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9. September 2014 2 09 /09 /September /2014 09:12

Meine dritte Station in China war Guilin. Bekannt ist die Region bei Ausländern vor allem wegen den Karstbergen die etwas unsortiert links und rechts neben dem Li Fluss liegen und so ein wunderschönes Landschaftsbild erzeugen. Die Chinesen sind auf diese Landschaft natürlich besonders stolz, da sie seit Jahrhunderten sowohl Dichter als auch Maler inspiriert hat.
Den ersten Tag in Guilin erkundeten wir die Stadt. Früher lebte der jeweilige Prinz hier, weshalb wir uns als erstes den Prinzenpalast anschauten. Dort war überraschenderweise im Eintrittspreis gleich eine englische Führung enthalten. Auch auf dem Gelände selber hatten sie sich allerhand einfallen lassen, uns wurde ein traditioneller Tanz gezeigt, und eine Aufführung, welche Tests man früher absolvieren musste, um in den Staatsdienst zu gelangen. Anschließend ging es mal wieder über unzählige Stufen hoch auf einen Hügel.
Neben dem Fluss beheimatet die Stadt auch vier Seen, die man dank einer süß angelegten Promenade gut erlaufen kann. Die Promenade war bei Sonnenuntergang ein beliebtes Ziel um Hochzeitsbilder zu machen. Bei sowas bin ich ja "Chinesisch", da muss ich auch immer ein Bild von machen. Wenn mich immer Asiaten fragen, ob sie nicht ein Bild mit mir machen können, frag ich mich immer: was machen die damit. Hat man ein Album:"ich mit Ausländern"!? Aber genauso gut kann man mich an der Stelle fragen, was machst du mit den Hochzeitsbildern fremder Leute!? Ich glaube sie kommen in mein Fotoalbum, denn die Chinesen suchen sich schon wunderschöne Plätze aus und betreiben einen großen Aufwand, um so schöne Bilder für ihre Hochzeit machen zu können. Obwohl ich es immernoch etwas befremdlich finde, dass sie die Bilder vor der Hochzeitsfeier machen, das Kleid anziehen, schminken und Haare machen, als ob es der Tag der Hochzeit wäre. Ok diesen Standesamteffekt, wo alle zum ersten Mal das Kleid sehen, gibt es hier ja nicht, vielleicht ist es dann auch eh was anderes (man geht irgendwann aufs Standesamt und unterschreibt und irgendwann später feiert man mit allen).
Den zweiten Tag verließen wir Guilin schon wieder und fuhren in Richtung Yangshuo, um dort mit dem Fahrrad die Gegend zu erkunden. Vorbei an Reisfeldern, Karstbergen und kleinen Dörfchen fuhr ich durchs Land, auch wenn ich nicht immer wusste wo ich bin. Was einen da alles so überholt ist sagenhaft, Scooter mit bis zu 4 Personen (alle ohne Helm), Lastwagenscooter die bis oben hin, und damit meine ich oben liegt noch ein kleine Haufen drauf, mit allem möglichen bepackt waren, andere Fahrräder, diese vorzugsweise mit Schirmhaltern, Autos und normale LKW's. Manchmal sieht man auch noch die alten Leuten mit ihren typischen Reishüten und einem Bambusstock auf den Schultern, an deren Enden vollgepackte Schalen hingen. In ein kleines Dorf zwischen den Bergen bin ich auch mal gefahren, da lag noch eine Kuh am Straßenrand und die Hühner liefen noch frei herum. Ist schon ein anderes Leben im Süden bzw. auf dem Land. Rückzu fuhr ich über eine riesige Baustelle, wo neben einer neuen Straße sicher auch wieder Hotelanlagen gebaut wird- schade um die wunderschöne Landschaft. Am späten Nachmittag ging es mal wieder auf einen kleinen Hügel im Stadtpark. Oben war ein keines Häuschen, in dem ein Wahrsager seine Zelte aufgeschlagen hatte. Oben auf dem Hügel konnte man die Musik des Parks hören. Wie hier so üblich hatten sich wieder viele kleine Grüppchen getroffen, um Karten zu spielen, Mahjong zu spielen, zu Singen, Tanzen oder gemeinsam zu musizieren.
Und auf dem Rückweg im Bus mal wieder eine der Situationen, wo ich das Fotoobjekt war. Zwei Mädels fragten mich ganz nett, ob sie ein Bild mit mir machen können. Als ich ihnen auf Chinesisch antworte und versicherte, dass es kein Problem sei, waren sie etwas verdutzt, das ich ihre Sprache spreche, aber froh, so wurde ich gleich zu ihnen in die Reihe eingeladen- ein Foto von rechts oben, eines von links oben, eines von vorne. Ein bischen Smalltalk, wo ich her komme, warum ich Chinesisch spreche und dann trennten sich unsere Wege wieder. Gehört schon irgendwie zum Alltag dazu.
Auch den nächsten Tag ging es Richtung Yangshuo. Zunächst wieder mit dem Bus aus der Stadt heraus und dann ging es mit einem sogenannten Bambus-Boot auf dem Fluss weiter. Die Bambus-Boote bestanden aus 8 Rohren, die angemalt waren, so dass sie aussahen wie Bambus. Oben drauf befanden sich zwei Bänke und ein kleines Dach. Angetrieben wurde das ganze von einem Motor, der aussah wie eine Kreuzung aus Rasenmäher-Motor und Mix-Stab. Von diesen Booten fuhren so einige vor, neben und hinter uns, und so ging es in Begleitung des Motorsummens 1,5 Stunden Flussabwärts. Unsere kleine Bootstour endete genau an der Stelle, die aussieht wie die Rückseite des 20 Yuan Scheins. Für den Abend hatte mir eine Freundin, die erst vor kurzem in China war, empfohlen eine Show in Yangshuo zu besuchen. Zunächst standen wieder nicht genügend Busse bereit, um alle zu dem Showplatz zu fahren. Also telefonierte unser Busfahrer kurz und schon kam ein zweiter Bus. Bis dahin hatten wir mal wieder nur eine Zahlungsbestätigung vom Hostel und noch keine Tickets, also ging wieder der lustige Tickettausch los. Irgendwie kann man so auch Arbeitsplätze beschaffen. In der Stadt hatten wir eine Frau, die uns alle einsammelte, dann einen Fahrer, der brachte uns zu einer zweiten Frau, die unsere Zahlungsbestätigung in einen Zettel mit einer Nummer umtauschte. Dann kam ein neuer Mann, der sich einen Stab mit einer Nummer schnappte und mit uns das erste Tor passierte. Dort warteten wir dann, bis er mit richtigen Karten zu uns kam. Ab dann war man auf sich allein gestellt, aber an solchen Stellen folgt man einfach der Masse. Eine nette Chinesin und ihr Freund passten auch immer auf, dass wir nicht verloren gingen. Obwohl das Ganze Anfangs etwas chaotisch wirkte, ging am Ende doch alles recht sortiert zu und wir kamen sogar genau pünktlich zum Showbeginn an. Die Show spielt auf einer Naturbühne, die sowohl den Fluss als auch die Berge mit einbezog. Und obwohl die Show eine Stunde dauern sollte, wurden alle Chinesen um uns herum schon nach 45 Minuten ganz nervös und fingen an nach Hause zu gehen. Für uns sehr unverständlich, da die Show wirklich toll gemacht war, und man die Arbeit der Darsteller dann auch bis zum Ende würdigen sollte. Danach ging es im irgendwie doch geordnetem Chaos wieder raus, wir fanden unseren Busfahrer recht schnell wieder und da der Verkehr hier sowieso recht chaotisch ist, löste sich auch die Autotraube auf dem Parkplatz relativ zügig wieder auf.
Den letzten Tag blieben wir in Guilin, besorgten Souvenirs und schlenderten gemütlich durch die Stadt. Ich könnte mich ja hier stundenlang an den Straßenrand stellen und dem Chaos zu schauen.
Lg Nicole

Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China
Verkehr in China

Verkehr in China

Sitz des Prinzen in Guilin
Sitz des Prinzen in Guilin

Sitz des Prinzen in Guilin

einer der Seen in Guilin

einer der Seen in Guilin

um Yangshuo
um Yangshuo
um Yangshuo

um Yangshuo

Bootsfahrt auf dem Li Fluss
Bootsfahrt auf dem Li Fluss
Bootsfahrt auf dem Li Fluss
Bootsfahrt auf dem Li Fluss

Bootsfahrt auf dem Li Fluss

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Published by taiwan-touched-with-pink
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  • : Nach vier Jahren Studium heißt es für mich ab ins Auslandspraktikum. Über 9000 km weit weg von Familie und Freunden versuche ich mich im wunderschönen Taiwan durch zuschlagen. Meine großen und kleinen Abenteuer und Herausforderungen werde ich in dem Blog zusammenfassen und so allen die noch Daheim sind, Lust auf die Ferne machen und taiwanesische Leben etwas Näher bringen!
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