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2. Juni 2014 1 02 /06 /Juni /2014 14:33

Huhu ihr Lieben,

Die letzten Wochen des Semesters verbrachten wir neben lernen und Tests auch mit singen. Nicht, weil wir plötzlich Gesangsunterricht hatten, nein weil wir im April einmal einen Brückentag hatten, den wir von der Regierung frei bekamen, aber wenn man in Taiwan einen Tag frei bekommt, den man gar nicht frei haben dürfte, muss der natürlich nachgeholt werden. Ich kenn das schon vom Arbeiten hier in Taiwan, da war dann immer der nächste Samstag nach dem freien Tag dran- da musste dann gearbeitet werden. In der Uni überlegte sich unsere Sprachschule, dass wir den Samstag vor unseren Finals auch in die Schule kommen sollen, aber nicht um Unterricht zu haben, sondern, um einen Sing- Wettbewerb zu veranstalten. Was am Anfang für alle die, die Singen eigentlich nicht wirklich toll finden, wie eine ziemlich blöde Idee klangt, entpuppte sich am Ende doch als recht spaßig. Neben Singen wurden auch Tanzen, Kostüme und der restliche Auftritt bewertet. An dem besagten Samstag versammelten sich alle im Arts and Culture Center der Uni und gaben zum besten, was sie die letzten Wochen (oder manche, wie wir auch, eben erst die letzten paar Tage) so erarbeitet hatten.

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Danach folgten nur noch ein paar Tage Schule, Finals und dann ging es in den wohlverdienten Urlaub- diesmal kamen meine Schwester und ihr Freund zu besuch, die von reichlich Regen in Taiwan begrüßt wurden. Das hielt sie dennoch nicht davon ab, schon einmal ohne mich, Taroko und den Sonne-Mond-See zu erkunden. Nach meiner Prüfung traf ich dann die beiden in Chiayi und es ging für uns in die Berge- nach Alishan. Dort war leider das Hotel, in dem ich mit meinen Eltern drei Monate zuvor geschlafen hatte, schon ausgebucht und so ging es für uns in ein anderes Hotel, ebenfalls mit integriertem Teehaus. Die Besitzer des ganzen gaben uns sogar am letzten Tag eine kleine Führung durch die Produktionsstätten. Wie schon drei Monat zuvor flohen wir auch diesmal vor den Massen an chinesischen Touristen in Alishan auf einen nahegelegenen Berg (Tashan- 2663 m). Leider war uns das Mai Wetter nicht allzu gut gesonnen und so sahen wir nur wenig durch die dicke Wolkendecke.

Am nächsten Tag ging es für uns in den Yushan National Park, der nur wenige Kilometer entfernt von Alishan liegt und den höchsten Berg Taiwan beherbergt. Da man für den Yushan Main Peak leider eine Genehmigung und vor allem einen Schlafplatz auf einer Zwischenstation braucht, die wir leider nicht bekamen, da sich neben uns noch 180 weitere Gäste auf die 92 Schlafplätze beworben hatten, entschieden wir uns den Yushan Front Peak (3239 m) in Angriff zu nehmen. Nachdem die letzten 800 Meter über eine Geröllpiste ziemlich genau gerade hoch führten, wurden wir oben angekommen leider mit keiner schönen Aussicht belohnt. Der Peak ist ein relativ kleiner Platz der von Bambus Bepflanzung umgeben ist. Durch die Bepflanzung und auch durch die aufziehenden Wolken war die Sicht leider nicht so schön, wie am Morgen von weiter unten. Wieder unten angekommen, ging es für uns weiter in den Süden- nach Kaoshiung.

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Nach den vielen Tagen Regen in Taipei, Taroko und teils auch in Alishan, war das warme Sommerwetter, was uns in Kaoshiung erwartete eine willkommene Abwechslung. Unser erster Stopp war mal wieder das Buddha Memorial Center, was mich immer wieder fasziniert. Die nächsten Tage verbrachten wir am Lotus See mit seinen unzähligen Pagoden, auf dem zweithöchsten Gebäude von Taiwan, der größten Shopping Mall Taiwans samt Riesenrad, einer Duck Tour mit einem Amphibienfahrzeug auf der Straße und dem Love River, und genossen das leckere taiwanesische Essen auf den Nachtmärkten. Einmal wurden wir Nachts von einem Feueralarm in unserem Hotel geweckt- Schuhe an, wichtigsten Dokumente geschnappt und raus- soweit unsere deutsche Denkweise. Damit standen wir ziemlich alleine da. In der Lobby wurde uns, wir immer noch im Schlafanzug, erklärt, dass es nur in der Küche etwas heiß geworden war. Auf unserem Rückweg ins Zimmer trafen wir auf zwei Asiaten in ihren Zimmertüren, die sich erstmal richtig angezogen hatten. Nachdem ich ihnen schilderte, dass kein Problem bestand, gingen alle wieder schlafen.

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Das zweithöchste Gebäude Taiwans & Blick von oben über Kaoshiung

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Lotus See in Kaoshiung

 

Am Ende der Woche ging es für uns nach Kenting- ein äußerst schöner aber auch bizarrer Ort im Süden Taiwans. Dort heißt es neben Sommer, Sonne, Strand auch Kernkraftwerk genau am Strand.

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Kenting und der südlichste Punkt Taiwans (mit nur "wenigen" chinesischen Touristen)

 

Am Ende der Woche ging es zurück nach Taipei, wo wir das Wochenende mit einem kleinem Berg im Norden ausklingen ließen und die nächtliche Aussicht vom Elephant Mountain in Taipei noch mal genossen.

Ab morgen startet dann das neue und auch das letzte Semester an der NCCU in Taiwan.

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Verkehr in Taiwan

 

Liebste Grüße

Niggy

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27. April 2014 7 27 /04 /April /2014 01:54

Huhu,

Zug fahren ist in Taiwan so eine Sache für sich. Im Gegenteil zum sonst immer so pünktlichen Deutschland, sind ja unsere Züge wirklich undeutsch. Ganz im Gegensatz dazu Taiwan. Hier sind die Menschen oft etwas zu spät, dafür sind aber die Züge, zumindest die, mit denen ich bisher gefahren bin, immer pünktlich. Schon bei einer Verspätung von einer minute wird das auf den Anzeigetafeln angegeben. Und obwohl der durchschnittliche Taiwanese deutlich kleiner ist als ein durchschnittlicher Deutscher, sind die Züge geradezu geräumig. 
Taiwanesen lieben es beim Zug fahren Lunch Boxen zu essen. Aus meiner Sicht sind die nicht wirklich etwas besonderes, viel zu viel trockener Reis, ein Büschen fad gewürztes Gemüse und Fleisch. Eine meiner Chinesischlehrerinnen hat mal erklärt, dass sie das an ihre Kindheit erinnert, wo es diese Art des Essens immer auf den Zugfahrten durchs Land gegessen haben. Denn obwohl Taiwan so klein und niedlich ist, können die Fahrten von einem ans andre Ende ganz schön lang werden. Am Freitag nach meiner Uni, also pünktlich zur Mittagszeit begab ich mich also auf den Weg von Taipei nach Miaoli, eine Stadt fast in der Mitte Taiwans. Und natürlich darf speziell zur Mittagszeit eine solche Lunch Box nicht fehlen. Und so sassen die Taiwanesen  fröhlich schmatzend um mich herum. Auch nach mehr als 1,5 Jahren hier kann ich mich an solch‘ eine Geräuschkulisse nicht gewöhnen. Und was ist des Taiwanesen (vor allem von Frauen) zweitliebste Beschäftigung beim Zug fahren? Genau- Selfies machen, wie eigentlich überall wo man ist.
Und wenn man seine Alltagsbrille mal ablegt, fällt einem auch wieder selber auf, wie freundlich Taiwanesen sind. Egal wo ich war, sobald ich auch nur ein bisschen fragend aussah, wurde mit sofort geholfen, auch wenn ich gerade keiner Frage hatte. Aber in Miaoli hatten wir damit Glück, denn wir kamen an einer Tempel/ Klosteranlage an, die am Freitag eigentlich geschlossen war, aber da ich Ausländer war, kam natürlich sofort ein englisch sprechender Guide und führte uns etwas in dem schon geschlossenem Tempel herum, leider nur in der Außenanlage, was trotzdem sehr interessant war._MG_7093_Fotor_Collage.jpg

Neu-7124_Fotor_Collage_6.jpgZum Abendbrot gab es ganz Oster Like viel zu essen, von Ente, über Suppe, Bambus, Omlette bis hin zu selbst gemachten Kim-Chi. Die Küche sah für mich eher aus, als ob man mit den riesen Töpfen für eine ganze  Fußballmannschaft kochen will. 
Samstag morgen ging es nach Nanzhong, was etwas mehr in den bergen gelegenen war, dort fand gerade ein Hakka-Fest statt, wo verschiedene Ureinwohner Stämme ihre Sanges- und Tanzkünste zum besten gaben. Wir schlenderten durch die alte Straße des Ortes, in Deutschland würde man das wohl eher als Altstadt bezeichnen. Dort gab es allerlei traditionelles taiwanesisches Essen. Auch die Aboriginies boten einige ihrer Köstlichkeiten an.

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Mit vollen Mägen ging es dann zu einem See, wo wir uns mit Massen von chinesischen Touristen einmal um den See bewegten. Wenn man wie wir Glück hat, gibt es zwischen zwei chinesischen Reisegruppen genug Abstand und man wird weder von der vor einem laufenden noch von der nach einem laufenden Gruppe zu sehr belästigt. 
Das es ja inzwischen in Taiwan etwas wärmer wird, rasieren viele Hundebesitzer ihren kleinen Freunden das Fell, da es aber in den bergen etwas kühler und neblig war, braucht ein Hund natürlich ein Regencape und anti-rutsch Schuhe. Und falls der Hund keine Lust mehr zu laufen hat, kennt man in Taiwan genügend Möglichkeiten den Hund anderweitig zu transportieren. Variante 1 ist natürlich das altbewährte auf dem Arm tragen. Variante 2, welche auch in Deutschland zunehmenden an Popularität gewinnt, sind diese Hundehandtaschen, EU der Körper des Hundes drin verschwindet und nur der Kopf noch zu sehen ist. Variante 3 ist der beliebte Hundewagen, in dem der Hund ähnlich wie ein Kind durch die Weltgeschichte geschoben werden kann. Variante 4, und die hab ich dort zum ersten Mal gesehen, ist eine Art Rucksack, wo der Hund aber nach hinten raus schauen kann.

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Euch eine schöne Woche

LG Niggy

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26. April 2014 6 26 /04 /April /2014 05:44

Nachdem schon um März ein Bekannter der in Shanghai arbeitet seinen Weg auf diese bezaubernde Insel gefunden hat, kamen nun ehemalige Kommilitonen aus Jena, die ihre Flitterwochen in Taiwan verbringen. Nachdem die Anreise vom Flughafen in die Stadt länger dauerte als gedacht, verschoben wir unser erstes Treffen auf Samstagmorgen. Den Vormittag verbrachten wir an der Chiang-Kai-Shek Memorial Hall. Bei meinen letzten Besuchen dort war der Vorplatz mit hunderten von Pandas überseet, die bei Regen sogar extra Regencapes hatten. Irgendwer hatte wohl die glorreiche Aufgabe die kleinen wieder einzusammeln und für die nächste Reise zu verpacken. Auf den Werbeanzeigen vor Ort konnte man sehen, dass die Pandas auch schon in Europa waren.

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Für uns gab es zum Mittag taiwanesischen Hamburger (Gua Bao), d.h. eine Art Hefekloß gefüllt mit  Schweinefleisch, Petersilie, Gemüse und gemahlenen Erdnüssen. Die Innereien Suppe wollten die beiden nicht kosten, obwohl ich ja finde, dass die Mischung aus Lotus und Innereien gar nicht so schlecht schmeckt und keinesfalls mit dem deutschen Verständnis von Innereien verwechselt werden darf.
Danach ging es Richtung Küste, nach Danshui. Für mich besonders spannend war, wie Taiwan Neulinge Sachen sehen, was für sie ungewohnt, komisch oder witzig ist. Was ihnen wie den meisten Ausländern als erstes auffiel, war die freundliche Art der Einheimischen. 
Angekommen in Danshui ging es zum San Fort Domingo. Und wie so oft, dachte man sich hier anhand der Bilder in Reiseführern, dass das Gebäude etwas größer sein müsste. Angekommen am Ziel, war es dann aber doch relativ klein, aber dennoch sehenswert. Nachdem wir schon zum Mittag in Gongguan eine typisch deutsche Spezialität aus Rothenburg, sogenannte Schneebälle, die ich tatsächlich in Deutschland noch nie gegessen hab, gesehen hatten, kamen wie nachmittags an einem Baumkuchen-Restaurant vorbei. Für mich mal wieder das Zeichen, in Taipei muss man Deutschland und das heimische Essen wirklich nicht vermissen, den neben deutschen Bäckereien, Restaurants und Cafés gibt es eben auch solch spezielle Restaurants, und so kann man wirklich viele deutsche Sachen haben, wenn man dem will. Obwohl wir schon festgestellt haben, dass Schokobons hier tatsächlich etwas trocken schmecken. Ich konnte es auch erst nicht glauben, aber es geht, dass das Innere wirklich zu trocken ist, obwohl es und ein Rätsel blieb, wie das möglich ist.
Zum Abendbrot gab es für mich Stinky Tofu, den die beiden tapfer kosteten, ihm aber als nicht so ihres einstuften. Nachdem das Mittag sehr gut ankam, war der Stinky  Tofu nicht so ihres. Das restliche Essen kam aber sehr gut an, vor allem den unzähligen Teevariationen sind die beiden verfallen.

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Am Sonntag gab es dann eine kleine Führung über unseren wunderschönen Campus, von wo aus wir dann einen Wanderweg in die Teeberge folgten. Runterwärts wollten wir die Gondel nehmen, wofür wir aber typisch taiwanesisch natürlich erstmal anstehen mussten, 40 Minuten später konnten wie endlich in einer Hello Kitty Gondel Platz nehmen und den Berg wieder runter fahren. Nachdem die beiden nun den Taipei 101 von allen möglichen Orten aus gesehen hatten, verbrachten sie den Nachmittag am und auf dem 101, da das Wetter aber nicht so perfekt war, nutzte ich dem Sonntagabend, um mit meiner Familie “Mittag zu essen“, besser gesagt sie essen und ich stehe dank iPad dabei und bin ins Familienleben integriert.

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14. April 2014 1 14 /04 /April /2014 10:22

Hallo ihr Lieben,

 

Endlich hieß es wieder Sachen packen und ab in den Urlaub, zumindest in den Kurzurlaub. Quasi vor der Zwischenprüfung noch mal kurz ausspannen, aber umso mehr Tests man hier schreibt und hat, umso unspektakulärer wird die ganze Sache mit den kleinen Tests, größeren Tests, Zwischen- und Abschlussprüfung. 
Mit dem Flugzeug ging es von Taipei aus nach Magong auf Penghu. Penghu ist eine kleine Inselgruppe östlich von Taiwan. Dort angekommen holte mich der Hotelbesitzer noch mit dem Auto ab, bevor wir dann auf unser Haupttransportmittel Scooter (ich glaub in Deutschland sagt man dazu Roller) und Fähre umstieg.
 Am Abend ging es zu einem typisch taiwanesischen BBQ, was man keinesfalls mit dem urthüringischem Grillen im heimischen Garten verwechseln darf. Ein betonierter Platz, viele Campingtische mit einem Loch in der Mitte, wo dann jemand Kohlen, die er vorglühte, brachte und man mit einem etwas spartanischem Grillrost anfangen konnte, alles was man so wollte zu grillen. Und alles was man so will, sollte man auch ernst nehmen. Hier grillt man sogar den Hintern, sprich die Fettdrüse, von Hühnchen. Ich probier ja so ziemlich alles, aber der Gedanke an das heimische weihnachtsfest und wie mein Papa da immer das restliche Fett der Gans rauspresst, hat mir das Testen einfach unmöglich gemacht. Zumal man in Deutschland bei allen Geflügelarten die restlichen Kiele akribisch entfernt, also zumindest wir stehen da immer mit unsere Gans-Pinzette da und entfernen alles, was da noch so ist. Das wurde in dem Restaurant nicht gemacht, was diese angebliche Köstlichkeit für mich schon von vornherein irgendwie komisch erschienen lies. Und wie beim Scooter fahren gilt auch beim Grillen, von ein bisschen Regen lässt man sich nicht aufhalten. Regenjacke an und weiter geht’s.

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Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre Richtung Qimei. Unsere Scooter blieben in Magong am Hafen zurück, aber wo auch immer wir ankamen, bekamen wir neue. Qimei ist eine kleine Insel weiter südlich wo das bekannte „kleine Taiwan“ und das doppelte Herz liegt.

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Die Landschaft dort ist einfach unglaublich schön, vor allem wenn man so mit dem Scooter die Küste entlang fährt, und das sogar bei Regen. Der Freitagmorgen startete etwas später und mal wieder ging es mit einem Boot weg von der Hauptinsel- zu einem Mitten auf dem Meer gelegenen schwimmenden und damit auch wackelnden Restaurant, um mal wieder Austern zu grillen- frischer geht es wohl kaum, die Austern kamen aus dem Meer direkt auf den Grill. Nach dem Essen konnte man noch „Angeln gehen“. Aber auch angeln gehen darf man nicht mit der deutschen Variante verwechseln, denn um die Sache etwas einfacher zu machen, grenzt man im Meer ein Areal ab, um das dann alle im Kreis herum stehen und die darin eingesperrten Fische versuchen zu fangen. Übrigens muss man in Taiwan auch innerhalb des Landes nicht auf angeln verzichten, denn auch da gibt es an diversen Stellen Schwimmhallen-artige Gebäude, wo jemand fische hält, die man dann fischen kann.

Am Nachmittag ging es an den Strand (Shanshui Beach), inzwischen hatte zwar der Regen aufgehört, aber kühl war es trotzdem noch, vor allem der Wind. Weshalb ich wahrscheinlich zum ersten Mal mit langer Hose, Jacke und Schal am Strand war. Einige wagemutige Taiwanesen haben sich sogar getraut zu baden, wahlweise in normalen Klamotten und teils auch in Badesachen. Weiter an der Küste entlang ging es dann zu den Fenggui Blowholes.

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die AIESECer mit denen ich unterwegs war

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Auf dem Weg vom Strand zu den Fenggui Blowholes

 

Am Samstag überlegten wir uns, eine etwas weitere Strecke mit dem Scooter zurück zulegen, und mal via Brücken auf andre Inseln zu fahren. Das Scooter volltanken dabei hat umgerechnet 3,75 € gekostet, solche Tankpreise wünscht man sich auch in Deutschland. So ging es von der Hauptinsel Magong/ Huxi über Baisha nach Xiyu (bis ganz an den süd-westlichsten Zipfel) zu dem Yuwengdao Lighthouse. Um das zu besichtigen muss man erstmal durch ein kleines Militärareal hindurch, wo einen bewaffnete Soldaten grimmig dreinschauend „begrüßen“. Am Daguoye Columnar Basalt wurden wir dann von zwei Taiwanesinnen mit den Worten „Wir haben euch gestern gesehen. Ihr wart in dem einem Restaurant Stinky Tofu essen“ begrüßt. Scheinbar sind Stinky Tofu essende Ausländer doch etwas auffällig. Etwas befremdlich für mich war, dass ein Park mit Windrädern als Touristenattraktion ausgeschildert wurde, das wir das beide als nicht wirklich sehenswert eingestuft haben, hielten wir am nördlichen Ende der Insel Xinyu in Xiaomenyu bei der Whale Cave. Da für Penghu Kaktussachen sehr berühmt sind, haben wir dort Kaktuseis und Tintenfisch gegessen. Nachdem wir uns am Abend noch mit zahlreichen Souvenirs, was in Taiwan vor allem Essen ist, eingedeckt hatten, ging es mit dem Flieger auch schon wieder zurück nach Taipei, wo ich dankt innerstädtischem Flughafen ruck zuck zurück in meiner Wohnung war.

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Yuwengdao Lighthouse

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Liebe Grüße Niggy

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22. März 2014 6 22 /03 /März /2014 08:30

In der zweiten Woche meines Urlaubs ging es also nach Laos. Nachdem in Kamdoscha der Straßenverkehr durch permanentes Hupen geprägt war, kam ich in Laos in einem von Ruhe geprägten Straßenverkehr an. Nachdem ich mir die Hauptstadt Vientiane etwas angeschaut hatte, ging es auch schon weiter nach Vang Vieng.

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Die Internetberichte reichten von Back-Packer-Party Hochburg bis hin zu landschaftlichem Paradies. Die Busfahrt war schon mal angenehmer als gedacht, auch darüber habe ich vorher einige Horrorgeschichten im Internet gelesen, aber wie schon in Kamdodscha, hatte ich auch in Laos mit der ersten Busfahrt Glück und von dann an ging es beim Thema Busfahrten ganz nach dem Motto “Schlimmer geht’s immer” weiter. Die ersten zwei Stunden der Busfahrt erinnerten mich an Kambodscha, gerade Straßen, kaum Kurven, keine Berge. Aber irgendwann tauchten endlich die Karst-Formationen am Horizont auf- und die Straßen wurden schlechter. Serpentinenartig wunden sich die Straßen von da an durch das Gebirge und der Busfahrer versuchte so gut es ging, den unzähligen Schlaglöchern auszuweichen. Wer sich in Deutschland jeden Frühling über die Schlaglöcher beschwert, sollte unbedingt mal nach Laos, daneben sind die vom wintergeschädigten deutschen Straßen noch richtig gut in Schuss. Nach knapp vier Stunden Fahrt kommt man dann in Vang Vieng, umgeben vom laotischen Karstgebirge und Regenwald, an. Ein unbeschreiblich toller Ort, der kontroverser nicht hätte sein können. Hier fand ein Aufeinandertreffen von chinesischen Familien mit “partywütigen” Backpackern und Outdoorliebhabern statt. Für mich war am spannendsten das Zusammentreffen der chinesischen Familien, mit ihren kleinen Kindern, und der meist angetrunkenen, knapp bekleideten Partymeute. Tatsächlich lädt die Landschaft in Vang Vieng zum wandern, Kanu oder Fahrrad fahren ein, und obwohl es viele örtliche Anbieter für solche Touren gibt, war es gar nicht so einfach, kurzfristig noch was zu bekommen, was nicht Tubing war (sprich mit einem alten LKW Reifen auf dem Fluss von einer Bar zu nächsten zu treiben und sich langsam aber sicher zu betrinken). Am Ende haben wir dann doch noch einen lokalen Guide zur Seite gestellt bekommen, der uns durch den Dschungel und über die Berge führte. Spätestens nach den ersten 100 Metern waren wir über unseren Begleiter auch sehr froh, ich wäre schon nicht auf die Idee gekommen, bei den Einheimischen in die Gärten und über ihre Felder zu laufen, um auf einen “Wanderweg” zu gelangen. Noch hätte ich das, was wir dann als Wanderweg benutzten, auch wirklich als Weg definiert. So gerade wie der Berg nach oben gingen, ging auch unser Weg nach oben, und was für mich immer schlimmer ist, auch wieder runter. Da vermisst man schon die schönen Wanderwege in Europa, die mit einer angenehmen Steigung auf den Berg hinauf führen. Nach der ersten Hälfte unserer Tagestour sammelt wir langsam Bananenblätter ein, die uns beim Mittag als Teller dienten. Auch etwas Holz fürs Feuer wurde noch mitgenommen und schon konnten wir in einer kleinen “Höhle” ein Feuerchen machen und grillen. Wie sich auf der weiteren Reise herausstellte, ist Grillen der „Volkssport“ Nummer eins ins Laos, das erste was am Morgen angemacht wird ist der Grill und der ist auch das Letzte, was Abends ausgeht. Nach unserer kleinen Stärkung ging es weiter, wieder eine nicht als Weg erkennbare Strecke hoch auf den Berg und dann ging es etwas rutschig auf der anderen Seite wieder runter. Am Abend entscheiden sich Maren und ich zum Glück nicht mit den anderen aus dem Hostel gemeinsam essen zu gehen, sondern uns ein anderes Restaurant zu suchen, denn die anderen machten ihre ersten unfreiwilligen Erfahrungen mit der Drogenszene von Vang Vieng. In den Milchshakes befanden sich neben Milch und Frucht auch noch Pilze, die ihnen einen etwas abenteuerlicheren Abend bescherten als gedacht. Also wer plant nach Vang Vieng zu gehen, Augen auf bei der Restaurantwahl und vielleicht lieber zweimal nachfragen, was sich so alles im Essen und trinken befindet. Eine weitere Kuriosität dieses Ortes waren die unzähligen Video Bars, die mit ihren Sitz-Lieg-Gelegenheiten viele Touristen zum Essen, Trinken und schauen US-amerikanischer Sitcoms einlädt. Und auch während der Nacht war uns keine vollkommene Ruhe gegönnt. Beim Betreten des Zimmers am Abend sah ich, wie eine kleine Ratte auf den Dachboden flüchtete, dem Hostel war das Problem der Ratte zwar bekannt, aber so wirklich etwas dagegen machen konnten sie nicht, also saß das kleine Wesen Nachts irgendwo bei uns im Zimmer und knabberte an dem Bambus, aus dem das Haus gemacht war rum.

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Die nächste Busfahrt Richtung Norden nach Luang Prabang sollte alle bisher erlebten Busfahrten toppen- man konnte in Laos wirklich den Eindruck bekommen, dass Busfahrten für Menschen und Tiertransporte nicht wirklich klar voneinander getrennt werden konnten. Und als wäre das Auto mit uns Menschen nicht schon voll genug gewesen, hielten war nach einer halben Stunde Fahrt mitten in der Pampa an einem Straßenstand an, damit unser Fahrer erstmal einen Vogel kaufen kann. Das Arme Tier wurde tatsächlich die ganzen Serpentinen hoch und runter in einem winzigen Käfig transportiert- ich bin mir sicher, fliegen wäre für ihn wesentlich angenehmer gewesen. Ich glaub das Ziel des Fahrers war es, uns Reisende so viel wie möglich zu ärgern- anstatt Schlaglöcher zu umfahren fuhren wir gefühlt durch alle mitten durch, was zusammen mit den Serpentinen dazu führte, dass man entweder Zentimeterweit nach oben hüpft, nach rechts oder links rutscht. Man Plan, während den Busfahrten für meine bald anstehenden Finals zu lernen, wurde deshalb unmöglich.

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In Luang Prabang angekommen rächte sich unser Plan einfach vor Ort spontan nach einem Hostel zu suchen. Von wegen Laos ist wenig touristisch, zu chinesisch Neujahr war wirklich alles ausgebucht. Wir hatten Glück und bekamen irgendwo noch ein Zimmer. Die Einheimischen machen sich den Touristenboom zunutze, in dem die Familie einfach zusammen in einem Zimmer lebt und sie den Rest des Hauses vermieten. Wie schon in Vientiane sieht man an vielen Stellen, dass Laos lange französische Kolonie war, vor allem die französischen Schokocroissants haben es uns angetan. Luang Prabang kann man super zu Fuß, per Fahrrad, per Scooter oder auch auf dem Wasser erkunden. Wir verbrachten die Tage vor Ort mit einer Mischung aus allem, besichtigten die unzähligen Tempelanlagen der Stadt, fuhren Kanu auf einem Seitenfluss des Mekongs, und besuchten die unfassbar schönen Wasserfälle etwas abseits der Stadt.

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Nach den entspannten Tagen in Luang Prabang ging mein Rückreisemarathon zurück nach Taiwan los- 12 Stunden Busfahrt gefolgt von unzähligen Flügen nach und durch China, mit stündlichen Zwischenstops in fast jeder Provinz in Chinas. Nach 40 Stunden kam ich endlich in meiner Wohnung in Taiwan an. Fazit meiner Reise: es waren zwei unglaublich tolle und ereignisreiche Wochen in zwei super tollen Ländern. Und am Ende hab ich, obwohl ich mit nur 7 Kilo Gepäck gereist bin, wirklich nichts vermisst. Trotzdem war ich am Ende wieder froh, nach den unzähligen Hostels wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein, mein eigenes Bett zu haben und mein eigenes Bad, und dennoch ist es schön zu sehen, mit wie wenig Sachen im Leben man eigentlich auskommt.

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21. März 2014 5 21 /03 /März /2014 17:18

Nachdem ich schon vor zwei Jahren chinesisch Neujahr in Taiwan verbracht habe, habe ich mich diesmal entschlossen, meine zwei Wochen Ferien zum Reisen zu nutzen.
 Zunächst ging es mit Gina via Shanghai nach Kambodscha. Angekommen in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, bekamen wir dank Taxifahrt zum Hostel mitten in der Nacht eine kleine Sightseeing-Tour durch die Stadt.

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Neu-1972_Fotor_Collage_PP3.jpgNach einer kleinen Stadttour mit Tempeln, dem Royal Palast und über diverse Märkte ging es von Phnom Penh aus mit dem Bus ins über 300km entfernt Siem Reap. Kilometerlange gerade Strassen ohne Kurven, teils asphaltiert,manchmal auch einfache Staubstrassen, mit riesigen Schlaglöchern, so dass längere Schlafeinheiten auf der 6-stuendigen Fahrt ein apruptes Ende fanden.
Am nächsten Morgen war die Nacht für uns auch früh zu Ende, der Wecker klingelte 4Uhr 30,damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang bei Ankor Wat sein konnten. Ein langer Tag in den Tempelruinen von  Ankor Wat und Ankor Thom stand vor uns. Mit unzähligen anderen Touristen schoben wir uns Treppauf-Treppab die Tempel hoch und runter, durch zerfallene Tempelruinen und vorbei an zahllosen Buddhagesichtern. Besonders beeindruckend sind Tempel wie Ta Promh (wo Tomb Raider gedreht wurde),wo auf den Tempeln und um die Tempelmauern Bäume wachsen. 
Nachdem wir am ersten Tag von unserem Tuk Tuk Fahrer von einem zum anderen Tempel gefahren wurden, wollten wir den zweiten Tag mit Fahrrädern unser Glück versuchen. Auf unserer Karte war nicht klar erkennbar, dass manche Strassen eher kleine Wege mitten durch den Urwald sind oder man auf den Mauern von Ankor Thom herum fährt. So fuhren wir bei den Einheimischen gefühlt durchs Wohnzimmer und unsere Wege endeten auch mal als riesige Löcher, wo das, was mal Weg war, einfach weggespült war. Aber so kamen wir an einsame, verlassene Tempel mitten im Wald, auf denen wir rumklettern  konnten.

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Anschließend ging es für uns weiter quer durchs Land- nach Battambang. 
Gefühlt gibt es auf den Fahrten durchs Land eine Strasse, die die Orte miteinander verbindet, weder rechts noch links gehen wirklich Strassen ab und nur direkt an der Strasse stehen Häuser. Strassenmarkierungen fehlen auch gänzlich und so kommt es schon mal vor, dass mehrere Überholvorgänge parallel ablaufen- Fahhradfahrer wird von Motorrad überholt, welches von Tuk Tuk überholt wird, das gerade von einem Auto oder ähnlichem überholt wird. 
Nach einem Stop mitten in der Pampa fingen sämtliche Einheimische um uns herum an Heuschrecken zu essen, wobei diverse Essenreste gerne im Busgang neben uns landeten. Das Umland von Battambang erkundeten wir wie gewohnt per Tuk Tuk und Fahrrad. Mit dem Tuk Tuk ging es zunächst kilometerweit über staubige Straßen, die eher nach dem Motto “Loch an Loch und hält doch” präperiert waren. Um das Abenteuer Battambang abzurunden, ging es mit dem Bamboo-Trail mitten durchs Nirgendwo. Unser Fazit der Fahrt: wirkt eher wie eine kleine Achterbahnfahrt in irgendeinem Vergnügungspark, bei der immer Mal ein Ast ins Gesicht schlägt und auch mal eine Kuh mitten auf der Strecke steht, nur dass man bei Achterbahnen in Deutschland wenigstens wüsste, dass der TÜV schonmal vorbeigeschaut hat.

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Bei unserer letzten Busfahrt durch Kambodscha wurden wir dann “endlich” Zeugen, der im Internet schon angekündigten Verspätungen. Mit nur knapp einer Stunde Verspätung und einem kleinen Zwischenstopp, weil der Busfahrer sich in einem Laden Motorräder anschauen will, gehts endlich los Richtung Phnom Penh. Dort standen am nächsten Tag die Killing Fields und die Innenstadt auf dem Programm. Dank eines netten Tuk Tuk Fahrers konnten wir uns den Einheimischen Gepflogenheiten (vor dem Staub geschützt durch eine Gesichtsmaske) durchs Umland bewegen, wo er uns später auch einige Kleidungsfabriken zeigte und uns einige spannenden Details zu den Lebensumständen in Kambodscha erklärte.

Am Abend hieß es dann Abschied nehmen- denn für Gina ging es zurück nach Taiwan und für mich hieß es am nächsten Tag Aufbruch nach Laos.

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3. März 2014 1 03 /03 /März /2014 06:02

 

Huhu ihr Lieben, ja für mich hieß es schon wieder Urlaub, nur zwei Wochen nachdem ich aus Laos wieder kam, endete mein zweites Semester an der NCCU und meine Eltern kamen zu Besuch. Das klingt natürlich, als ob wir hier nicht studieren, aber zwischen Urlaub und Urlaub hieß es noch mal fix Abschlussprüfung schreiben.

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(Ostküste Taiwans)

 

Freitag ging es dann mit meinen Eltern und Gina an der Ostküste von Taipei nach Taroko. Nachdem mein Chinesisch nun langsam besser wird, haben wir uns dieses mal entschlossen selber ein Auto zu mieten und durch das Land zu fahren. Manchmal frage ich mich in Taiwan wirklich, wie man das machen soll, ohne das man Chinesisch kann (dieser Gedanke kam mir auf der weiteren Reise noch sehr oft). Schon beim abholen des Autos wurde mal wieder klar, so wirklich ohne Chinesisch geht es nicht. Aber dafür typisch taiwanesische Effizienz- wir (1 Kunde) und 5 Angestellte, sprich einer arbeitet und 4 überwachen bzw. schauen einfach nur zu. Wie schon vor zwei Jahren fand’ ich auch diesmal die Taroko Schlucht sehr beeindruckend. Wer selber mal dahin fahren will, es empfiehlt sich wirklich ein eigenes Auto oder einen eigenen Scooter zu haben, ich fand das damals mit öffentlichen Verkehrsmitteln doch sehr mühsam und so konnten wir halten, wo wir es gerade interessant fanden. So kamen wir auch relativ weit hinein in die Schlucht an einen wunderschönen Wanderweg, weit ab von den Massen an Touristen, die täglich den Nationalpark besichtigen. Sonntag ging es für uns weiter quer durchs Land und mitten durchs Gebirge. Wer mal die Karte von Taiwan genauer angeschaut hat, hat gesehen, das es da ganz schön hoch geht, das erinnerte mich stark an unsere Frankreich-Urlaube und die Serpentinen dort. So geschlängelt ging es hoch bis auf 3200 Meter, wo alle Taiwanesen freudestrahlend im Schnee standen- auch für mich das erste Mal, dass ich Schnee in Taiwan gesehen habe. Der Volkssport auf dem Pass war es, möglichst viel Schnee als Schneemann geformt auf die Windschutzscheibe zu platzieren und damit dann möglichst weit runter ins Tal zu kommen. Beliebt war auch Schnee in Flaschen oder andre Behältnisse zu füllen und das als Andenken mit nach Hause zu nehmen, oder einfach auf Pappe (als Schlittenersatz) durch den Schnee zu rodeln.

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Zumindest braucht man so für die gar nicht mal so lange Strecke tatsächlich 7 Stunden. Am Ende des Tages konnten wir in Alishan noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, der Aussah wie auf all’ den Postkarten die es hier immer gibt.

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(Alishan)

 

Montag ging es für uns dann richtig in den Nationalpark und mit dem berühmten Alishan Zug immerhin eine Station nach oben. Um den Touristenmassen etwas zu entkommen, entschlossen wir uns auch dort einen Wanderweg zu folgen. Und so ging es für uns in taiwanesischer Manier, d.h. mit vielen Treppenstufen, auf 2600 Meter hoch. Belohnt wurde man dann mit einem grandiosen Blick. Auch den zweiten Tag in Alishan verbrachten wir recht Einsam und weit ab von all dem Touristen Rummel auf dem Fen-Rui-Gudao-Wanderweg. So erlebt man Taiwan mal von einer ganz anderen Seite- fernab von der Metropole, nur hier und da mal ein Restaurant und vereinzelte 7-11 (Convenient Stores, die in Taipei mindestens im Umkreis von 100 Metern zu finden sind) und wenn die Nacht einbrach, dann war es auch tatsächlich dunkel und nicht noch immer durch die viele Werbeschilder bunt und hell.

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(Alishan)

 

Von Alishan aus ging es für uns in die älteste Stadt Taiwans- nach Tainan. Nach den Bergen ging es für uns wieder durch bunte Straßen und noch buntere Tempel. 

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(Tainan)

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(Tainan)

 

Dank eines Feiertags in Taiwan war es relativ schwer für die letzten Tage ein Hotel zu finden, weshalb es uns noch südlicher verschlug- in den Landkreis Pingtung. Dort sind wir in einem christlichen Dorf gelandet. Der Hotelbesitzer hatte die größte Freude uns Europäer, wo er dachte, dass wir christlich sind, durch den Ort zu führen. Der Ort ist scheinbar das ganze Jahr weihnachtlich geschmückt, aber nur zu Weihnachten werden die tausenden bunten Lichter tatsächlich angemacht. Viele der Hauswände sind mit christlichen Motiven bemalt oder vor den Häusern stehen Krippen, wie man sie bei uns nur zu Weihnachten in der Kirche sieht.

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(Pingtung County)

 

Am nächsten Tag ging es zum Kontrastprogramm in das Buddha Memorial Center in Kaoshiung und dem benachbarten Kloster, wo ich im November ein Wochenende verbracht hatte. Auch diesmal zog mich diese beeindruckende Anlage wieder voll in ihren Bann. Und wir hatten das große Glück, dass am Freitag ein riesiges Feuerwerk in der Anlage stattfand.

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(Fo Guang Shan Monastry)

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(Buddha Memorial Center)

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(Meeresaquarium Kending)

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(Feuerwerk im Buddha Memorial Center)

 

Rückzu nach Taipei sind wir über die Highways an der Westküste gefahren, wo sich eine Stadt an die nächste reiht und kaum eine Ende oder ein Anfang einer Stadt genau auszumachen ist.

Nun sitzen meine Eltern schon wieder im Flieger nach Deutschland und für mich geht ein urlaubsloses Semester los.

 

Euch einen guten Start in die neue Woche

LG Niggy

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19. Januar 2014 7 19 /01 /Januar /2014 04:01

Hallo ihr Lieben,

 

ich erinnere mich noch gut als ich vor 2,5 Jahren an einem Augustwochenende bei schönstem Wetter mit Helen durch die Straßen Taipei’s schlenderte- blauer Himmel, tausende Motorroller um mich herum, den Taipei 101 fest und Blick und dann plötzlich dieser unerträgliche Gestank, als ob jemand vergessen hat, die Klärgrube zu schließen. Mein erster Kontakt mit Stinky Tofu endete damit, dass wir zunächst die Straßenseite wechselten und irgendwann immer schneller liefen um dem üblen Geruch schnellstmöglich zu entkommen. Es hat damals ganze 3 Monate gedauert, bis mich Freunde davon überzeugen konnten einen Happen des fermentierten Tofus zu probieren. Warum sollte ich mich auch nur in die Nähe eines so übel riechenden Restaurants oder Stand begeben? Und wenn schon der Umkreis von 30 Metern für mich unerträglich war, wie sollte ich dann überhaupt das Essen bestellen, geschweige denn essen? Hao suchte für meinen ersten Versuch ein für Stinky Tofu Verhältnisse wenig stinkendes Lokal aus. Fazit damals: der Tofu ist tatsächlich essbar, aber noch mal muss man das Ganze nicht haben. Während meines ersten Aufenthaltes in Taiwan war es das dann auch mit mir und dem Stinky Tofu, ich hab weiterhin die Straßenseite gewechselt, wenn ich nur annähernd in die Nähe eines Stinky Tofu Ladens kam. Die Begeisterung, die alle meine taiwanesischen Freunde für dieses übel riechende Gericht hatten, konnte ich nie verstehen.

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Und dann kam Shelly, meine Mitbewohnerin, man kann fast sagen, dass sie zu einer Stinky Tofu Botschafterin wurde. Als wir im September mit ihr auf einem Nachtmarkt in Taichung waren, bog sie plötzlich ab und stellte sich an- Stinky Tofu. Da war er wieder, mein Freund aus der Vergangenheit, dem ich nicht zwingend wieder begegnen wollte. Da die Schlange ziemlich lang war, stellte sie sich an und wir gingen schon einmal vor. Irgendwann trafen wir wieder auf sie und den Stinky Tofu. Der Laden, wo sie sich Minuten zuvor angestellt hat, roch genauso übel, wie es in meinen Erinnerungen abgespeichert war. Aber als sie da so mit dem Tofu vor uns stand, roch der Tofu gar nicht mehr so schlimm und aussehen tut er sowieso nicht schlecht. Was mich dazu brachte, dem Stinky Tofu eine zweite Chance zu geben. Weit weg von dem üblen Geruch schmeckte es tatsächlich ganz gut. Die kommenden Wochen wiederholten wir das Spielchen mit dem sie kauft den Tofu und wir gehen zum Essen an einen anderen Ort noch einige Male und so langsam konnte ich verstehen, was die Taiwanesen daran finden. Nach und nach sucht man auch nicht mehr nach den wenig stinkenden Läden, denn da wo es mehr stinkt, schmeckt es auch wirklich besser. Und so kommt der Tag, an dem man über einen der unzähligen Nachtmärkte in Taipei schlendert und den Gestank nicht mehr als lästig empfindet, sondern seine Quelle sucht. Inzwischen ist auch meine Anpassung an den National-Snack komplettiert und ich kann den Tofu sogar vor Ort essen.

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Aber nicht nur in Sachen Stinky Tofu passe ich mich immer weiter an die taiwanesischen Verhältnisse an. Wie schon vor einigen Wochen beschrieben, lieben es Taiwanesen, ihre Restaurantbesuche vorab aufwendig mit Hilfe von Internetrecherchen zu planen In Deutschland .würde ich mich einfach mit Freunden an einem für alle Beteiligten günstigen Ort treffen und dann vor Ort schauen, wo wir hingehen wollen. Hier fange aber auch ich inzwischen an im Internet zu recherchieren, wo es welche Restaurants gibt und welche Bewertungen und Erfahrungen man dazu finden kann. Nach sorgfältigen abwägen, welcher kulinarische Richtung man sich hingeben möchte, analysiert man die beschriebenen Restaurants, versucht zu reservieren oder informiert sich, wie viel Wartezeit man einplanen sollte. Sehr empfehlenswert ist dabei der Blog von Hungry in Taipei, da kann man sich teilweise auch über die Inneneinrichtung der Restaurants informieren und dank Bilder der Speisekarten schon mal schauen, was so alles angeboten wird. Ich bin gespannt, wann ich auch in Deutschland anfange, die besten und beliebtesten Restaurants im Internet heraus zu suchen. Neben dem Essen habe ich aber natürlich auch normal Uni. Unsere Lehrerin ist immer sehr bemüht uns mit neuen Ideen zum lernen zu motivieren. So spielen wir „Wer-bin-ich“ mit Vokabeln, oder haben kleine Rollenspiele mit Handpuppen. Neben meinem normalen Chinesischkurs habe ich dieses Semester auch einige Stunden Kalligraphie. Letzte Woche während der ersten Stunde haben wir gelernt, wie man richtig sitzt, den Pinsel richtig hält und wie man richtig schreibt. Man bewegt nämlich nicht wie beim normalen Schreiben nur die Hand, sondern den gesamten Arm, der dabei ca. 5 cm über dem Blatt schwebt. Am Ende sieht es dann mit etwas Glück in etwas ähnlich aus, wie das, was die Lehrerin geschrieben hat (Orange= Lehrerin, Schwarz= meins).

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(mein chinesischer Name)

 

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und verabschiede mich schon mal in den Urlaub.

Liebste Grüße

Nicole

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5. Januar 2014 7 05 /01 /Januar /2014 03:20

Hallo ihr Lieben,

erstmal euch allen noch ein frohes neues Jahr oder wie man hier eben sagt: 新年快樂(Xin nian kuaile). Seit meiner Ankunft im August hier hängt an unserer Wohnungstür, wie auch an vielen andren Stellen, ein Weihnachtskranz bzw. diverse andere Weihnachtsdeko. Was also das ganze Jahr über eher als Staubfänger diente, kam endlich in der richtigen Saison an. Obwohl Taiwanesen Weihnachten nicht feiern, wurden pünktlich vor Weihnachten überall Weihnachtsbäume aufgestellt, die Verkäufer in den Geschäften trugen witzige Rentierohren und Weihnachtsmann-Mützen. Sogar eine überdimensional große Schneekugel gab es in der Stadt. Vor zwei Jahren hatte ich noch Glück, Weihnachten und somit auch Silvester vielen auf einen Samstag, wo man auch hier nicht arbeiten muss. Da dieses Jahr beides aber mitten in der Woche lag, wurde die traditionell eher ruhigeren und arbeitsfreien Tage zu ganz normalen Arbeits- und Unitagen. Und da man sich hier vielmehr an den Amis orientiert, war auch anstatt des 24. Dezembers, der 25. Dezember der Tag an dem es festlich wurde. An Heiligabend selber ist hier, außer dem normalen Alltag, recht wenig passiert. Dank Skype war ich zu Hause bei meiner Familie bei allen relevanten Aktivitäten dabei: ich konnte beim Geschenke einpacken helfen, beim kochen, saß unterm Weihnachtsbaum und habe Geschenke angeschaut und war sogar einmal beim Essen dabei. So kam tatsächlich irgendwie doch etwas Weihnachtsstimmung auf.

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Taipei weihnachtlich dekoriert

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Unsere Wohnungstür :)

 

Zu Silvester ging es für uns natürlich wieder an den Taipei 101 wo wir uns das Feuerwerk anschauten, was hier nicht nur zur Feier des neuen Jahres gestartet wird, sondern was auch alljährlich der Geburtstag des Gebäudes ist, was genau vor 10 Jahren am 01.01. eröffnet wurde. Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück, regnete es die letzten drei Wochen des Jahres ununterbrochen, wurde der letzte Tag des Jahres richtig angenehm warm und ohne Regen. Für alle die im milden Deutschland sitzen, wir konnten die Woche schon im T-Shirt rumlaufen, weil es über 20 Grad und sonnig war. Da schon kurz darauf unsere Zwischenprüfung stattfand, waren die ersten Tage des Jahres wieder mit lernen gefüllt.

 

Vergangenes Wochenende war das Wochenende des Anstellens. Hier in Taiwan liebt man es sich an die möglichst längste Schlange anzustellen. Der Höhepunkt war Sonntag, als ich mich mit einer Freundin zum Brunchen verabredet habe. Wir wollten in ein bei jungen Leuten besonders beliebtes Restaurant. Reservierungen gingen scheinbar nur Wochen vorher, aber man sagte uns, es gäbe immer freie Tische für die, die nicht reservieren konnten, man müsse nur pünktlich da sein. Pünktlich heißt ca. 30-60 Minuten vorher, dass man dann auch wirklich in das Restaurant kommt. Als wir ankamen, 25 Minuten vorher, war schon eine lange Schlange vor uns. Und tatsächlich hätten wir 1-2 Stunden warten sollen, bis wir hätten essen können. In Taiwan hat essen wirklich eine andere Stellung als in Deutschland. Trifft man sich in Deutschland oft mit Freunden auf einen Kaffee, wird das hier immer zu einem Afternoon Tea. Klingt erstmal ähnlich, bedeutet aber, Getränk plus ein riesiges Dessert. Und man trifft sich nicht wie in Deutschland einfach irgendwo und schaut dann in der Umgebung was es so gibt, sondern man sucht vorher auf Blogs im Internet die besten Restaurants und Café’s und trifft sich dort. Shelly, meine Mitbewohnerin, hat das ganze perfektioniert. Egal wo sie ist, zückt sie ihr Handy und sucht in der Umgebung das beste und speziellste Restaurant. Man stellt sich manchmal sogar an Schlangen an und weiß gar nicht wofür, aber es muss gut sein, weil ja viele anstehen.

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Diesen Samstag wollte ein Freund noch mal auf den Elephant Mountain ehe er abreist (so langsam geht die Abreiswelle hier los, alle die nur ein Semester hier waren, packen ihre sieben Sachen und gehen zurück nach Hause). Auch wenn das Wetter nicht das beste war, hatten wir einen schönen Blick über die Stadt. Anschließend ging es auf den ältesten Nachtmarkt in Taipei (Raohe Street Night Market). Von Nachtmärkten hier werden ich wohl auch nie genug bekommen, die Mischung aus Ramsch, Klamotten, Technik und Essen ist irgendwie faszinierend. Und da wir hier als Ausländer ja keine Ahnung haben, was gut und was nicht so gut ist, adaptieren wir einfach die Verhaltensmuster der Einheimischen und stellen uns an den längsten Schlangen an. So kamen wir zu reichlich leckerem Essen.

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So das soll es nun erstmal wieder von mir gewesen sein, euch einen schönen Sonntag noch.

LG Niggy

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21. Dezember 2013 6 21 /12 /Dezember /2013 15:08

Hallo ihr Lieben,

 

mein letzter Eintrag ist schon wieder zwei Wochen her, also höchste Zeit mal wieder zu berichten, was in Taipei vor sich geht, während sich Deutschland auf Weihnachten vorbereitet.

Der erste Tag nach einer Woche Urlaub und keinem Chinesisch war schon etwas anstrengend, aber inzwischen hab ich mich gut wieder in den Uni-Alltag hineingefunden. Wie schon im ersten Semester hier, habe ich auch dieses Semester wieder den Mittagskurs abbekommen, d.h. ich habe täglich von 12:10 Uhr bis 15 Uhr Chinesisch-Kurs. Da wir außer Dienstag jeden Tag einen kleineren oder größeren Test haben, ist das aber ganz angenehm, da man morgens noch mal in die Bücher schauen kann oder doch einfach mal ausschlafen kann. Gerade nutze ich aber die Morgenstunden und die Zeit nach meinem Kurs, um den Schülern einer Junior High-School  einige Fakten über Deutschland und Weihnachten bei uns zu Hause zu präsentieren. Die Studentenorganisation, über die ich vor zwei Jahren mein Praktikum hier gefunden habe, hatte mich gefragt, ob ich ihnen da helfen kann. Und es ist ziemlich interessant, was die Kinder so über Deutschland wissen bzw. eher nicht wissen, wie der Schulalltag hier so ist und vor allem zu sehen, wie sich die Kinder hier gegenüber den Lehrern verhalten. Junior High-School entspricht in Deutschland der 7., 8. und 9. Klasse. Zunächst einmal habe ich also festgestellt, dass das bei mir so ziemlich 10 Jahre her ist und die Schüler 8 bis 10 Jahre jünger sind als ich- das war dann der „Ahh-du-wirst-alt“-Aufschrei in meinem Kopf, aber immerhin schätzen mich alle jünger :)

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An den Schulen hier in Taiwan ist es normal, dass alle Schüler Schuluniformen tragen müssen. Die Schule an der ich bin, hatte leider bei der Kleidervergabe nicht allzu viel Glück. Die Schuluniformen sehen eher aus wie Jogging-Anzüge und erinnern mich eher an einen gemütlichen Abend auf der Couch als an Schule. Auch meine Mitbewohnerin meinte, dass das wirklich nicht die schönsten Schuluniformen sind, die es hier so gibt. Aber die Schüler haben keine Wahl, Tagein, Tagaus müssen sie zumindest die Zeit, die sie in der Schule sind, diese modischen Highlights tragen. Und da in Taiwan ein Schultag gerne mal von 8:30 Uhr bis 17:40 Uhr  geht und die Kleinen danach noch in die Cram School, eine Art Ergänzungsunterricht, gehen, bedeutet das eben doch die ganze Woche. Wie ich finde, sind auch eine Regeln ziemlich strikt. So müssen alle Schüler vor dem Unterricht ihre Handy’s abgeben, die werden in Plastikboxen im Lehrerzimmer bis nach Unterrichtsschluss verwahrt und dürfen erst danach wieder abgeholt werden.

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Der Montagmorgen hat mich auch an der Schule ein bisschen an Armee erinnert, nicht das ich jemals in der Armee gewesen wäre, aber das entspricht so ziemlich der Vorstellung, die ich davon habe. Mit lauter Musik wird eingeläutet, dass es nun Zeit ist, dass alle Schüler auf dem Schulhof einmarschieren und sich zum all- montaglichen Appell versammeln. So marschieren aus allen Richtungen Schüler in ihren Schlumpfblauen-Uniformen mit einem kleinen orangen Klappstuhl unterm Arm Richtung Schulhof, stellen sich in Reih und Glied und nach Klassen sortiert auf. Nach einem kurzen Gesang dürfen sich alle Schüler auf ihren Mini-Klappstühlen hinsetzen und den Lehrern lauschen, was sie so zum neuem Wochenbeginn zu verkünden haben. Auch wenn ich das Spektakel jeden Montag in der Schule gegenüber von meinem Zimmer beobachten kann, ist es doch jedes Mal wieder etwas befremdlich.

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Nachdem alle Schüler wieder in den Klassen angekommen war, ging auch für mich der Unterricht los. Wie auch in Deutschland geht eine Unterrichtsstunde 45 Minuten. Neben meiner Präsentation sollen die Schüler in der Zeit auch die Möglichkeit haben, ihr Englisch zu üben und mir Fragen zu stellen. Das mit den Fragen ist auch nicht so das Problem, anstatt auf Englisch zu fragen, testen sie dann doch lieber mein Chinesisch. Die Lieblingsfrage ist natürlich, wie alt ich bin. Das spannende war, als die Frage das erste Mal auftauchte, war die Lehrerin der Meinung, dass das eine zu persönliche Frage ist. Spätestens nach der zweiten Frage wurde mir aber klar, dass die taiwanesische Auffassung von privaten Fragen und das, was wir in Deutschland unter einer privaten Frage verstehen, doch zwei Paar Schuhe sind. Die zweitliebste Frage ist, ob ich einen Freund habe oder ob ich verheiratet bin, weil ich Ringe trage. Das ist mir schon bei meinem ersten Aufenthalt hier aufgefallen, dass sobald man als Frau Ringe trägt, alle denken, man sei verheiratet. Aber die Fragen über meinen Beziehungsstatus wundern hier mich schon lange nicht mehr, das ist den Taiwanesen ihr liebstes Thema. Normalerweise wusste jeder meiner Chinesisch Lehrer hier spätestens nach der ersten Woche den Beziehungsstatus aller Studenten des Kurse, wie lange man zusammen ist und oftmals auch noch, welche Problemchen gerade vorliegen. Dieses Semester habe ich tatsächlich das erste Mal eine Lehrerin, die das so detailliert noch nicht bei allen nachgefragt hat. Ansonsten haben die Kinder ähnliche Fragen wie alle Taiwanesen, ob man taiwanesisches Essen mag, welche Essen man am liebsten hat, ob man Stinky Tofu und Hühnerfüße mag, welches der Lieblingsort in Taiwan ist, usw. Das lachen musste ich mir verkneifen, als das erste Mal die Frage aufkam, ob ich Pink mag, eigentlich ist das so offensichtlich, das mich das noch keiner gefragt hat.

Am spannendsten für mich ist es in der Zeit in der Schule zu sehen, wie die Schüler mit den Lehrern umgehen. Ich glaube wir waren etwas netter zu unseren Lehrern. Helen, eine taiwanesische Freundin von mir, meinte aber, dass es auch hier ein Generationsding sei, dass die jetzigen Schüler aufmüpfiger den Lehrern gegenüber sind, als zu ihrer Schulzeit. Mir würde auf Dauer das Geschreie doch etwas auf die Nerven gehen J Wenn man den Lehrer Job in Taiwan aber nur aus der Urlaubsperspektive betrachtet, ist es der perfekte Job in Taiwan. Immerhin hat man dann sowohl Winter- als auch Sommerferien – was im Vergleich zu den normalen Büroarbeitern, die hier im ersten Jahr meist gar keinen Urlaub haben und dann die ersten Jahre im Durchschnitt mit 5-7 Tage Urlaub im Jahr klar kommen müssen, schon relativ luxuriös ist.

Die Zeit in der Schule ist auf jeden Fall eine schöne Erfahrung und auch eine nette Abwechslung zu meinem Uni-Alltag, und während alle in Deutschland sich also auf den letzten Arbeitstag des Jahres freuen, gehe ich munter weiter in die Schule und Uni. Und zum Glück gibt es ja auch noch Wochenenden, wo man was unternehmen kann. Letztes Wochenende waren wir Samstagabend in einem deutschen Restaurant essen. Dank original deutschen Speisen und einer deutschen Karte, konnte man sich der Heimat doch etwas Näher fühlen.

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Am Sonntag ging es dann mit einer Freundin nach Jiufen, leider war das Wetter alles andere perfekt und so wurden wir ziemlich nass. Und das beste was man bei solch einem Wetter machen kann, ist essen und Tee trinken. Und so haben wir uns durch die kleinen Gässchen Jiufen’s gegessen und uns am Ende ein kleines Teehaus gesucht und uns wieder aufgewärmt.

 

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Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest, ruhige Weihnachtsfeste und schöne Feiertage im Kreise der Liebsten.

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Liebste Grüße,

Niggy

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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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