt von Neuigkeiten die täglich auf mich „einprasselten“ und an fast allen Dingen fande und finde ich gefallen. Nachdem ich nach den ersten Monaten ein kleines Heimweh nach deutschen Essen verspürte, hat mein Magen nun eher Angst, wie er ohne das taiwanesische Essen leben soll! Das Dudeln des Müllautos gehörte von dort an genauso zu meinen Alltagen wie die ständig übervolle MRT. Wie sehr ich mich an die Gegebenheiten anpasse und sie als normal ansehe, haben mir vor allem der Besuch meines Freunds und meiner Familie gezeigt. Am meisten soll sich mein Essverhalten verändert haben. So hab ich in meiner Kindheit meiner Mama regelmäßig mit doppeltem Kochen gestresst und hier ess‘ oder zumindest probier ich fast alles! Vor allem meine Arbeit hat ihren Anspruch „Wir werden während der Zeit deine Familie in Taiwan sein“ sehr gut erfüllt! Durch die schöne Atmosphäre dort, fällt vieles sehr leicht und jedes noch so großes Problem wird im Handumdrehen gelöst.

Ein halbes Jahr Taiwan bedeutet vor allem viel Arbeit, viele neue Freunde, viele Wochenenden in und um Taipei, einige verbrachte ich auch im Landesinneren, zwei Umzüge und drei Wohnungen kann ich bis jetzt ebenso verbuchen wie eine spannende Woche in Hong-Kong und eine super spannende Woche mit meiner Familie durch Taiwan. Ein weiteres Highlight war natürlich auch der Besuch meines Freundes im Dezember. In Taiwan konnte ich die ersten Erfahrungen mit kleinen Erdbebchen machen- etwas wackeln hier, etwas ruckeln dort, aber bisher immer halb so schlimm!

Mein „Jubiläumswochenende“ ist zum Glück ein verlängertes Wochenende dank Feiertag am Dienstag, an dem es für mich aber schon wieder nach Guangzhou geht! Trotzdem haben wir das Wochenende schön eingeläutet. Freitagabend gab es lecker Koreanisch und danach beim schlendern über einen Nachtmarkt und netten Gesprächen noch ein kleines Dessert! Samstag ging es dann trotz Dauerregen der sich in Taipei eingestellt hat nach Wulai. Diesmal ohne gebuchte Tour ging es mit einem Bus ca. 40 Minuten in die Berge nach Wulai. Eine etwas abenteuerliche Fahrt die Art Serpentinen hoch und eine typisch taiwanesische Busfahrt war überstanden. Bus fahren ist hier wirklich etwas witzig- die Busfahrer fahren etwas ruckiger als in Deutschland, hartes bremsen und plötzliches lenken, man sollte also einen festen Stand haben um heil anzukommen. Da mir die Show in dem Kulturcenter dort das erste Mal sehr gefallen hat, sind wir nochmal dorthin. Da ich wusste, dass die erste Reihe mit machen muss bei der Show, war ich ganz froh, dass die schon besetzt war! In einer Reihe nicht gleich zum mitmachen verpflichtet, nahmen wir also Platz und schauten die Show an. Am Ende sollten dann wie schon beim ersten Mal alle auf der Bühne bei der Hochzeitszeremonie mit machen und mit tanzen. Leider ist dabei meine Taktik mit dem hinten sitzen nicht aufgegangen und ich musste mich mit einem der Ureinwohner verheiraten lassen. Schon in Deutschland habe ich immer das Glück bei solchen Sachen auserwählt zu werden! Naja nun bin ich eben „verheiratet“ und wurde am Ende durch den Saal getragen (siehe Bild unten).

IMG_3858.JPG

Danach haben wir uns das Essen auf dem Markt schmecken lassen und zum Nachtisch gab es frische Erdbeeren mit Schokosoße und das im Februar, sehr lecker J

Heute werde ich mich mal wieder ans packen machen, diesmal zum Glück nur für eine Woche und nicht wieder für einen Umzug!

Euch wünsche ich noch einen schönes Wochenende.

Liebste Grüße

Niggy

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17. Februar 2012 5 17 /02 /Februar /2012 11:19

 

 

Hallo meine Lieben,


Ich reich erst einmal die Videos von letzter Woche nach, unten hängen dann noch zwei weitere dran;)


 

Nach einem halben Jahr könnte hier durchaus mal sowas wie Routine einkehren, aber weit gefehlt. Die Woche stand mal wieder etwas mehr „Aufregung“ auf dem Plan.

Letzten Freitag komm ich also Abends heim und lese eine Mail, Einleitung: ich soll mir keine Sorgen machen, das wird schon alles und die AIESECer kümmern sich da schon drum. Weiter ging es mit: deine Wohnung ist illegal und wir haben 10 Tage eine neue zu finden, an dem Tag schon nur noch 8! Da fand ich das noch ganz witzig, bisher war ja auch alles zu gut gelaufen, bis auf am ersten Tag, als ich am Flughafen stand und mein Flug weg war, aber das Problem war dank Papa ja schnell behoben. Nun also Problemlösung ohne Papa! Da mir recht schnell vier Wohnungen geschickt wurden, alle samt in der Nähe meines Unternehmens und preislich nicht wirklich viel mehr, blieben meine Nerven vorerst geschont! Einziges Problem, Wohnungen werden in Taiwan für ein Jahr vermietet, aber ich bin nur noch ein halbes Jahr hier! Sonntag dann die Lösung, Freunde meiner Vermieter haben eine Wohnung für mich! Mittwoch wurde die dann besichtigt! Nah bei meiner Arbeit, 13. Stock, 4 Hasen und Bäumchen, soweit der erste Eindruck noch ganz gut! Bis sich diese Wohnungstür öffnete.

Also ich hab ja schon viele Wohnungen gesehen und auch der Zusatz, das da eben grad ein Mann drinne wohnt, machte es nicht besser. Überall lagen Klamotten, was mit dem Zusatz, dass er ja grade am Umziehen sei, entschuldigt wurde. Fragliches Umziehen praktiziert der junge Mann da. Ziemlich dunkel war die Wohnung, dafür recht groß, ich glaub die Größe war das einzig Positive was ich feststellen konnte. Noch fix ein Blick ins Bad riskiert und obwohl ich dachte, schlimmer gehts nicht es ging! Ein Alptraum in blau, aber auch hier die Ausrede es wird ja noch geputzt. Also da hat ne 5-Köpfige Putzkollone 3 Tage lang zu tun, ok das ist vielleicht übertrieben, aber mein empfinden ging schon sehr in die Richtung! Ein leichter Duft von Rauch lag in der Luft und meine Entscheidung stand fest: Nein, da werd ich nicht einziehen! Die Vermieterin meinte doch, ich soll nach 10 Tagen nochmal schauen kommen, dann wäre alles neu und dann könnte sie mir auch ihren Sohn vorstellen, der sei mein Alter und sie findet mich doch so hübsch :D Übrigens hält Taiwanesen auch nichts davon ab, wenn man sagt man hat einen Freund, denn der sei ja in Deutschland, das zählt ja quasi nicht. Ich finde das zählt schon und wollte dann lieber schnell wieder heim. Erstmal Helen und Stephanie anrufen und berichten und auf möglichst schnelles weitersuchen drängen. Das ginge aber erst ab Samstag, also meine Kollegen mobilisiert, die bei den vier Wohnung ung abhanden kommen. Aber Nachmittags ein Anruf, meine Vermieter haben noch jemanden gefunden, der eine Wohnung hat, nach der Arbeit gehts dorthin!

Pünktlich nach der Arbeit also wieder mit meinem Vermieter treffen, der freudestrahlen mit zwei Helmen auf mich wartet. Meine erste Fahrt auf einem Scooter, ist eigentlich ganz witzig! Wackelt etwas hin und her und irgendwie ist die Sicht nicht so gut wie im Auto, aber weniger schlimm als gedacht. Ich glaub selber fahren kann mit so einem kleinen Teil ganz witzig sein. Aber für weite Strecken ist ein Auto definitiv schöner und für kurze gibts ja Fahrräder. Und so weit weg, das wir das nicht auch hätten laufen können war es nicht! Diesmal ging es in der 5. Stock, sauber, geräumig, alles, was man so braucht, vll etwas spärlich eingerichtet aber ok! Und danach noch eine zweite Wohnung im 6. Stock, wieder eine Dachterasse, also das mit der Dachterasse gefällt mir schonmal. Die Wohnung etwas größer als unten, Einrichtung genauso, sauber, passt und das Beste, ein halbes Jahr ist möglich! Noch schnell ausmachen, dass ich in 4 Tagen umziehe und das wars. Vorsichtshalber lauf ich zurück, mein Vermieter meint das dauert 10 Minuten, aber meine Erfahrung sagt mir, man benötigt 2/3 der Zeit, die einem Taiwanesen sagen. Und ich behalte Recht. 3 ½ Minuten bis zur Ampel, dort im schlechtesten Fall 2 Minuten warten und dann nochmal 1-2 Minuten. Vorteil ist jedoch ich wohne jetzt deutlich Näher an der MRT, dafür weiter weg von all meinem Lieblingsrestaurants. Naja ein bischen Bewegung hat noch keinen umgebracht. ;)

Abends ging es dann noch zur Sprachschule, wobei mir das erste Mal auffiel, dass die Müllautos in verschiedenen Straßen tatsächlich verschiedene Lieder spielen.

Ein was hab ich noch vergessen, die Woche war ja Valentinstag. Da werden auch hier Massen an Blumen verkauft, In die Sträißer werden jedoch kleine Bären eingebunden, die wie ich finde nicht besonders hübsch sind. Leider habe ich vergessen ein Bild zu machen.

 

Euch ein schönes WE :)

Liebste Grüße aus Taipei

Niggy

 


 

 

 

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11. Februar 2012 6 11 /02 /Februar /2012 03:33

 

Ja so ist das hier eben, hat man einmal einen Brückentag gehabt, muss man diesen an dem nächsten Samstag herausarbeiten! Das ist von der Regierung so vorgeschrieben, es gibt aber nette Unternehmen, die einen den Tag dennoch schenken. So gehen Erwachsene arbeiten und die Kinder in die Schule. Diesmal hatten alle Studenten und Schüler jedoch Glück, da grad Ferien sind, blieb ihnen das erspart.

 So hatte eine Arbeitsgruppe frei: Lehrer. Dafür haben die es ansonsten nicht so gut. Bekommt ein normaler Arbeiter in Taiwan ein Bonus am Ende des chinesischen Jahres, so gehen die armen Lehrer leer aus. Also generell gehen alle leer aus, die nach Arbeitsstunden bezahlt werden und nicht ein monatlich fixes Gehalt haben. Ich werd' diesen Anlass also nutzen, um euch mal das Arbeitsleben hier etwas genauer zu erklären.

Natürlich unterscheiden sich auch hier gewisse Aspekte von Unternehmen zu Unternehmen. Bei meinem Arbeitsgeber ist es so, wir arbeiten von Morgens um 8 Uhr bis Nachmittags bzw. Abends um 17 Uhr. Dabei gilt eine kleine süße Stechuhr als Überwacher der Pünktlichkeit. Ein nerviges Piepen läutet pünktlich um acht den Arbeitstag ein. Wer mehr als 15 Minuten im Monat (in der Summe)zu spät kommt, bekommt einen Teil des Gehaltes abgezogen. Diesen Teil bekommt man nur, wenn man immer 

pünktlich ist und jeden Tag da ist. D.h. Urlaub und zu spät kommen wird bestraft! Logischer Weise müsste unsere kleine süße Stechuhr also pünktlich 17 Uhr wieder ihr nerviges Piepen zum Besten geben und damit unseren Arbeitstag für beendet erklären. Weit verfehlt! Die Uhr piept erst um 18 Uhr, da es in Taiwan als guter Umgang gilt, Überstunden zu machen. Dabei ist zu beachten, dass leider die Überstunden keinen interessieren. Wenn man bspw. einen privaten Termin hat und 2 Stunden frei braucht, wird ein halber Tag Gehalt abgezogen. Die Rechnung, wieviel Gehalt einem abgezogen wird ist dabei auch sehr interessant. So zählt die Frau, die die Buchführung macht, genau die Arbeitstage eines Monats, teilt das Gehalt durch die Tage und kürzt das Gehalt um eben diesen Betrag. Somit war meinen Entscheidung im Januar Urlaub zu nehmen strategisch unklug. Im Januar fand das chinesische Neujahrsfest statt, welches also unsere Arbeitstage um ganze 5 Tage verminderte, wenn man dann noch verhältnismäßig viele Wochenendtage hat, steigen die Opportunitätskosten des geliebten Urlaubstages schon mal etwas mehr an. Aber so ist das eben, wenn Feiertage sind, lohnt es sich eben nochmal 1 bis 2 Tage frei zunehmen, um mal reisen zu können, dafür büße ich dann auch gerne etwas mehr Gehalt ein.

Aber nur im ersten Jahr ist der Urlaub unbezahlt. Im zweiten Jahr stehen einem 5 oder 7 Tage Urlaub zu. Danach hängt der Jahresurlaub von der Beschäftigungsdauer ab: Arbeitnehmer, die seit mehr als fünf, aber weniger als zehn Jahren beschäftigt sind, haben Anspruch auf 14 freie Tage. Wer länger als zehn Jahre beschäftigt ist, erhält einen zusätzlichen Urlaubstag für jedes weitere Berufsjahr bis zu einem Maximum von 30 Tagen. Wenn man also alt und grau ist, hat man Anspruch auf Urlaub, was aber wiederrum auch vom Unternehmen abhängt. Und so wie ich die Taiwanesen kenne, werden nur wenige den kompletten Urlaub aufb

rauchen.

Desweiteren versüßen 13 gesetzliche Feiertage jährlich das taiwanische Leben. (Wer im übrigen viele Feiertage bevorzugt, sollte nach Indien oder Japan ziehen, dort gibt es 16 Feiertage im Jahr.) 

Ein weiter wichtiger Aspekt: das Gehalt. Gehalt gibt es weder am ersten noch am fünfzehnten Tag des Monats, sondern am fünften.

Ansonste kenn ich auch hier Freunde, die Gleitzeit haben und vor allem viele Unterenehmen, die um 9 Uhr anfangen zu arbeiten. Desweitern wird meine Arbeitswoche beispielsweise als 48-Stunden-Woche angesehen, was einfach nur bedeutet, 8 Stunden arbeiten und eine Stunde Mittagspause!

Soviel also zu dem Arbeitssystem hier. Gestern Abend hab ich mich mit Freunden noch in der Stadt getroffen. Zum Ausklang der Arbeitswoche gab es koreanisches BBQ und dann einen Runde durch den Sun-Yatsen Park, der voller bunter, leuchtender Figuren steht. 

In dem Sinne wünsche ich euch schonmal ein schönes WE und hoffe auch bei euch auf besseres Wetter, bei uns soll es wieder wärmer werden und die Sonne soll isch zeigen. Letztes Wochenende hatte diese Mischung 26 Grad Außentempratur als Folge und einen wunderschön

en Sonntag, ich bin gespannt, wie dieses WE wird.

Liebste Grüße aus Taipei

Eure Niggy

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kleine süße Drachen <3DPP_304.JPG

 

Laser-Show an der Sun-Yatsen Memorial Hall mit Blick auf den 101DPP_305.JPG

 

Sieht etwas aus wie Tabaluga ;D

 

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3. Februar 2012 5 03 /02 /Februar /2012 11:50

Hallo meine Lieben,

 

mein Blog wurde nominiert in der Kategorie Auslandsblog. Bitte folgt dem Link:

http://www.lexiophiles.com/english/vote-for-your-favorite-ix12-blog-2

und stimmt für Taiwan-Touched-with-Pink ab :)

 

Danke euch.

Liebe Grüße

Niggy

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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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