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22. März 2014 6 22 /03 /März /2014 08:30

In der zweiten Woche meines Urlaubs ging es also nach Laos. Nachdem in Kamdoscha der Straßenverkehr durch permanentes Hupen geprägt war, kam ich in Laos in einem von Ruhe geprägten Straßenverkehr an. Nachdem ich mir die Hauptstadt Vientiane etwas angeschaut hatte, ging es auch schon weiter nach Vang Vieng.

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Die Internetberichte reichten von Back-Packer-Party Hochburg bis hin zu landschaftlichem Paradies. Die Busfahrt war schon mal angenehmer als gedacht, auch darüber habe ich vorher einige Horrorgeschichten im Internet gelesen, aber wie schon in Kamdodscha, hatte ich auch in Laos mit der ersten Busfahrt Glück und von dann an ging es beim Thema Busfahrten ganz nach dem Motto “Schlimmer geht’s immer” weiter. Die ersten zwei Stunden der Busfahrt erinnerten mich an Kambodscha, gerade Straßen, kaum Kurven, keine Berge. Aber irgendwann tauchten endlich die Karst-Formationen am Horizont auf- und die Straßen wurden schlechter. Serpentinenartig wunden sich die Straßen von da an durch das Gebirge und der Busfahrer versuchte so gut es ging, den unzähligen Schlaglöchern auszuweichen. Wer sich in Deutschland jeden Frühling über die Schlaglöcher beschwert, sollte unbedingt mal nach Laos, daneben sind die vom wintergeschädigten deutschen Straßen noch richtig gut in Schuss. Nach knapp vier Stunden Fahrt kommt man dann in Vang Vieng, umgeben vom laotischen Karstgebirge und Regenwald, an. Ein unbeschreiblich toller Ort, der kontroverser nicht hätte sein können. Hier fand ein Aufeinandertreffen von chinesischen Familien mit “partywütigen” Backpackern und Outdoorliebhabern statt. Für mich war am spannendsten das Zusammentreffen der chinesischen Familien, mit ihren kleinen Kindern, und der meist angetrunkenen, knapp bekleideten Partymeute. Tatsächlich lädt die Landschaft in Vang Vieng zum wandern, Kanu oder Fahrrad fahren ein, und obwohl es viele örtliche Anbieter für solche Touren gibt, war es gar nicht so einfach, kurzfristig noch was zu bekommen, was nicht Tubing war (sprich mit einem alten LKW Reifen auf dem Fluss von einer Bar zu nächsten zu treiben und sich langsam aber sicher zu betrinken). Am Ende haben wir dann doch noch einen lokalen Guide zur Seite gestellt bekommen, der uns durch den Dschungel und über die Berge führte. Spätestens nach den ersten 100 Metern waren wir über unseren Begleiter auch sehr froh, ich wäre schon nicht auf die Idee gekommen, bei den Einheimischen in die Gärten und über ihre Felder zu laufen, um auf einen “Wanderweg” zu gelangen. Noch hätte ich das, was wir dann als Wanderweg benutzten, auch wirklich als Weg definiert. So gerade wie der Berg nach oben gingen, ging auch unser Weg nach oben, und was für mich immer schlimmer ist, auch wieder runter. Da vermisst man schon die schönen Wanderwege in Europa, die mit einer angenehmen Steigung auf den Berg hinauf führen. Nach der ersten Hälfte unserer Tagestour sammelt wir langsam Bananenblätter ein, die uns beim Mittag als Teller dienten. Auch etwas Holz fürs Feuer wurde noch mitgenommen und schon konnten wir in einer kleinen “Höhle” ein Feuerchen machen und grillen. Wie sich auf der weiteren Reise herausstellte, ist Grillen der „Volkssport“ Nummer eins ins Laos, das erste was am Morgen angemacht wird ist der Grill und der ist auch das Letzte, was Abends ausgeht. Nach unserer kleinen Stärkung ging es weiter, wieder eine nicht als Weg erkennbare Strecke hoch auf den Berg und dann ging es etwas rutschig auf der anderen Seite wieder runter. Am Abend entscheiden sich Maren und ich zum Glück nicht mit den anderen aus dem Hostel gemeinsam essen zu gehen, sondern uns ein anderes Restaurant zu suchen, denn die anderen machten ihre ersten unfreiwilligen Erfahrungen mit der Drogenszene von Vang Vieng. In den Milchshakes befanden sich neben Milch und Frucht auch noch Pilze, die ihnen einen etwas abenteuerlicheren Abend bescherten als gedacht. Also wer plant nach Vang Vieng zu gehen, Augen auf bei der Restaurantwahl und vielleicht lieber zweimal nachfragen, was sich so alles im Essen und trinken befindet. Eine weitere Kuriosität dieses Ortes waren die unzähligen Video Bars, die mit ihren Sitz-Lieg-Gelegenheiten viele Touristen zum Essen, Trinken und schauen US-amerikanischer Sitcoms einlädt. Und auch während der Nacht war uns keine vollkommene Ruhe gegönnt. Beim Betreten des Zimmers am Abend sah ich, wie eine kleine Ratte auf den Dachboden flüchtete, dem Hostel war das Problem der Ratte zwar bekannt, aber so wirklich etwas dagegen machen konnten sie nicht, also saß das kleine Wesen Nachts irgendwo bei uns im Zimmer und knabberte an dem Bambus, aus dem das Haus gemacht war rum.

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Die nächste Busfahrt Richtung Norden nach Luang Prabang sollte alle bisher erlebten Busfahrten toppen- man konnte in Laos wirklich den Eindruck bekommen, dass Busfahrten für Menschen und Tiertransporte nicht wirklich klar voneinander getrennt werden konnten. Und als wäre das Auto mit uns Menschen nicht schon voll genug gewesen, hielten war nach einer halben Stunde Fahrt mitten in der Pampa an einem Straßenstand an, damit unser Fahrer erstmal einen Vogel kaufen kann. Das Arme Tier wurde tatsächlich die ganzen Serpentinen hoch und runter in einem winzigen Käfig transportiert- ich bin mir sicher, fliegen wäre für ihn wesentlich angenehmer gewesen. Ich glaub das Ziel des Fahrers war es, uns Reisende so viel wie möglich zu ärgern- anstatt Schlaglöcher zu umfahren fuhren wir gefühlt durch alle mitten durch, was zusammen mit den Serpentinen dazu führte, dass man entweder Zentimeterweit nach oben hüpft, nach rechts oder links rutscht. Man Plan, während den Busfahrten für meine bald anstehenden Finals zu lernen, wurde deshalb unmöglich.

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In Luang Prabang angekommen rächte sich unser Plan einfach vor Ort spontan nach einem Hostel zu suchen. Von wegen Laos ist wenig touristisch, zu chinesisch Neujahr war wirklich alles ausgebucht. Wir hatten Glück und bekamen irgendwo noch ein Zimmer. Die Einheimischen machen sich den Touristenboom zunutze, in dem die Familie einfach zusammen in einem Zimmer lebt und sie den Rest des Hauses vermieten. Wie schon in Vientiane sieht man an vielen Stellen, dass Laos lange französische Kolonie war, vor allem die französischen Schokocroissants haben es uns angetan. Luang Prabang kann man super zu Fuß, per Fahrrad, per Scooter oder auch auf dem Wasser erkunden. Wir verbrachten die Tage vor Ort mit einer Mischung aus allem, besichtigten die unzähligen Tempelanlagen der Stadt, fuhren Kanu auf einem Seitenfluss des Mekongs, und besuchten die unfassbar schönen Wasserfälle etwas abseits der Stadt.

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Nach den entspannten Tagen in Luang Prabang ging mein Rückreisemarathon zurück nach Taiwan los- 12 Stunden Busfahrt gefolgt von unzähligen Flügen nach und durch China, mit stündlichen Zwischenstops in fast jeder Provinz in Chinas. Nach 40 Stunden kam ich endlich in meiner Wohnung in Taiwan an. Fazit meiner Reise: es waren zwei unglaublich tolle und ereignisreiche Wochen in zwei super tollen Ländern. Und am Ende hab ich, obwohl ich mit nur 7 Kilo Gepäck gereist bin, wirklich nichts vermisst. Trotzdem war ich am Ende wieder froh, nach den unzähligen Hostels wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein, mein eigenes Bett zu haben und mein eigenes Bad, und dennoch ist es schön zu sehen, mit wie wenig Sachen im Leben man eigentlich auskommt.

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Published by taiwan-touched-with-pink - in Reisen außerhalb Taiwans
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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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