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26. August 2013 1 26 /08 /August /2013 17:50

Hallo ihr Lieben,

 

Nach fast 15 Monaten und einem endlich abgeschlossenen Studium heißt es für mich zum zweiten Mal „Bye Bye Germany and Welcome Back in Taipei“ oder eben "再見德國-你好台北“. Aber die Reise begann eigentlich schon kurz nach meiner Ankunft in Deutschland. Schon während meines ersten Aufenthalts in Taiwan habe ich ausländische Studenten kennen gelernt, die „nur“ Chinesisch in Taiwan studierten. Schon damals dachte ich mir: „Interessante Idee“. Zumal ich nun in Deutschland fertig mit dem Studium bin und noch keine Verpflichtungen habe – genau die Möglichkeit noch einmal genau das zu tun, wozu man Lust hat. Und was liegt bei einem Studium mit der Zielkultur Südostasien/ Chinesischer Kulturraum näher als seine Chinesischkenntnisse zu vertiefen? Und vor allem in das so lieb gewonnene Land zurück zu gehen!

Um die Finanzierung zu sichern entschied ich mich, mich für ein Stipendium zu bewerben. So warteten in Deutschland zunächst Bewerbung schreiben, auf Rückmeldungen warten sowie Auswahlgespräch besuchen auf mich. Und siehe da, pünktlich zu Weihnachten war zu meiner Freude (aber weniger zur Freude meiner Familie) die Zusage im Briefkasten. Zunächst stand die Entscheidung an, welche Uni ich besuchen will. Neben der lukrativen Sun Yatsen Universität in Kaoshiung, die direkt am Strand liegt, gibt es natürlich auch zahlreiche Universitäten in Taipei, wo viele Freunde sich freuen würden mich wieder zu sehen. Nachdem ich in Jena 5 Jahre Studium ohne wirklichen Campus verleben durfte/ musste, fand’ ich genau dies reizvoll an einer neuen Universität. Da ich durch die AIESEC’er, die ich durch mein Praktikum in Taipei kannte, deren Uni und Campus schon kennen gelernt habe, war die Wunschuniversität in Taiwan schnell gefunden- die National Chengchi University in Taipei.

Soweit so gut und soweit war auch alles relativ problemlos. Nachdem in Taiwan die Mühlen etwas langsamer mahlen und die Uhren sich auch etwas langsamer zu bewegen scheinen, konnten einfache Dinge zu größeren Problemen werden. Aber wie sagt man in Deutschland zu schon: In der Ruhe liegt die Kraft. Und wer schon Freunde in Taiwan hat, wird auch nicht ohne Unterkunft da stehen. Die Situation erinnerte mich an vor zwei Jahren, alles dauert (gefühlt) ewig, aber am Ende hat man alles, wenn auch recht kurzfristig- und so sollte es auch diesmal sein.

Auch in Deutschland wollte man mir meine Abreise nicht ganz so einfach gestalten. Immerhin war ich noch Studentin in Deutschland und muss noch mein Examen absolvieren, ehe ich mein Studium als erfolgreich absolviert verbuchen konnte fertig. Mit einer Prise Geduld, etwas nerven und zigfachen nachfragen, ließen sich auch meine mündlichen Prüfungen vorverlegen.

IMG_1884.JPG

Abschied in Deutschland- Fliegen mit meinem Papa in der Heimat

 

Und am Ende saß ich tatsächlich im Flieger nach Taipei. Schon am Flughafen führte mir ein kleines taiwanesisches Mädchen, sie war vll. 6 Jahre alt, die typische taiwanesische Gastfreundschaft vor Augen. Sie fragte mich auf Englisch (mit 6 Jahren muss man sich erstmal trauen in einer fremden Sprache einen wildfremden Menschen anzusprechen) was ich denn in Taiwan vorhabe. Nach kurzer Erklärung begrüßte sie mich mit den Worten: „Welcome to Taiwan“ in ihrem Heimatland- einfach zuckersüß’ die Kleine.

Auf das „Rundum-Sorglos-Paket“ von AIESEC musste ich diesmal verzichten. Aber mit guten Freunden fand ich schnell eine Uni-nahe Wohnung und wurde sogar vom Flughafen abgeholt. Anschließend gab Helen mir noch bei 38°C eine Campus Führung und versorgte mich zum Mittag. Die Wohnung, die schon auf den Bildern sehr schön aussah, entpuppte sich als echter Glücksgriff. Nur 3 Minuten Fußweg zum Campus, sehr modern, mein eigenes Bad und 5 Mitbewohnerinnen, wovon ich grade einmal eine kennen gelernt habe. Mit Hilfe meiner eingerosteten Chinesischkenntnissse musste ich mich von da an alleine durchschlagen.

Montagmorgen stand dann auch schon der erste Tag an der Uni auf dem Plan- Orientierungstag und Einstufungstest galt es zu absolvieren. Dabei war wohl das anstrengendste, dass das International Building, wo ich von nun an immer hin muss, auf einem Berg liegt. Was in Taiwan bedeutet, bei 38°C am Morgen den Berg hinauf. Es gibt auch einen Campus Bus, aber man ist ja ein „Crazy German“, der den Ruf hat gerne zu laufen, und deshalb läuft man auch- und das heute nicht nur einmal (mal sehen, wie lange mir meine Motivation erhalten bleibt und wann ich doch mal den Bus nehme). Den weiteren Tag verbrachte ich mit Lili (auch eine Deutsche, die hier an der NCCU studiert und die ich durch das Stipendium kenne) mit Verwaltungssachen. Nachdem wir lustiges Häuserraten und Räume suchen erfolgreich absolviert haben, verbrachten wir den Abend in der Stadt. Nach kleinen Verständnisproblemen beim Bus fahren erreichten wir die Innenstadt, die noch genauso lebendig, bunt, lebensfroh und mit Scootern gefüllt ist, wie vor 15 Monaten.

Nach den ersten zwei Tagen kann ich schon mal sagen, dass ich sehr froh bin endlich wieder hier zu sein. Nach so einer Zeit fallen einem die kleinen Details des alltäglichen taiwanesischen Lebens wieder besonders ins Auge. Die Klimaanlagen in den Geschäften sind leider immer noch genauso kalt wie bei meinem letzen Aufenthalt, aber wenn das das einzige kalte Problemchen ist, dann kann ich damit sehr gut leben.

Nun habe ich erstmal den Rest der Woche frei, also erstmal genügend Zeit das Essen zu genießen, die Stadt neu zu entdecken und Freunde zu treffen.

In dem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Woche.

LG Niggy

IMG_9704-Kopie-1.JPGBlick vom International Building auf Taipei mit dem Taipei 101

 

 

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Published by taiwan-touched-with-pink - in Reisen in Taiwan
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Kommentare

Ariana 09/13/2013 10:06

Huhu Niggy,

Toll, dass du so schnell deinen Weg zurück nach Taiwan gefunden hast! Ich bin schon gespannt auf deine vielen kommenden Blogeinträge (und auf den Moment, in dem man deinen Texten nicht mehr folgen
kann, weil du über für dich alltägliche Dinge schreibst, die man gar nicht nachvollziehen kann. ;D). Ich drück dir die Daumen für die ersten Sprachkursstunden!

LG
ARI

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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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