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20. September 2011 2 20 /09 /September /2011 12:33

An diesem Wochenende hatten die AIESEC’er für uns einen Praktikantenausflug organisiert. Leider waren wir nur drei Praktikanten (Firat aus der Türkei, Ivan aus Russland und ich) da. Aber so hatten wir eine ganz persönliche Betreuung, pro Prakti ein AIESEC’er! Treffpunkt war Nahe dem National Palace Museum und da ich dir Zeit dorthin nicht ganz abschätzen konnte, war ich etwas zu früh da und konnte so die Gegend, die sich als kleines Shopping-Paradies entpuppte, schonmal erkunden. Gleich am Ausgang der MRT Station begrüsste mich ein Hello Kitty Store, ich muss ja zugeben, dass ich in Deutschland nicht so der Hello Kitty Fan war, aber hier muss man (ok eher nur Frau) Hello Kitty einfach lieben. In dem Laden könnte man sich Notfalls auch mit allem was man braucht von Hello Kitty eindecken (sogar pinke mit Hello Kitty besetzte Koffer gab es da <3)! Rechts und Links von dem Store gab es taiwanesische Tier-Kitsch-Läden. So ganz hab ich den Sinn noch nicht raus, aber neben den ganzen Tier Accesoires wie Katzen-Federmappe, Taschen mit Katzen, Mützen mit Katzen, Portemonaies mit Katzen oder in Katzenform, Stifte und Spiegel mit Katzen (es gab das ganze dann auch noch mit Hunden) lief auch Katzen und Hunde-Musik. Das ging dann etwa so: Miau-Wuff-Wuff-Miau. Das Ganze als Musik zu bezeichnen, ist schon etwas zu viel des Guten wuerde ich sagen, da es schon recht grenzwertig Richtung Gejaule ging, aber soweit eben nur meine europäische Empfindung!

 

Pünktlich 12:30 Uhr konnte ich dann auch die andren an der MRT Station treffen und die Jungs hatten natürlich erstmal Hunger! Also war unsre erste Station ein italienisches Pasta Restaurant. Nach dem alle gesättigt waren ging es dann mit dem Bus zum Museum. Ein wirklich schöner Ausblick erwartete uns dort. Etwas grün hier, ein kleiner Park da und gegenüber die Berge. Wirklich schön! Von Außen erwartete uns riesen Gebäude, was von Innen wirklich sehr modern und vor allem für asiatische Verhältnisse extrem geräumig und riesen groß ist! Mein deutscher Studentenausweis wird auch anerkannt und so bezahle ich nur ca. 2 Euro Eintritt (normale Erwachsene würden 4 Euro bezahlen, was immer noch extreme billig ist!). Zunächst erkunden wir die erste Etage auf eigene Faust und betrachten die Kalligraphien, was wirklich beeindruckend ist, wie klein die mit einem Pinsel die Zeichen hin bekommen und immernoch sehr schön. Manche Werke sind dann schon eher der Handschrift angeglichen und da geben auch die Einheimischen zu, es nicht mehr lesen zu können, aber es sieht einfach schön aus! Die Schriften aus den ersten Dynastien ähneln eher Bilder von dessem, was sie ausdrücken sollen und sind noch etwas runder. Nach dem Betrachten der riesen Gemälde, die locker die ganye Lebensgeschichte eines Menschen abbilden können, begeben wir uns wieder Richtung Eingang, wo uns eine englischsprachige Führung erwartet! (Für alle die sich das Museum mal anschauen wollen: 10 und 15 Uhr gibt es kostenlose englische Führungen, die wirklich empfehlenswert sind). Wir arbeiteten uns dann von dem ersten Stockwerk, mit Möbeln und Schattulen, hoch in die zweite Etage, mit Skulpturen und Geschirr, und schlußendlich in die dritte Etage mit den Bronzekünsten und der Miniaturkunst! Am witzigsten war ein kleines Schiff, es ist ungefähr so groß wie eine Walnuß. Dennoch kann man die Fenster und Türen des Schiffen öffnen und schließen und es sind acht Menschen und ein Tisch mit Köstlichkeiten in dem Schiff. Das zweite Schiffchen war etwas größer, aber auch nur wie eine große Wallnuß. Die Unterseite bot trotzdem irgendwie Platz für über 140 Zeichen. Die haben hier eindeutig einen Faible fürs Detail! Am Ende der Führung war ich dann froh endlich wieder raus ins warme zu kommen. Draußn waren angenehme 35 Grad und drinne war wieder die Eis-Hölle ausgebrochen. So verbrachten wir noch etwas Zeit in dem Park, mit kleinen Häuschen und einem Teich. Wirklich eine schöne Umgebung und da die Ausstellung alle drei Monate wechselt (da die zu viele Exponate haben), wird es nicht der letzte Besuch dort gewesen sein!

Nachdem die Jungs verlauten ließen, dass sie wieder Hunger haben (sie hatten meiner Meinung nach zwar erst Nudeln, aber die waren scheinbar verbraucht) ging es zurück zur MRT. Dort gab es erstmal nur ein Snack, da wir uns mit dem Rest am Longshan Tempel zum Abendbrot verabredet hatten. So gab es muffinähnliche Küchlein, die man je nach belieben mit verschiedenen Füllungen bekommen kann! Ich hab Schoko als sehr lecker indentifiziert. Unterwegs erklärt mir Helen auch, dass es hier völlig normal ist, dass wenn man in einer Beziehung ist, der Mann die Tasche der Frau trägt! Ich find es ja persönlich schon etwas albern, die sind einfach für Frauen gemacht und sehen an Männern echt komisch aus! Es ist vll höflich, aber der Anblick ist leicht albern J

Palace-Museum_Longshan-Tempel--21-.jpg

 

Gesättigt ging es also mit der MRT Richtung Tempel und die Taiwanesen waren glatt begeistert, wie gut ich mit dem MRT System und meiner Orientierung klar komme. Ich muss ja zugeben, ansonsten ist meine Orientierung nicht die Beste, aber das MRT System ist recht einfach zu durchschauen. Und inzwischen ist mir auch aufgefallen, dass die Blaue Linie (die zu mir nach Hause führt) nicht Banana Line heißt, sondern Bannan (ich such trotzdem immer nach Banana, sieht ähnlich aus und ist leicht zu merken). Zur MRT ist noch anzumerken, dass sie wirklich sehr angenehm ist. Nicht nur sauber und schnell, nein auch die Stangen zum festhalten sind hier optimal auf meine Körpergröße angepasst. Das erste mal in der MRT war für mich wirklich erfreulich, da ich mich in Deutschland selten an den oberen Griffen festhalten kann. Angekommen am Longshan Tempel, trafen wir auch 3 weitere AIESEC’er. Die schnell eingesammelt und ein Restaurant ausgesucht. Das Essen wurde hier per Fahrstuhl gebracht, was zu unserer größten Freude war. Es klingelt, eine Lautsprecherstimme ertönt, die sagt, fuer welchen Tisch das Ganze ist und man nimmt sich sein Essen! Wir hatten uns für typisch taiwanesisches Essen entschieden, mit Nudeln und Fisch und Sojasprossen (ohne EHEC)!

 

Wohl gesättigt ging es dann zum Longshan Tempel. Der bekanntestes Tempel in Taiwan, was man ihm auch ansieht, jedes kleine Detail wurde hier liebevoll verziert und gestaltet. Der Tempel beherbergt mehrere Götter, zu denen man beten kann und mit gewissen bereitliegenden Hilfsmittel befragen kann! Beisipielsweise kleine halbmondförmige Steine, die man drei mal runter fallen lässt. Und das bedeutet nicht, dass die Person einfach nur ungeschickt ist, sondern zeigt einem, je nach dem wie die Steine fallen, ob man den Segen bekommt oder nicht. Das Essen wird während des Betens fein säuberlich auf Tischen abgestellt und somit heilig, obwohl ich mich immernoch frag, wie man sein Essen bei den ganzen Sachen wiederfinden soll!

DPP_0023-Kopie-1.JPG

 

Aprospos Essen, nach dem Tempel ging es dann auf einen  der hier so berühmten Nachtmärkte und da gibt es Massen an Essen! Ich hätte vielleicht auch nicht aus Spaß sagen sollen, dass ein Dessert noch ganz schön ware, denn so gab es noch Reiskuchen und taiwanesisches Eis. Und danach Austernomelette und Austern und natürlich Tee! Schlangen und Krokodile konnte man bei Bedarf sehen oder essen, ich fand davor flüchten die beste Variante! Auf dem Nachtmarkt kann man alles kaufen: Taschen, Schuhe, Klamotten, Hunde, Schildkröten (aber nicht die niedlichen, sondern große hässliche), noch mehr Essen und ncoh mehr Tee! Für die Kinder gab es immermal kleine flipperartige Automaten oder Schüsseln in denen sie angeln konnten!DPP_0032.JPG

 

Am Ende des Tages ging es dann mit MRT wieder heim, was sehr leicht war, da der Longshan Tempel nur eine Station von zu Hause weg ist! Der Heimweg war nicht so schön, da waren sie: die ersten zwei lebenden Kakerlaken. Auf den Zehenspitzen herumtänzelnd und denen auf chinesisch versuchend zu erklären, dass sie eklig sind und gehen sollen, meister ich auch das Hinderniss! Sie haben mich nicht aufgefressen und nach Hause sind sie mir auch nicht gefolgt, sehr vorbildlich!

 

Sonntag habe ich dann mit “shoppen” verbracht und fühle mich dank pinken Nagellacks endlich wieder als ganzer Mensch. Dabei hab ich noch einen super leckeren Bäcker entdeckt, der am Vortag schon das leckere Mittagsbrötchen bereit hielt! Sonntags gabs dort Kuchen und ich muss den taiwanesischen Backkünsten meinen vollen Respekt zollen. Die französischen Bäcker kriegen eindeutig Konkurrenz! Bisher dachte ich immer die französische Backkunst sei unuebertreffbar, aber da steht ein direkter Vergleich noch aus! Wenn man hier in einen dieser leckeren Kuchen rein beisst, ist es wie eine Wolke mit Schokogeschmackt (also so würde ich mir eine Wolke mit Schokogeschmack vorstellen). Wirklich sehr weich und luftig, worüber man dann die hunderttausend Kalorien vergisst! So saß ich also in einem Park in einem kleinen pavillionartigen Häuschen und hab mein Kuchen genossen.

 

Gestern gings nach der Arbeit auch schon wieder Richtung MRT, da ich mich ja immer beschwere, dass man im Büro nur sitzt, nutze ich die Bewegung. Diesmal ging es Richtung Main Station um dort einen Medizinstudent zu treffen (Hao). Er plant einen Deutschlandaufenthalt und sucht zur Vorbereitung noch einen Tandempartner! Wieder zu früh angekommen, erkunde ich die Gegend! Hundert Handy- und Technikläden, ich glaub hier muss ich nochmal wegen einem Wörterbuch hin! Hao findet mich auch ganz leicht, ist auch nicht so schwer die einzige Europäerin unter hunderten von Asiaten auszumachen! Meine Bestellung geb ich zur Verwunderung der Frau am Tresen in chinesisch ab und bin schon ein bischen stolz, dass ich wirklich das bekomme, was ich will! Beim Lesen/ Sprechen lacht mich Hao auch nur zweimal aus, weil mein Akzent und mein Problem mit dem 2. und 4. Ton wohl typisch für Ausländer ist! Das Deutschbuch von ihm ist auch sehr witzig, so in etwas wie wir Chinesisch lernen lernen die auch Deutsch, so würde kaum einer reden! Meine Hausaufgabe ist, über die erste Lektion einen Text zu schreiben der 50 bis 100 Wörter umfasst! Am Ende spricht mich noch in halbwegs gutem Deutsch jemand an! So viel Deutsch bin ich hier garnicht gewöhnt!

 

Am Ende des Tages geh ich glücklich wieder nach Hause und da so langsam wird auch die Strecke (gefühlt) kürzer! Die streunernden Hunde unterwegs ignorier ich inzwischen und meine in Deutschland üblichen Panikattacken halten sich in Grenzen, was wie ich finde ein enormer Fortschritt ist!

 

Inzwischen dreht auch Ruke, der Taifun, ab und nimmt wie ein andrere Taifun Kurs auf Japan. Mein erstes richtiges in Taipei stattfindendes Erdbeben der Stärke 2,3 hab ich am Freitag auch erfolgreich verpasst, alle andren Erdbeben kamen hier immer nur mit einer Stärke von 1-1,5 an, was man eh kaum wahrnimmt!

 

Die liebsten Grüße aus dem winterlichen Taipei

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Published by taiwan-touched-with-pink - in Praktikum in Taiwan
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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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