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5. September 2013 4 05 /09 /September /2013 09:45

Hallo ihr Lieben,

 

Nun ist schon meine erste Woche hier in Taiwan um und ich fühle mich als wäre ich schon wieder viel länger hier. Das bunte Treiben auf den Straßen, die voll mit leuchtenden Werbeanzeigen sind, hat mich schon wieder voll in den Bann gezogen und seit Montag auch die Uni. Auch wenn ich hier schon einige Zeit gelebt habe, gibt es auch jetzt wieder einige Situationen, die mich sehr zum schumunzeln bringen. So zum Beispiel mein Mietvertrag. Bevor ich hier her kam, suchten mir Freunde, die ebenfalls an der NCCU studieren, eine Wohnung. Meine Mitbewohnerin Shelly stand mir sofort Rede und Antwort für alle meine mal mehr oder weniger komischen Fragen. Nachdem ich beim letzten Mal ja in einer illegalen Wohnung lebte und deshalb umziehen musste, war das natürlich eine der ersten Fragen, die ich hatte. Auch über die Kakerlaken und Schimmel informierte ich mich diesmal frühzeitig, man lernt ja dazu. Was ich nicht bedacht habe, wurde mir beim Unterschreiben meines Mietvertrages vor Augen geführt. Da heißt es in einem Absatz, dass ich keine Männer über Nacht mit nach Hause bringen darf. Das so was in den Wohnheimen der Uni durchaus üblich ist, wusste ich schon, aber außerhalb des Campus’, war mir das so nicht bewusst. Ich sag' nur: Andere Länder- andere Sitten :)

Ansonsten nutzte ich die erste Woche zur Orientierung in der "neuen" Umgebung. Da nun die MRT (das U-Bahn System hier) nicht mehr zu Fuß zu erreichen ist, musste ich mich an Bus fahren gewöhnen. Letztes Mal war mir das Bussystem etwas suspekt, das kann aber auch an der Gegend gelegen haben. Wie ich es schon von der MRT gewöhnt bin, haben auch die Busse hier keinen richtigen Fahrplan, sondern es wird nur angegeben, in welchem Zeitabständen der Bus fährt und in welchem Rhythmus. Das sollte aber eher als grobe Orientierung dienen und hat mit deutscher Pünktlichkeit wenig zu tun, abhängig von der aktuellen Verkehrslage und dem Wetter (ja bei Regen dauert so eine Busfahrt schon mal erheblich länger) kommen so die Busse eher ungeplant an und man sollte beim Bus fahren etwas mehr Zeit einplanen, da man durchaus mal 10-15 Minuten auf einen Bus warten muss. Aber inzwischen gibt es Apps, die tatsächlich ganz gut funktionieren und einem relativ genau anzeigen, wann der Bus ankommt (der Test, ob das bei Regen auch noch gilt, steht bisher noch aus).

Natürlich war die erste Woche auch dazu da, das Essen zu genießen. Auch wenn ich in Deutschland das ein oder andre Mal versucht habe, einige Speisen nachzukochen, muss man einfach einsehen, dass es hier vor Ort um ein vielfaches besser schmeckt. Dumplings, Baozi, Sushi, Sashimi, Bubble Tee, Matcha, Wan-Tan Suppe,.... Es bleibt einfach das Land des guten Essens. In einem der unzähligen Teeläden in dem ich die Tage war, lief sogar deutscher Hip Hop (wenn man das nicht erwartete dauert es tatsächlich eine ganze Weile eh man selber merkt, dass das gerade deutsch ist), aber die Angestellten haben mir gesagt, sie verstehen kein Wort und wussten nicht mal, dass es ein deutscher Text ist. Wettertechnisch hat sich Taiwan am Wochenende von seiner "besten" Seite gezeigt. Da gerade Taifun-Saison ist, hat natürlich ein Taifun nicht lange auf sich warten lassen und bescherte uns ein regenreiches Wochenende. Ich kann mich nicht erinnern, dass es das letzte Mal so arg geregnet hätte (oder ich bin bei solchem Wetter nicht wirklich draußen gewesen). Ein Schirm war teilweise wirklich sinnfrei, weil der Regen, dank Wind, trotzdem von vorne, hinten und der Seite kam. Flip Flops waren so das einzige Schuhwerk (Gummistiefel wären wahrscheinlich auch noch gegangen), was wirklich sinnvoll erschien, um die endlosen Pfützen zu durchqueren- an ein überqueren war nicht mehr zu denken. Aber als das Wetter minimal besser wurde, konnten wir immerhin mal etwas raus gehen. So hatten wir vom Fluss aus einen sehr schönen Blick auf das Campus Gelände.

Die Woche hat dann auch der Sprachkurs an der Uni angefangen. Wir sind zum Glück nur 7 Studenten in unserem Kurs und hatten bis jetzt eine Menge zu lachen. Keiner von uns nimmt bisher seine Fehler allzu schwer und man kann darüber lachen, was jeder so von sich gibt. So wird die Lehrerin als alt betitelt oder der Mitschüler anstatt bei seinem Namen mit sterbendem Pferd angesprochen. Wenn alles so bleibt ist auch ein Jahr mehr als man studieren müsste vollkommen ok :)

Mal sehen, was das Wochenende so bringt- das Wetter soll zumindest erstmal so schön sommerlich warm bleiben.

 

Ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche.

 

Liebste Grüße

Niggy

 

NCCU Campus

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Blick vom Campus auf die Umgebung

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26. August 2013 1 26 /08 /August /2013 17:50

Hallo ihr Lieben,

 

Nach fast 15 Monaten und einem endlich abgeschlossenen Studium heißt es für mich zum zweiten Mal „Bye Bye Germany and Welcome Back in Taipei“ oder eben "再見德國-你好台北“. Aber die Reise begann eigentlich schon kurz nach meiner Ankunft in Deutschland. Schon während meines ersten Aufenthalts in Taiwan habe ich ausländische Studenten kennen gelernt, die „nur“ Chinesisch in Taiwan studierten. Schon damals dachte ich mir: „Interessante Idee“. Zumal ich nun in Deutschland fertig mit dem Studium bin und noch keine Verpflichtungen habe – genau die Möglichkeit noch einmal genau das zu tun, wozu man Lust hat. Und was liegt bei einem Studium mit der Zielkultur Südostasien/ Chinesischer Kulturraum näher als seine Chinesischkenntnisse zu vertiefen? Und vor allem in das so lieb gewonnene Land zurück zu gehen!

Um die Finanzierung zu sichern entschied ich mich, mich für ein Stipendium zu bewerben. So warteten in Deutschland zunächst Bewerbung schreiben, auf Rückmeldungen warten sowie Auswahlgespräch besuchen auf mich. Und siehe da, pünktlich zu Weihnachten war zu meiner Freude (aber weniger zur Freude meiner Familie) die Zusage im Briefkasten. Zunächst stand die Entscheidung an, welche Uni ich besuchen will. Neben der lukrativen Sun Yatsen Universität in Kaoshiung, die direkt am Strand liegt, gibt es natürlich auch zahlreiche Universitäten in Taipei, wo viele Freunde sich freuen würden mich wieder zu sehen. Nachdem ich in Jena 5 Jahre Studium ohne wirklichen Campus verleben durfte/ musste, fand’ ich genau dies reizvoll an einer neuen Universität. Da ich durch die AIESEC’er, die ich durch mein Praktikum in Taipei kannte, deren Uni und Campus schon kennen gelernt habe, war die Wunschuniversität in Taiwan schnell gefunden- die National Chengchi University in Taipei.

Soweit so gut und soweit war auch alles relativ problemlos. Nachdem in Taiwan die Mühlen etwas langsamer mahlen und die Uhren sich auch etwas langsamer zu bewegen scheinen, konnten einfache Dinge zu größeren Problemen werden. Aber wie sagt man in Deutschland zu schon: In der Ruhe liegt die Kraft. Und wer schon Freunde in Taiwan hat, wird auch nicht ohne Unterkunft da stehen. Die Situation erinnerte mich an vor zwei Jahren, alles dauert (gefühlt) ewig, aber am Ende hat man alles, wenn auch recht kurzfristig- und so sollte es auch diesmal sein.

Auch in Deutschland wollte man mir meine Abreise nicht ganz so einfach gestalten. Immerhin war ich noch Studentin in Deutschland und muss noch mein Examen absolvieren, ehe ich mein Studium als erfolgreich absolviert verbuchen konnte fertig. Mit einer Prise Geduld, etwas nerven und zigfachen nachfragen, ließen sich auch meine mündlichen Prüfungen vorverlegen.

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Abschied in Deutschland- Fliegen mit meinem Papa in der Heimat

 

Und am Ende saß ich tatsächlich im Flieger nach Taipei. Schon am Flughafen führte mir ein kleines taiwanesisches Mädchen, sie war vll. 6 Jahre alt, die typische taiwanesische Gastfreundschaft vor Augen. Sie fragte mich auf Englisch (mit 6 Jahren muss man sich erstmal trauen in einer fremden Sprache einen wildfremden Menschen anzusprechen) was ich denn in Taiwan vorhabe. Nach kurzer Erklärung begrüßte sie mich mit den Worten: „Welcome to Taiwan“ in ihrem Heimatland- einfach zuckersüß’ die Kleine.

Auf das „Rundum-Sorglos-Paket“ von AIESEC musste ich diesmal verzichten. Aber mit guten Freunden fand ich schnell eine Uni-nahe Wohnung und wurde sogar vom Flughafen abgeholt. Anschließend gab Helen mir noch bei 38°C eine Campus Führung und versorgte mich zum Mittag. Die Wohnung, die schon auf den Bildern sehr schön aussah, entpuppte sich als echter Glücksgriff. Nur 3 Minuten Fußweg zum Campus, sehr modern, mein eigenes Bad und 5 Mitbewohnerinnen, wovon ich grade einmal eine kennen gelernt habe. Mit Hilfe meiner eingerosteten Chinesischkenntnissse musste ich mich von da an alleine durchschlagen.

Montagmorgen stand dann auch schon der erste Tag an der Uni auf dem Plan- Orientierungstag und Einstufungstest galt es zu absolvieren. Dabei war wohl das anstrengendste, dass das International Building, wo ich von nun an immer hin muss, auf einem Berg liegt. Was in Taiwan bedeutet, bei 38°C am Morgen den Berg hinauf. Es gibt auch einen Campus Bus, aber man ist ja ein „Crazy German“, der den Ruf hat gerne zu laufen, und deshalb läuft man auch- und das heute nicht nur einmal (mal sehen, wie lange mir meine Motivation erhalten bleibt und wann ich doch mal den Bus nehme). Den weiteren Tag verbrachte ich mit Lili (auch eine Deutsche, die hier an der NCCU studiert und die ich durch das Stipendium kenne) mit Verwaltungssachen. Nachdem wir lustiges Häuserraten und Räume suchen erfolgreich absolviert haben, verbrachten wir den Abend in der Stadt. Nach kleinen Verständnisproblemen beim Bus fahren erreichten wir die Innenstadt, die noch genauso lebendig, bunt, lebensfroh und mit Scootern gefüllt ist, wie vor 15 Monaten.

Nach den ersten zwei Tagen kann ich schon mal sagen, dass ich sehr froh bin endlich wieder hier zu sein. Nach so einer Zeit fallen einem die kleinen Details des alltäglichen taiwanesischen Lebens wieder besonders ins Auge. Die Klimaanlagen in den Geschäften sind leider immer noch genauso kalt wie bei meinem letzen Aufenthalt, aber wenn das das einzige kalte Problemchen ist, dann kann ich damit sehr gut leben.

Nun habe ich erstmal den Rest der Woche frei, also erstmal genügend Zeit das Essen zu genießen, die Stadt neu zu entdecken und Freunde zu treffen.

In dem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Woche.

LG Niggy

IMG_9704-Kopie-1.JPGBlick vom International Building auf Taipei mit dem Taipei 101

 

 

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27. Mai 2013 1 27 /05 /Mai /2013 20:12

Wer auch in Deutschland mal etwas taiwanesisches bzw. asiatisches probieren will, sollte einen der unzähligen Asia Läden einen Besuch abstattet. In fast jeder Stadt gibt es Asia-Läden in denen man verschiedene Sorten Dumplings finden kann, Tofu, rote Bohnen, diverse Soßen oder auch Tapioka Perlen. Zwar kommt man in der heimischen Küche nicht immer 100% an das Original heran, aber es ist es alle mal Wert, diverse Rezepte auszutesten.

 

Obwohl es inzwischen überall in Deutschland Bubble Tea Läden gibt, kann man das taiwanesische Geschmackserlebnis nicht wirklich oft nachempfinden- eine Ausnahme gibt es bspw. in Berlin (oder auch in anderen Teeläden der Kette: "Come Buy"). Wer der Sprache mächtig ist, kann sogar auf Chinesisch bestellen, was das Erlebnis wirklich einzigartig macht :)

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(http://www.comebuybubbletea.de)

 

 

 

 

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2. Juni 2012 6 02 /06 /Juni /2012 09:55

 

Hallo meine Lieben,

 

nun ist es soweit ich bin auf meinem Heimweg, ich sitze gerade in Beijing und warte auf meinen zweiten Flug Richtung Heimat. Man merkt auch, dass es nach Hause geht, denn hier sprechen schon verdammt viele Deutsch! Da vermiss ich meine chinesisch sprechenden Taiwanesen schon etwas ;(

Meine letzten Tage in Taiwan waren typisch taiwanesisch durch Abschiedsessen geprägt, Essen, Essen, Essen, bis man nicht mehr kann! Meine letzte Arbeitswoche war eher unspektakulär, rein arbeitstechnisch. Natürlich ging es nochmal in die Sprachschule, das ist sehr schade, dass ich die letzte Lehrerin jetzt verlassen musste, denn sie war eindeutig die beste chinesisch Lehrerin die ich soweit hatte und auch der Kurs war einfach super, weil ihr eine Menge Spaß hatten, was das bis 21:30 Uhr in der Sprachschule sitzen und 22:15 Uhr zu Hause sein, dann doch erheblich erleichtert. Und natürlich musste es noch kommen, ich musste, da mir die normalen Ärzte nicht weiter helfen konnten noch in ein taiwanesisches Krankenhaus. Und so verbrachte ich den gesamten Dienstag dort: Nummern ziehen, warten, dran kommen, warten, dran kommen usw. Das Krankenhaus an sich ist schon eine Herausforderung das es ein Labyrinth ist, aber eine nette Taiwanesin hat mich in die HNO gebracht und ein Arzt hat mich rein geschoben trotz das ich kein Termin hatte. Und da es ja meine letzte Woche war, bin ich nach dem Krankenhaus Richtung 101, hab mir Oreo Eis gekauft und mich in den Sun Yatsen Park gesetzt. Bei rund 30 Grad, Sonne und Eis kann man es sich gut gehen lassen, anschließend noch durch die Stadt schlendern und dann in die Uni meiner Freunde zum AIESEC Treffen und Pizza essen (essen was macht man auch sonst in Taiwan).

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Treffen mit den AIESECern (mit Jo)

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Mein letzter Arbeitstag :)

Am Donnerstag haben wir dann spontan Scott verabschiedet, da er Freitag zurück in die USA geflogen ist und Taipei recht kurzfristig verlassen hat, so haben Martina und ich unsere geplante Shopping-Tour verschoben und trotz keines Hungers in einem super leckerem Restaurant gegessen. Das Sashimi war einfach göttlich, ich vermisse jetzt schon das ganze Sushi, der Fisch ist so lecker und die Art des Sushis ist für Fischliebhaber viel besser als in Deutschland, weshalb ich in meinen letzten Wochen fast jeden zweiten Tag Sushi essen war in meiner Mittagspause.

Am Freitag ging dann der Verabschiedungsmarathon weiter und ein nächstes Dinner mit Hao. Also nach diesem Ess-Marathon brauchte ich Samstag gar kein Essen bis zum Abendbrot. Und da das Wetter so schön war haben wir uns gegen eine durch Klimaanlagen runter gekühlte Bar entschieden und sind in einen Park samt Bier, doch etwas typisch Deutsch, aber Litschi Bier ist auch sehr lecker, hat nur mit Bier wenig zu tun J

Nachdem mir meine Kollege unseren Trip am Sonntag abgesagt haben ging es spontan mit Martina ins Kino, The Avengers in 3D, ich fang jetzt nicht an darüber zu philosophieren, wie unrealistisch das ganze ist, war trotzdem ein schöner Film nur etwas laut ist es in dem Kino gewesen. Abends bin ich dann nochmal über einen Nachtmarkt um mein letztes Wochenende in Taiwan auch typisch Taiwanesisch ausklingen zu lassen. Und so stand auch der erste schwere Abschied von Martina am Sonntag an, ich freu mich schon, wenn sie zurück in die Schweiz kommt. Bis dahin muss ich meine Schweizer-Deutsch verbesser, dass ich sie verstehe, wenn sie normal redet, es tönt schon schnüssig wie die reden hihi

Montag dachte ich dann, dass ich meine am Wochenende gemachten Häufchen mal in meinen Koffer packen könnte und war noch voller Zuversicht ohne Übergepäck auszukommen. Als Dienstag dann alles im Koffer waren und meine Vermieter als auch der Taxifahrer an dem Koffer wie ein Schluck Wasser hingen, hatte ich schon etwas Angst. Aber ich bin nur 300 Gramm drüber und musste nichts nach zahlen. Zum Glück hat keiner mein Handgepäck gewogen. Aber zurück zum Montag natürlich stand noch eine weitere wichtige Verabschiedung an- und so hab ich mich nochmal mit Helen getroffen und bin anschließend nach Banqiao gefahren um nur die frischesten Küchlein aus Taiwan mit zu bringen. Ja und jetzt sitz ich hier am Flughafen mit einem Gott aus Stein und mehr als 2kg Küchlein und Mochis und würde mir dann doch meinen Flug herbei sehnen um doch endlich ein bisschen Schlaf zu bekommen.

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Ich wünsche euch noch eine schöne Woche und hoffe alle bald wieder zu sehen.

Liebste Grüße 

Niggy

 

P.s. inzwischen bin ich gut in Deutschland angekommen und habe mich auch schon etwas eingelebt :)

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21. Mai 2012 1 21 /05 /Mai /2012 09:37

Hallo meine Lieben,

 

wer bei der Überschrift leicht verwirrt ist, dem geht es wie mir. Immerhin komme ich in Deutschland aus einer Kleinstadt mit weniger als 40.000 Einwohner. Jena zählt mit seinen knapp 100.000 Einwohnern immerhin als Großstadt in Deutschland, aber in Taiwan ist eben so einiges anders. Aber dazu komm ich später nochmal zurück.

 

Nun erst einmal zu meinem Wochenende- Helen und ihre Familie haben mich zu sich eingeladen, nach Chiayi, die oben schon beschriebene Kleinstadt. Mit dem Bus braucht man ca. 3,5 Stunden bis nach Chiayi und ist damit auch schon im Süden Taiwans. Das bedeutet besseres Wetter, weniger feucht und mehr Sonne, viel mehr leckeres Obst, obwohl das Obst auch in Taipei schon viel fruchtiger schmeckt als in Deutschland, freundlichere Menschen, hier sind die Taiwanesen nicht nur zu Ausländern freundlich, sondern vermehrt auch zu fremden Einheimischen, und mehr Ruhe. Und tatsächlich man kann sich auf die Straße stellen und kein Auto kommt, kein Scooter und man hat Ruhe- sowas ist in Taipei undenkbar, da hört man selbst in den meisten Parks noch die vorbeifahrenden Scooter. Angekommen in Chiayi ging es als erstes zu Helens Großeltern zum Mittag, Reis, Suppe, Fisch, Shrimps, 3 oder 4 verschiedene Sorten Gemüse und das alles selber gekocht. Dabei war es besonders spannend in das Leben einer normalen taiwanesischen Familie aus dem Süden rein zu schnuppern. In Taipei hat fast niemand ein Haus, weil es die Mietpreise nicht zu lassen und im Süden hat fast jeder ein Haus. Die Badezimmer ähneln sehr der im Norden und ich hab das erste Mal in Taiwan in einer normalen Wohnung eine Badewanne gesehen. Da kann man aber nicht wie in Deutschland drinne liegen, allenfalls im Schneidersitz drinne sitzen. Zudem baut man die Bäder gerne unter die Treppe, erinnert mich etwas an Harrz Potter, der hatte sein Zimmer auch unter der Treppe, und dementsprechend hat man auch eine Schräge im Bad und meist kein Fenster, da man sie innenliegend baut. Nachdem wir vollgegessen waren, gab es noch reichlich Obst und etwas Süßes und an meiner von Mama geschickten deutschen Schokolade erfreuten sich alle- Luftschokolade kennt man hier nicht, schmeckt aber allen sehr gut. Nach dem Essen ging es zu Helen nach Hause, ein wirklich sehr schönes und großes Haus, von wo aus wir etwas die Umgebung zu Fuß erkundeten. Alles, was eine Stadt so braucht: Kindergarten, High-School, Universität, dazwischen zig Parks, Tempelchen und 100erte von Restaurants und Teeläden. Den Kindergarten und die Schule fand ich ziemlich riesig und spätestens bei den Teeläden ist mir wieder aufgefallen, wie können wir in Deutschland ohne Teeläden überleben!? Ist mir in den vergangenen 9 Monaten ein absolutes Rätsel geworden. Abends ging es dann mit den Scootern auf den Nachtmarkt und zum Essen. Außerhalb Taipeis ist Scooter fahren weniger gefährlich und sehr nützlich und wenn man in Deutschland nicht immer Auto fahren würde, würde ich mir glatt einen Scooter anschaffen, ich finds sehr praktisch. Und beim Abendessen zeigte sich noch ein Vorteil, also das Essen in Taiwan ist ja generell billig, aber im Süden ist es noch viel billiger. Unglaublich wieviel essen, lecker und wirklich sehr gut, man hier für wie wenig Geld bekommt. Nach Hot Pot in einem kleinem Restaurant gab es noch ein typisch taiwanesisches Dessert mit Soya-Milch und roten Bohnen und einer Art Pudding aus Soya-Milch und kleine Küchlein mit Mocha-Geschmack (japanischer grüner Tee). Die Nacht verbrachten wir in einem Bett mit einer Bambusmatte über der Matratze, denn hart schlafen ist gesunde und man gewöhnt sich an die Härte. Am Sonntag legten wir einen sehr faulen Tag ein: ausschlafen, Mittag essen, packen und mit Helens Mama etwas quatschen und dann ging es ganz gemütlich zurück nach Taipei.

 

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Der Innenhof eines Kindergartens

DPP_739-Kopie-3.JPGDer Hof einer Schule (linke Seite der Schule)

Am Freitag hab ich auch einen interessanten Vergleich zwischen Deutschland und Taiwan gefunden und möchte einige Sachen mit euch teilen: Sehr interessant is ja immer die unterschiedliche Rolle der Eltern, was auch eine Studie von 2011 zeigt. 36.6% der Taiwanesen leben mit ihren Eltern zusammen, nach der Hochzeit zieht man meist zu den Eltern des Mannes. In Deutschland hingegen leben nur 11,7% bei ihren Eltern. Taiwanesen lieben Facebook und das Netzwerk hat hier wirklich eine spezielle Rolle, egal wo man ist, man checked in den jeweiligen Ort ein und postet allerhand Sachen. Immerhin ist auch fast die Hälfte der Taiwanesen Mitglied bei Facebook (48.2 %) in Deutschland sind es nur 27.2%. Den Deutschen sagt man ja immer nach, dass sie pünktlich sind, viele Ausländer verstehen daher nicht, waru unsere Bahn fast immer zu spät ist. Angeblich sind 76,3% der ICE Züge in Deutschland pünktlich. In Taiwan ist der Highspeed Rail immerhin zu 99.83% pünktlich. Obwohl die deutsche Bevölkerung 3,5 mal größer ist als die taiwanesische, fanden in Taipei 1.819.685 registrierte Verkehrsunfälle in 2010 statt und in Berlin nur 130.502. 2009 gab es in Taiwan 98,7 Frauen je 100 Männer und in Deutschland lebten pro 100 Männer 104 Frauen. Insgesamt ist die Populationsdichte in Taiwan 688 Menschen je Quadratkilometer und in Deutschland nur 229 Menschen je Quadratkilometer. Wer arbeiten will sollte rein nutzentechnisch in Deutschland arbeiten: mehr Feiertage, mehr Urlaub und als Berufseinsteiger (nach einem Master) ein besseres Gehalt. In Deutschland verdient der durchschnittliche Master 4,724 USD und in Taiwan nur 1,004 USD. In der Fährungsetage in Taiwan findet man aber generell mehr Frauen, rund 30% sind weiblich und in Deutschland gerade einmal 11%. Wer sich weitere Vergleich durchlesen will wird übrigens hier fündig: http://www.taiwan.ahk.de/country-info/did-you-know/

 

Liebste Grüße aus Taipei

Niggy

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15. Mai 2012 2 15 /05 /Mai /2012 10:04

Hallo meine Lieben,

 

die Zeit rennt- wir haben schon wieder Mitte Mai und das Ende meines Taiwan Aufenthaltes ist schon zum greifen Nahe. In den letzten Wochen schickte ich daher schon fleißig Päckchen nach Hause und gestern nahm dann das hoffentlich letzte auch seine Reise auf. Meiner Koffer steht trotzdem noch ganz ruhig in der Ecke, ich bin ja inzwischen Umzugs-erprobt und weiß, dass das packen garnicht so lange dauert! Und so verdränge ich das packen und Heimreisen noch etwas und genieße die Zeit in Taiwan.

 

Und so ging es Freitagabend zum Geburtstagsessen mit Martina nach Ximen um unsere Sushi-Sucht zu stillen. Danach schlenderten wir noch etwas durch die Geschäfte und besorgten unsere Zugtickets für Samstag, denn da ging es an den Fulong Beach. In einem viel zu vollen Zug ging es 1,5 Stunden stehend zu unserem Ausflugsziel. An der Stelle sei gesagt, wer sich in Menschenmassen unwohl fühlt sollte in Taipei die MRT und in Taiwan die lokalen Züge meiden, denn enormer Körperkontakt hat man in beiden meistens. Am Ende der Fahrt wurden wir mit strömenden Regen in Fulong belohnt und so ging es erstmal auf Suche nach Plätzchen zum Mittag essen und zur Beratung, wie wir weiter machen. In dem Restaurant habe ich es das erste Mal erlebt, dass 

eine Taiwanesin nicht super freundlich und nett zu Ausländern ist, sondern einfach ihr schlechte Laune an uns auslies. Das mir das nun aber in 9 Monaten das erste Mal passiert ist zeigt, dass es total untypisch für Taiwan ist. Da wir nun aber schon einmal extra nach Fulong zum Sand Sculpture Festival gefahren sind, wollten wir uns das trotz Regen mal anschauen. Und tatsächlich belohnte uns der Wettergott mit 5 Minuten ohne Regen und der Strand mit beeindruckenden Sandskulpturen. Das Wochenende zuvor formten taiwanesische und international Künstler allerhand Figuren aus dem Sand. Spannend wär es natürlich gewesen zu sehen, wie sie das machen.

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Da auch für Sonntag die Wettervorhersage nicht eindeutig war, ging es diesmal auf Nummer sicher und wir realisierten unseren Indoor-Plan und so ging es mit Helen (Taiwanesin) und Marcus (Brasilianer) in das Museum of Contemporary Arts in Taipei. Dort konnten wir Marimba selber spielen (ein Instrument das einem Xylophon sehr ähnelt) und allerlei taiwanesische und internationale Kunst bestaunen. Mancher Sinn hinter der Kunst blieb uns leider verschlossen, aber man muss scheinbar auch nicht alles verstehen (oder weis jemand von euch welcher Sinn dahinter steht, dass man jemanden Butter ins Gesicht schmiert und so lange wartet, bis sie wegschmilzt?)

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(da konnte man seinen iPod oder ähnlich dran hängen und dann hat den Park mit seiner Musik beschallt)

Am Ende genossen wir dann doch noch etwas den Sonnenschein, denn an dem Tag blieb der angesagt Regen aus und ließen uns am Abend mal wieder einen Hot Pot schmecken.

 

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Muttertag wird hier übrigens für die Meisten zu einem richtigen Fest, man unternimmt was mit der ganzen Familie oder geht zusammen Essen.

 

Auf Arbeit geht derzeit das muntere Kündigen weiter, da man ja hier keinen Arbeitsvertrag hat, können beide Seiten sehr kurzfristig kündigen und (zumindest bei uns im Unternehmen) wird das auch häufig gemacht. Aber so kann ich mich inzwischen (die Familie von Chef ausgenommen) nach Jenny als Zweit-Dienstälteste im Unternehmen bezeichnen.

 

Euch wünsche ich noch eine schöne Woche, die bei den meisten ja recht kurz ausfallen dürfte.

Liebste Grüße aus Taipei

DPP_735.JPGAugenmassage-Brille aber nur für Asiaten geeignet, bei einer Langnase drückt es an der Nase und an die restlichen Massagepunkte kommen nicht an die Haut ran :)

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9. Mai 2012 3 09 /05 /Mai /2012 08:06

Hallo meine Lieben,

 Nachdem es schon vergangenen Dienstag Richtung Ostküste ging, zog es mich am Wochenende schon wieder dorthin. Diesmal weiter südlich nach Hualien in die Taroko Schlucht- eine Marmorschlucht. Und so ging es Samstag sehr früh mit dem Zug dahin.

Schon das Zugticket kaufen in Taiwan ist ein wahres Erlebnis. Man kann die Tickets online, im 7-11 oder einfach direkt in der Zugstation kaufen. Ich entschloss mich nachdem die erste Variante nicht funktionierte für Letztere und durfte mich über eine Stunde Wartezeit freuen! Also Taiwanesen gewinnen ja allgemein nicht den Preis fürs schnellste Arbeiten, aber Freitagabend zu einer Hauptreisezeit nur die Hälfte der Schalter aufzumachen verbessert die Gegebenheiten auch nicht! Da Han Yu aber Nachts noch Tickets mit Sitzplätzen bekommen hat, durfte ich mich Samstagmorgen wieder anstellen und mein Ticket zurückgeben. Das Positive daran ist, man bekommt den vollen Preis zurück (Taiwanesen müssen wohl rund 75 Cent Gebühr bezahlen).

Nach 3 Stunden Fahrt kamen wir (Han Yu, Debby und ich) in Xincheng an. Dabei war meine Zugfahrt schon ein kleines Highlight für sich: die erste Zeit saß ich neben einer buddhistischen Nonne. Solche Begegnungen sind immer besonder spannend, da man mal einige Fragen los werden kann! Ich wurde auch in ihren Tempel eingeladen und hoffentlich finde ich die Zeit da mal hinzufahren!

Auf dem Weg in den Park kamen wir an Bananenbäumen vorbei, Han Yu und Debby fanden es sehr witzig, das ich mich so an den Bäumchen erfreuen kann, aber sowas gibt es eben in Deutschland nicht an jeder Straßenecke. Angekommen im Park ging es mit dem Bus weiter in den Park hinein, die serpentinenartigen Straßen und der rasante Fahrstil ist auf jedenfall nichts für einen schwachen Magen.

Am Ziel angekommen ging es für uns zunächst entlang des Lushui Trail, dieser Weg war früher Teil der Old Cross-Hehuan Mountain Road. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf die Schluchten des Parks. Am Yue Fei Pavillion (das ist ein chinesischer Volksheld) konnten wir über eine der Schluchten laufen. Die Brücken sind nicht wirklich für Europäer ausgelegt, da der Schutz an der Seite selbst für mich teilweise sehr niedrig war.

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Danach ging es an die berühmte Schwalbengrotte wobei wir leider den Neun-Kehren-Tunnel auslassen mussten, da dieser seit einem Erdbeben geschlossen ist. Angekommen an der Grotte begrüßten uns viele Schilder, das man ab hier einen Helm tragen sollte. Da wir leider keine Helme hatten beschlossen wir einfach ohne Helm den Weg zu gehen und zu hoffen, das grad kein Erdbeben ist (denn dann regnet es durchaus mal Steine). Auffällig an der Stelle waren vor allem die vielen chinesischen Touristen, die sich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt haben. Am Ende des Tages ging es zum Schrein des Ewigen Frühlings und auch hier findet man Massen an chinesischen Touristen. Das ging sogar soweit, das dort Werbung für chinesische Parteien auslag und ganz süß alles mit vereinfachten Schriftzeichen, inzwischen mag ich meinen langen Schriftzeichen doch lieber, da sie einfach noch die ursprüngliche Bedeutung zeigen (bspw Liebe „ai“ ist vereinfacht traditionell hingegen und enthält im Gegensatz zu der vereinfachten Schriftweise xin also das Herz, was der Vereinfachung wegen auf dem Festland fehlt).

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Am Abend waren wir die einzigen die zu Fuß zurück zum Infocenter wollten, da man in Taiwan ja bekanntermaßen nicht so gerne läuft. Kurz vorm Ziel sammelte uns dann ein netter Autofahrer ein und hat uns die letzten 2 Kilometer mit genommen. Das ist typisch Taiwanesisch, man hilft Fremden wo es nur geht J

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Nach einer kleinen Stärkung plünderten wir noch einen Mochi (麻糬) Laden und deckten uns mit der Spezialität zur genüge ein. Jetzt muss ich mich zusammen reißen, das am Ende des Monats noch genügend mit nach Deutschland kommen.

Die Nacht verbrachten wir dann in einem sehr schönen Hotel gleich am Eingang des Parks. Und um meinen Religionskunde-Tag abzurunden hat uns Debby noch ihre christlichen Ansichten erzählt, so hätte mir das Lernen über Religionen in der Schule auch mehr Spaß gemacht, so persönliche Berichte sind viel spannender.

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Den Sonntag verbrachten Han Yu und ich (Debby musste schon eher wieder nach Hause) in Hualien. Unser erster Stopp war der Sieben-Sterne See, wobei wir am Meer waren. Ein Strand voller Marmor-Steinchen, leider waren die meisten nur schön wenn sie nass waren. Entlang des Strandes ging es noch in ein Meeresmuseum und danach an den Märtyrerschrein in Hualien. Hualien ist so winzig, so wenige Menschen sieht man dort und vor allem sind die Häuser so niedrig!

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Am Dienstag stand dann auf Arbeit ein kleines Highlight an. Ein Feueralarm nach meinem empfinden. Nachdem hier keiner ein Problem sieht, wenn die Erde mal wackelt, hat es mich schon verwundert was das ist, da ich tatsächlich in den fast 9 Monaten hier nie einen Feueralarm gehört habe. Aber es war auch kein Feueralarm, es war eine Übung, falls China Taiwan angreift. Ein Signal am Anfang und alle Autos parken an der Straßenseite, alle Menschen müssen in Gebäuden bleiben und dort möglicherweise in den Keller gehen und dort verweilen, keiner darf raus gehen. Nach einer halben Stunde kommt ein zweites Signal und die Übung ist beendet. Erinnert mich etwas an die Feuerübungen in der Schule und es wird ungefähr einmal im halben Jahr gemacht diese Übung!

 

Euch noch eine schöne Woche!

Liebste Grüße aus Taiwan

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30. April 2012 1 30 /04 /April /2012 10:00

Hallo meine Lieben,

 

am Freitag nach der Arbeit ging ich, wie so oft, mit Freunden essen, ich geh hier so oft essen, das werde ich in Deutschland schon vermissen. Es ging Nahe dem 101 in ein chinesischen Restaurant. Komischerweise schmeckt in Taiwan das chinesische Essen besser als in China! Danach ging als mal wieder in einer der hunderttausend Shoppingmalls und anschließend Torte essen. Wir taten also das, was man in Taiwan am Liebsten tut: Essen, Shoppen, Essen :)

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Nachdem bei euch in Deutschland überall die Sonne schien, war es Samstag in Taipei zwar angenehm warm, leider verhinderte der Regen aber unsere geplante „Fahrrad-Tour“. Das Wetter hielt jedoch die Taiwanesen in meiner Nachbarschaft nicht davon ab, frühs um 6 Uhr 10 ein kleines Trommelkonzert direkt unter meinem Fenster zu veranstalten. Das ganze dauerte 30 Minuten und es folgten weitere 30 Minuten andere Musik. Kurz nach sieben war da Spektakel dann vorbei und ich konnte weiter schlafen. Manchmal sind so deutsche Regeln wie Nachtruhe doch ganz hilfreich! Ausgeschlafen ging es dann für Martina und mich ins ASUS Headquarter zum schwimmen, naja eher baden und relaxen! Aber das muss auch mal sein.

Dafür war Sonntag das Wetter auf unserer Seite und es ging mit Martina und Scott nach Yeliou an der nördlichen Ostküste Taiwans. Mit dem Bus in dem kleinen Ort angekommen sah es zunächst garnicht so touristisch aus. Bei leichtem Nieselregen entschieden wir uns auch erstmal etwas zu essen und fanden ein Fischrestaurant. Direkt vor dem Eingang wurden die noch zappelnden Fische und andere Meeresbewohner zerlegt, so frischen Fisch bekommt man selten. Nachdem wir fertig waren, hatten sich die Regenwolken auch verzogen und wir sind in den Yeliou Park. Ein kleiner Park direkt am Meer mit Gesteinsformationen. Der berühmteste Stein ist der sogenannten „Queens Head“. Ein Stein der aussieht wie der Kopf einer Königin, aber nur von der richtigen Seite aus betrachtet. Man wäre ja nicht in Taiwan, wenn es nicht auch hier Regeln geben würde und so musste man sich, um aus dem besagten richtigen Winkel ein Bild machen zu können. Anstellen! Wir haben das Bild einfach von der andren Seite gemacht, ist auch nicht so schlecht ;)

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Zurück in Taipei ging es schon wieder Essen, also man ist hier wirklich manchmal nur am Essen, schlimm sowas! Diesmal ging es mit den AIESECern in ein italienisches Restaurant, das ist für die Locals immer schöner als für Ausländer, denn sie bekommen europäisches Essen recht selten.

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Aufgrund der hohen Temperaturen draußen sind alle der Meinung man muss es drinnen auf Kühlschranktemperatur herunter kühlen, da erkältet man sich auch schon mal. Und so ging es Montag für mich zu meinem zweiten Arztbesuch in Taiwan. Diesmal bei einem anderen Arzt und da war es auch etwas voller, so das wir, Jenny hat mit begleitet, eine Nummer ziehen mussten. Nachdem die Schwester meinte das es ca eine Stunde dauert, was mich stark an die deutschen Wartezeiten bei Ärzten erinnerte, sind wir erst einmal zurück auf Arbeit. Nach einer Stunde ging es dann zurück und direkt zum Arzt. Man ist nicht allein mit dem Arzt, sondern ist zu Dritt in dem Sprechzimmer. Für die Untersuchung mit dem Stethoskop mussten sich die andren auch garnicht ausziehen, sondern das wurde über der Kleidung gemacht. So geht das alles auch viel schneller, Mund auf, einmal in die Ohren schauen, kurz 2-3 Fragen stellen danach geht es eine Tür weiter und man kriegt direkt seinen Medizin. Endlich hab ich auch mal so typisch taiwanesische Medizin mit Micky Mouse drauf und schon fertig abgepackt die Tabletten, die man auch zusammen nehmen muss!

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Wie in Deutschland hatten auch wir am 01.05. frei und so ging es mal wieder an die Küste an den Wai Ao Beach. Ein schwarzer Strand an der Nord-Ost-Küste. Leider ist die Zugfahrt mit zwei Stunden recht lang und vor allem sehr kühl. Herrschen draußen angenehme Temperaturen über 30 Grad waren es im Zug ca 18 Grad, das müsste man den Taiwanesen wirklich mal abgewöhnen. So ein schwarzer Strand ist dennoch mal eine Erfahrung, solange die Sonne nicht zu sehr scheint kann man sich auch noch normal bewegen, danach sollte man den Sand in der prallen Sonne meiden oder schnell überqueren, da der Sand verdammt warm wird. Auch das liegen im Sand wird dadurch noch wärmer, da der Sand die Wärme enorm speichert! Der Strand ist vor allem fürs surfen geeignet, aber auch einfach nur baden war sehr angenehm.

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Am Wochenende geht es dann Richtung Hualien in die Taroko Schlucht :)

Ich wünsche euch eine schöne Restwoche.

Liebste Grüße aus Taiwan

Niggy

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23. April 2012 1 23 /04 /April /2012 05:38

Hallo meine Lieben,

 

nachdem mein letzter Eintrag etwas verzögert kam, möchte ich diesmal zeitnah berichten.

Nachdem endlich der Sommer in Taipei angekommen ist und auch meist recht beständig bleibt, verlagere ich meine Mittagspausen gerne mal in den Park. Bei 30 Grad die Sonne genießen ist sehr entspannend nur das zurück zur Arbeit gehen fällt dann schwer.

Mein Wochenende hätte ich am liebsten schon am Donnerstag eingeläutet. Abends ging ich mit ein Paar Freunden koreanisch Essen. Koreanisches BBQ ist wirklich lecker und wenn man so ein Restaurant in Deutschland findet, sollte man es unbedingt mal ausprobieren! Danach sind wir noch weg gegangen und deshalb Freitag mit etwas weniger Schlaf als gewohnt auf Arbeit!

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Am Samstag Morgen ging es sehr früh los. 7 Uhr 50 musste ich an der Taipei City Hall sein, also Nahe dem 101. Und so musste ich kurz nach 7 Uhr mit der MRT dahin. Erschreckend war, wie voll die MRT zu solch einer Uhrzeit ist! Dort angekommen, habe ich auch schon die AIESEC’er getroffen. Mit einem Reisebus ging es dann Richtung Ostküste ins Yilan County genauer gesagt nach Luodong. Ich mag ja Busfahren und Taxifahren in Taiwan und Taipei, denn in der Underground MRT sieht man nicht viel außer Dunkelheit! Mit so einem Bus kann man dann schon eine ganze Menge mehr sehen, was so viel bedeutet wie Berge und grün, was aber zu der Metropole in der ich sonst tagtäglich bin eine schöne Abwechslung ist! Über Flüsse und durch Berge ging es ins Umland von Taipei und dann in die Region Yilan. Der Highway verlief relativ an der Küste und so konnte ich einen Blick auf Turtel Island werfen. Eine kleine Insel vor Taiwans Ostküste die nicht nur von Schildkröten besiedelt ist, sondern auch aussieht wie eine: heißt hinten ein großer Berg und vorne ein kleiner und schon sieht es aus wie eine im Wasser liegende Schildkröte!

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Nach ca. einer Stunde Fahrt kamen wir in Luodong an. Die Stadt ist umgeben von hunderten Reisfeldern und die Farmer leben mitten im Reisfeld. Für uns ging es aber weiter zum Taiwan National Center for Traditional Arts. Eine kleine nachgebildete Stadt, die neben traditionelle Kunst und Performance auch jede Menge Souvenir Shops umfasst! Man kann kleinen Theaterstücken lauschen, die leider nicht auf Chinesisch sondern auf Taiwanesisch gespielt werden, aber so war ich nicht die Einzige, die es nicht verstanden hat! Wie überall in Taiwan stand auch hier das Essen wieder sehr im Vordergrund, überall gab es kleine Snacks und Spezialitäten. Bspw. Kekse mit Zucker dazwischen oder kandierte Tomaten. Ich bevorzuge dann doch Kekse mit Schokocreme dazwischen und kandierte Früchte. Zum Mittag bot wie überall ein Footcourt eine riesige Auswahl und egal was man nahm, man bekam ein Essen, wovon eine Kleinfamilie normalerweise satt wird.


Ein Theaterstück spielt sich durch die Stadt und erzählt von einem taiwanesischen Robin Hood und so folgen alle Besucher dem Schauspiel durch die Straßen! Neben den gefüllten Straßen gab es aber auch einen Park und einen Fluß und man konnte sich etwas aus dem Trubel zurück ziehen!

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Am Abend ging es für uns zurück nach Luodong auf den Nachtmarkt- wieder einmal Essen. Taiwanesen lieben es für berühmte Nachtmärkte irgendwohin zu fahren und Luodong soll ein sehr guter sein! So gab es neben einer Grüner Zwiebel Torte, und Oktopus Kugeln auch frisch gepressten Saft, Chicken Oil (man fragt lieber nicht was es ist, probiert es und stellt fest, das es nicht zum Lieblingsessen wird) auch noch das berühmte Jahrhundert Ei. Ich muss sagen, das muss man wirklich probieren, denn es sieht eklig aus und die Herstellung ist auch nicht grad appetitlich, aber es schmeckt! Nachdem wir dann für unsere europäisches Verständnis genug gegessen hatten, fragten uns (Isaac der spanische Praktikant war noch mit) die Taiwanesen noch, ob wir jetzt Abendbrot essen wollen. So ging es weiter mit frittierten Hähnchen und vegetarisches Rollen. Zum Nachtisch sind wir zu einer berühmten Bäckerei und haben Kuchen gekauft, der mit Panacotta gefüllt war. Die Füllung war besser als der Kuchen, aber insgesamt wirklich lecker! Gut gefüllt ging es dann zu unserem Hostel.

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Am nächsten Morgen stand dann eine Farm auf dem Programm und so ging es mit dem Bus zum Luodong Sportspark, ein riesiger Park der 1/3 der Stadtfläche von Luodong aus macht und zu Fuß ca 20 Minuten zu der Farm. Die Farm entpuppte sich als ein zu groß gewordener Streichelzoo und bot nicht allzuviel zu sehen. Also machten sich die Taiwanesen als Erstes wieder ans Essen. Man bedenke, es gab ca 1,5 Stunden zuvor reichlich Frühstück. Das hielt sie natürlich nicht davon ab Eis aus Ziegenmilch und diverse Tees aus Ziegenmilch zu verspeisen. Zum Glück hab es meinen Lieblingstee auch, Matcha, das ist ein grüner Milchtee! Danach konnten wir kleine Ferkelchen, Ziegen, Enten und einen Papagei begutachten. Ich hab mal wieder festgestellt, dass es einfach eine unterschiedliche Auffassung gibt, welche Sachen man sich anschaut. Aber letztendlich sind wir zurück zu dem Sportspark. Der Rest ist zurück nach Luodong um natürlich Mittag zu essen. Marion, Daisy, Isaac und ich sind in den Park, haben uns Fahrräder ausgeliehen und sind in und um den Park herum geradelt. Eine wirklich schöne Anlagen, mit kleinen Bächlein, Seen, Hügelchen und kleinen Oasen zum Ausruhen!

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auf der Farm

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Zurück in der Stadt hatten wir dann sogar Hunger und Marion war begeistert, dass auch Europäer mal ein Hungergefühl haben. Und so ging es zu einem der Stände vom Abend vorher und es gab die leckeren vegetarischen Rollen zum Mittag. Zum Nachtisch gab es Saft: Wassermelone für die Ausländer und für Marion ein Avocadomilch, die tatsächlich schmeckt :)

Am Ende stauten wir uns mit dem Bus zurück nach Taipei. Sonntagabend wollen eben die meisten Taipeiler zurück nach Hause und es bildet sich regelmäßig Stau!

Jetzt ist erstmal wieder Arbeiten angesagt, aber das nächste Wochenende lässt sicherlich nicht lange auf sich warten und kommende Woche haben wir auch noch einen Feiertag.

Ich wünsche euch eine schöne Woche und genauso schönes Sonnenstrahl-blauer-Himmel-Wetter wie hier!

Liebste Grüße

Niggy

DPP_591.JPGEin Haus im Reisfeld

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17. April 2012 2 17 /04 /April /2012 14:42

Hallo meine Lieben,

 

auch in Asien kann man seine Zeit mal mehr oder weniger asiatisch verbringen. Wir haben uns dieses Wochenende für die "mehr" Variante entschieden!

Für Samstagabend hatten wir uns eine chinesische Oper vorgenommen. Schon die Begrüßung im Taipei Eye war typisch taiwanesisch- sehr herzlich. Umgeben von chinesische Musik und bei Tee konnten wir den Darstellern beim schminken zu schauen! Danach haben sich alle bereitwillig für Fotos zu Verfügung gestellt. Das Rahmenprogramm passte sehr gut und wir fühlten uns mehr in Asien als in unserem alltäglichen Leben.

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Als erstes gab es ein akrobatisches Programm in Form eines Drachentanzes. Ein weißer und ein gelber Drachen tanzen munter rum, hüpften und sprangen und verlangten den Männern in den Kostümen allerlei akrobatisches Geschick ab. Aber auch die Trommler auf der Bühne gaben alles. Ich hab mal heimlich ein kleines Video von dem Sprung gemacht, da man das auf Bildern garnicht so gut festhalten konnten. Der Abend war wirklich sehr asiatisch und speziell und ich kann es jedem nur empfehlen.

 

Während der Pause wurden wir schon auf den chinesischen Gesang eingestimmt, der ja schon etwas gewöhnungsbedürftig ist. Damit ging es dann auch in der zweiten Hälfte weiter mit der chineischen Oper „Gift of the Pearl at the Rainbow Bridge“. Etwas Gesang, viel Tanz und Kampf Szenen, die mit allerlei akrobatischen Geschick dargeboten wurden. Die Darsteller haben zum Glück mehr visuell geboten als gesanglich. Der Gesang weist eine gleichbleibende Melodie auf, was die Höhe aber nicht besser macht. Hört sich auch etwas an wie Sprechgesang. Während die Darsteller sich anzogen und fertig schminkten tendierten wir eher dazu sie als Männer einzustufen, zumindest den Großteil, als die Stimmen erklangen, waren wir uns da nicht mehr so sicher. So hoch kann kein Mann singen, vor allem nicht so klar, aber das Aussehen war schon speziell.

Ihr asiatisch schon fast angeborenes akrobatisches Geschick stellten sie bei den Kampfszenen zur Schau! Da flogen die Utensilien hin und her und wurden gekonnt zum Gegenüber zurück geschleudert. Das muss man einfach gesehen haben.DPP_500.JPGDPP_505.JPG

Am Sonntag ging es dann mit Martina und Scott in den Süden Taipei's nach Zhonghe zum Songkran Festival, das thailändische Neujahrsfest. Dabei wird auf den Straßen eine riesen Wasserschlacht veranstaltet. Wenn man sich wie wir Mühe gibt, kann man auch fast trocken bleiben. Lediglich bei der Showbühne wurde uns von irgendwelchen Leuten jedem ein Becher Wasser in den Rück geschüttet. Da es aber einigermaßen warm war, haben wir auch das überlebt. Leider kann man das Spektakel nicht ganz in Bildern festhalten.

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Anschließend sind wir in dem Stadtteil noch über einen Markt geschlendert, der mir mal wieder die Unterschiede zu Deutschand gezeigt hat: Magen, andere Innereien, Scheinefüße und Hühnerköpfe konnte man da kaufen und das nicht auf hoch sterilen Unterlagen und gekühlt, sondern frisch geschlachtet und geschnitten auf diversen Holzablagen. Auch das angebotene Obst bietet eine viel größere Vielfalt als in Deutschland. Da gilt meistens, einfach probieren.

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Am Montag kam dann mein Chef zu mir und hatte ein Geschenk, entweder zu späte Ostern oder zu frühes Geburtstagsgeschenk oder einfach so. Zumindest kann ich jetzt einen lokalen Gott aus Taipei aus Stein mein Eigenen nennen. Um nun also auch alle meine Sachen wieder nach Deutschland zu bekommen fange ich schonmal an Päckchen zu schicken, der Postmann fand es heute recht interessant mich auszufragen. Jetzt schippern meine ersten Sachen schonmal heim, ich hoffe damit bleibt der Winter auch fern und überlässt den Sommer endlich entgültig Taiwan.

 

Euch noch einen schönen Sonntag.

 

Liebste Grüße 

Niggy

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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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