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19. Januar 2014 7 19 /01 /Januar /2014 04:01

Hallo ihr Lieben,

 

ich erinnere mich noch gut als ich vor 2,5 Jahren an einem Augustwochenende bei schönstem Wetter mit Helen durch die Straßen Taipei’s schlenderte- blauer Himmel, tausende Motorroller um mich herum, den Taipei 101 fest und Blick und dann plötzlich dieser unerträgliche Gestank, als ob jemand vergessen hat, die Klärgrube zu schließen. Mein erster Kontakt mit Stinky Tofu endete damit, dass wir zunächst die Straßenseite wechselten und irgendwann immer schneller liefen um dem üblen Geruch schnellstmöglich zu entkommen. Es hat damals ganze 3 Monate gedauert, bis mich Freunde davon überzeugen konnten einen Happen des fermentierten Tofus zu probieren. Warum sollte ich mich auch nur in die Nähe eines so übel riechenden Restaurants oder Stand begeben? Und wenn schon der Umkreis von 30 Metern für mich unerträglich war, wie sollte ich dann überhaupt das Essen bestellen, geschweige denn essen? Hao suchte für meinen ersten Versuch ein für Stinky Tofu Verhältnisse wenig stinkendes Lokal aus. Fazit damals: der Tofu ist tatsächlich essbar, aber noch mal muss man das Ganze nicht haben. Während meines ersten Aufenthaltes in Taiwan war es das dann auch mit mir und dem Stinky Tofu, ich hab weiterhin die Straßenseite gewechselt, wenn ich nur annähernd in die Nähe eines Stinky Tofu Ladens kam. Die Begeisterung, die alle meine taiwanesischen Freunde für dieses übel riechende Gericht hatten, konnte ich nie verstehen.

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Und dann kam Shelly, meine Mitbewohnerin, man kann fast sagen, dass sie zu einer Stinky Tofu Botschafterin wurde. Als wir im September mit ihr auf einem Nachtmarkt in Taichung waren, bog sie plötzlich ab und stellte sich an- Stinky Tofu. Da war er wieder, mein Freund aus der Vergangenheit, dem ich nicht zwingend wieder begegnen wollte. Da die Schlange ziemlich lang war, stellte sie sich an und wir gingen schon einmal vor. Irgendwann trafen wir wieder auf sie und den Stinky Tofu. Der Laden, wo sie sich Minuten zuvor angestellt hat, roch genauso übel, wie es in meinen Erinnerungen abgespeichert war. Aber als sie da so mit dem Tofu vor uns stand, roch der Tofu gar nicht mehr so schlimm und aussehen tut er sowieso nicht schlecht. Was mich dazu brachte, dem Stinky Tofu eine zweite Chance zu geben. Weit weg von dem üblen Geruch schmeckte es tatsächlich ganz gut. Die kommenden Wochen wiederholten wir das Spielchen mit dem sie kauft den Tofu und wir gehen zum Essen an einen anderen Ort noch einige Male und so langsam konnte ich verstehen, was die Taiwanesen daran finden. Nach und nach sucht man auch nicht mehr nach den wenig stinkenden Läden, denn da wo es mehr stinkt, schmeckt es auch wirklich besser. Und so kommt der Tag, an dem man über einen der unzähligen Nachtmärkte in Taipei schlendert und den Gestank nicht mehr als lästig empfindet, sondern seine Quelle sucht. Inzwischen ist auch meine Anpassung an den National-Snack komplettiert und ich kann den Tofu sogar vor Ort essen.

Neu-0002_Fotor_Stinky-Tofu.jpg

Aber nicht nur in Sachen Stinky Tofu passe ich mich immer weiter an die taiwanesischen Verhältnisse an. Wie schon vor einigen Wochen beschrieben, lieben es Taiwanesen, ihre Restaurantbesuche vorab aufwendig mit Hilfe von Internetrecherchen zu planen In Deutschland .würde ich mich einfach mit Freunden an einem für alle Beteiligten günstigen Ort treffen und dann vor Ort schauen, wo wir hingehen wollen. Hier fange aber auch ich inzwischen an im Internet zu recherchieren, wo es welche Restaurants gibt und welche Bewertungen und Erfahrungen man dazu finden kann. Nach sorgfältigen abwägen, welcher kulinarische Richtung man sich hingeben möchte, analysiert man die beschriebenen Restaurants, versucht zu reservieren oder informiert sich, wie viel Wartezeit man einplanen sollte. Sehr empfehlenswert ist dabei der Blog von Hungry in Taipei, da kann man sich teilweise auch über die Inneneinrichtung der Restaurants informieren und dank Bilder der Speisekarten schon mal schauen, was so alles angeboten wird. Ich bin gespannt, wann ich auch in Deutschland anfange, die besten und beliebtesten Restaurants im Internet heraus zu suchen. Neben dem Essen habe ich aber natürlich auch normal Uni. Unsere Lehrerin ist immer sehr bemüht uns mit neuen Ideen zum lernen zu motivieren. So spielen wir „Wer-bin-ich“ mit Vokabeln, oder haben kleine Rollenspiele mit Handpuppen. Neben meinem normalen Chinesischkurs habe ich dieses Semester auch einige Stunden Kalligraphie. Letzte Woche während der ersten Stunde haben wir gelernt, wie man richtig sitzt, den Pinsel richtig hält und wie man richtig schreibt. Man bewegt nämlich nicht wie beim normalen Schreiben nur die Hand, sondern den gesamten Arm, der dabei ca. 5 cm über dem Blatt schwebt. Am Ende sieht es dann mit etwas Glück in etwas ähnlich aus, wie das, was die Lehrerin geschrieben hat (Orange= Lehrerin, Schwarz= meins).

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(mein chinesischer Name)

 

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und verabschiede mich schon mal in den Urlaub.

Liebste Grüße

Nicole

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Published by taiwan-touched-with-pink - in Studieren in Taiwan
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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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