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6. September 2011 2 06 /09 /September /2011 12:26

 

Nun ist es schon so weit, die zweite Woche ist rum. So langsam hab ich mich hier richtig eingelebt, woran merkt man das!? Unter anderem, dass sich meine Orientierung verbessert, ich kann schon andre Wege nehmen und komme trotzdem dahin wo ich will J Die Woche hatte ein einfach Fazit: es ist einfach toll hier. Die Menschen, das Leben, die Kultur. Einfach alles was es hier gibt und was das Land und die Leute ausstrahlen. Es ist zwar alles komplett anders als in Deutschland, aber genau das ist das Tolle hier. Die Menschen strahlen mehr Freundlichkeit aus und eine angenehme Ruhe. Kleine Rückzugsorte von dem bewegten Großstadtleben gibt’s hier auch, kleine Parks und viel Grün. Egal wo, alles muss grün sein, selbst die komischste kleine Gasse versprüht so einen gewissen Schwarm. Über all‘ ist ein kleines Pflänzchen oder ein kleiner Baum. Hauptsache es wird etwas Natur in diese Großstadt gebracht. So werden auch mal alte Waschmaschinen zu Pflanzenkübeln umfunktioniert.

 

 

 

Neben dem Grün was überall spriest und blüht darf auch eine Kamera nirgends fehlen, ob nun auf der Straße vor meinem Haus, im Büro, beim Einkaufen oder im Schwimmbad, einfach überall hängt so ein kleines Ding rum und zeichnet alle Wichtig- und Unwichtigkeiten für die Nachwelt und die Überprüfung auf (sogar beim Essen wird man gefilmt).

 

 

 

Die dritte Woche fing dann weniger berauschend an. Meine kleine Taiwan-ist-so-perfekt-Welt erhielt einen Riss und sogar einen großen: kein Urlaub. Für ein Jahr Praktikum ok, aber wenn man hier lebt!? Wann reist man, wann ruht man sich aus? An den Tagen, die die Regierung einem frei gibt und eins kann ich auch sagen, dass sind nicht viele.

 

Seit Montag hab ich auch endlich mein ARC also meine Art Pass und es ist offiziell (bis jetzt) muss ich am/ bis zum 25.08.2012 das Land verlassen. Dafür hab ich jetzt mehrfache Einreise erhalten und hab also die Möglichkeit rum zu reisen, wo nur die Frage bleibt: Wann wenn man keinen Urlaub hat?! Das Gute am Montag war das erste Gehalt, noch in bar (man kriegt nebenbei gesagt einen Teil seines Gehalts nur, wenn man jeden Tag da war), da wir erst Dienstag unser Bankkonto eröffnen konnten. Was ein sehr witziges unterfangen war. Man kommt in die Bank rein und zieht, ähnlich dem deutschen Bürgeramt, eine Nummer. Jenny erklärt mir, man zieht hier überall eine Nummer: bei der Post (kurz grübeln, oh da hab ich letzte Woche was falsch gemacht, naja hat sich ja keiner beschwert), beim Arzt („Oh Herr Doktor ich bin kurz vorm sterben!“ „Ruhe ihre Nummer ist noch nicht dran!“), bei Ämtern oder eben auch bei der Bank. Da wir hier aber mal wieder eine Ausnahme darstellen, gesellt sich doch auch gleich mal der Chef dazu: „Oh Deutschland,… tolle Autos, ich fahre einen Audi“! Aber bei der Gelegenheit, allein mit Jenny zu sein, lass ich es mir nicht nehmen sie etwas auszuquetschen. Schon am Vortag meinte Jenny, sie ist auch erst seit einem Monat da. Nun erzählt sie, dass alle bis auf die Frau vom Chef und Jojo (die Tochter vom Chef) neu sind, maximale Unternehmenszugehörigkeit bei uns im Büro 8 Monate, weiter gehts mit 2 und alle andren 4-5 Wochen. Irgendwie mysteriös.

 

Und da mich jetzt schon mehrere gefragt haben, will ich mal aufklären, was ich hier so mache. Bis jetzt entstand ja eher das Bild, dass ich nur Esse oder meine restliche Zeit in „Restrooms“ verbringe. Aber dem ist nicht so. Ich arbeite in der Sales Abteilung (bei Taiwan Proud Chairs einem Beauty Salon Ausstatter) und versuche vorrangig Kontakt zu Kunden auf dem deutschen bzw. westeuoropäischen Markt herzustellen. Die erste Woche ging komplett für Recherche drauf. Seit letzter Woche bin ich dann auch beim kontaktieren, da ist von einzelnen Salons, über Friseurketten, Wellnesshotels und SPA Anlagen bis hin zu Vertriebsgesellschaften alles dabei. Seit der zweiten Woche ist mein Computer sogar auf Englisch, was die ganze Sache etwas erleichtert. Die Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Taiwanesen die super tolle Pinyin Umschrift nicht kennen, zerlegen sie die Schriftzeichen in ihre Einzelteile und drücken alle benötigten Tasten nacheinander damit das Zeichen erscheint. Ich find mein Pinyin trotzdem schöner und alle andren halten mich für Harry Potter wie ich die Sachen eingebe J Allgemeine Erheiterung hat auch die animierte Strichreihenfolge hervorgerufen. Ok, da muss ich etwas weiter ausholen J Im chinesischen gibt es gewissen Regeln wie man diese kunstvollen Zeichen zu schreiben oder eher zu malen hat. Da das für alle Nicht-Muttersprachler v.a. bei den monströsen Langzeichen nicht immer gleich klar ist, haben kluge Menschen kleine süße Programme entwickelt. Da gibt mein wieder sein Pinyin Wort ein und wie von Geisterhand entwickelt sich auf dem Bildschirm das Zeichen. Was für die natürlich klar ist, aber für mich nicht. Für die ist das alles wie ein kleines Phänomen, wie wir das so lernen. Das Ahhh und Ohh im Büro von allen Seiten hat es eindrucksvoll bewiesen.

 

Aber so kamen wir dann auch auf das Thema elektronisches Wörterbuch. Auf Anraten deutscher Verkäuferinnen habe ich mir sowas nicht in Deutschland zu gelegt. Man muss auch sagen, in der Heimat ist sowas sehr teuer und meistens sind sie nicht gut. Das Problem an der Sprache ist ja, man steht vor einem Zeichen und es kann eigentlich alles heißen, nichts ist an der Stelle ausgeschlossen, gut außer die Zähleinheitsworte die wir im Deutschen nicht kennen. Also braucht man etwas mit einem Touch Pad und einem Stift, dass anhand meines Abbildes des Schriftzeichens mir sagt, wie ich es ausspreche. Sowas gibt’s garnicht so oft L Denn natürlich gibt es hier mehr Auswahl, die ist leider nur dazu da, den taiwanesischen Mitbürgern Englisch beizubringen. Gut das ich also dank einer Freundin eine Vorstellung habe, wie das Ganze auszusehen und zu funktionieren hat und eigentlich auch welches gut ist, der Haken an der Sache ist, es ist primär für Mandarin (Festland, kurze Zeichen). Trotzdem ist das Teil (Besta MT 7000) von einer taiwanesischen Firma, wie Vincent (einer der Designer) für mich herausgefunden hat, aber in Taiwan nicht käuflich im Laden zu erwerben. Produziert fürs Ausland L Ich bin guter Dinge, dass die mir bald antworten, ob das Teil auch Langzeichen beherrscht, da es weit und breit, das Einzige seiner Gattung ist (für alle unter euch die ein Unternehmen starten wollen, eindeutige eine Marktlücke). 

 

 

 

Und ich muss trotzdem mein Essens- Klischee bedienen: Eier J Gestern und heute gabs zum Essen ein Ei dazu, sieht aus wie normal gekocht aber braun. Ganz einfach: es würde in Tee gekocht. Das erstaunlichste an der Sache ist, es schmeckt. Ein Ei, das tatsächlich erst gekocht, dann geschält und dann ganze 20-25 Minuten in Tee gekocht wird, schmeckt. In Deutschland rühr ich nicht mal ein Ei an, was 6-7 Minuten gekocht ist, da dann das Eigelb so komisch hart ist. Aber durch das Teekochen, wird das ganze Ei verändert in seiner Konsistenz. Ihr müsst einfach zum probieren mal vorbei kommen, dann wisst ihr wovon ich spreche.

 

 

 

Heute Morgen ist auch was Schreckliches passiert: ich hab, angekommen in meinem Alltag, meine Zahnbürste unter normales Wasser gehalten. Wie man es eben seit 20 Jahren (mit welchem Alter fängt man selber an sich die Zähne zu putzen?) so macht. Wir werden sehen, welche Schäden das hervorruft J

 
 Euch noch einen schönen Tag :) 
 
 P.S. ich hab ein neues Lieblingsgetränk- dieser Tee mit den witzigen Bubbeln drinne ist einfach nur göttlich :)DPP_0171.JPG 
 Kitsch :) Girly Girls <3DPP 0170 
 Nudeln mit gekochter Gurke und undefinierbaren Fleischmus- aber lecker ;)DPP 0172 
 vor einem Restaurant- unten links sind am Bauch aufgeschlitzte Frösche, definitiv nicht lecker DPP_0174.JPG
Meine geliebten gebratenen Dumplings (immer schön in Variation
<3
 DPP_0175.JPG 
 Milchtee mit Bubbeln <3

 

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Published by taiwan-touched-with-pink - in Praktikum in Taiwan
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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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